Bundesliga am Sonntag Hoffenheim stürmt auf Rang zwei

Innerhalb von 15 Minuten war die Tabellenführung für den HSV verloren. Beim Bundesliga-Nordderby in Wolfsburg kassierten die Hamburger eine bittere Niederlage. Neuer Zweiter hinter Schalke 04 ist Aufsteiger Hoffenheim, der Dortmund demontierte. Stuttgart gewann gegen den KSC und ist nun Dritter.


Hamburg - Dortmund erlebte drei Tage nach dem 0:2 im Uefa-Cup gegen Udinese auch in der Bundesliga ein Debakel und verlor bei 1899 Hoffenheim 1:4 (0:2). Wolfsburg schlug den HSV 3:0 (3:0), Stuttgart feierte einen schmeichelhaften 3:1 (1:1)-Erfolg über Karlsruhe. Vedad Ibisevic hatte für Hoffenheim in der fünften Minute zur Führung getroffen und war auch zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff zur Stelle. Mit sechs Saisontreffern liegt der Bosnier zusammen mit dem Leverkusener Patrick Helmes in der Torjägerliste vorn. Das zweite Tor für Hoffenheim erzielte Ibisevics Landsmann Sejad Salihovic mit einem Freistoß aus 22 Metern (25.). Den Schlusspunkt hinter den Hoffenheimer Offensivwirbel gegen eine völlig unorganisierte Dortmunder Mannschaft setzte der Brasilianer Carlos Eduardo (67.), der von Luiz Gustavo schön in Szene gesetzt wurde. In der Nachspielzeit gelang Felipe Santana der Ehrentreffer zum 4:1-Endstand.

"Die Mannschaft hat über fast die gesamte Spielzeit konzentriert gespielt und dem Gegner keine Zeit zum Verschaufen gegeben. Im Großen und Ganzen war das eine perfekte Vorstellung", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick und fügte mit Blick auf die Tabelle hinzu: "Das hat schon Charme, wenn man sieht, wer alles hinter uns steht."

Auch in Wolfsburg war die Partie frühzeitig entschieden. Innerhalb einer Viertelstunde schoss das Team von Trainer Felix Magath den HSV von der Tabellenspitze. Nach dem 1:0 durch Ashkan Dejagah (15.) baute Verteidiger Alexander Madlung kurz danach die Führung aus (22.). Nur sechs Minuten später war es der Brasilianer Grafite, der nach einer feinen Kombination mit Zvjezdan Misimovic das 3:0 erzielte, indem er Keeper Frank Rost überlupfte. Wolfsburg ist damit das einzige noch ungeschlagene Team neben Spitzenreiter Schalke.

"Solche Gegentore dürfen einfach nicht fallen. Das ist viel zu einfach. Da fehlt es an der Konzentration", sagte HSV-Kapitän David Jarolim. "Solche Aufholjagden können wir nicht immer schaffen. Das kostet zuviel Kraft." Auch Schlussmann Frank Rost sprach von einer "großen Enttäuschung".

Spätestens in der letzten halben Stunde, nachdem Jarolim die erste Torchance der Hanseaten in der zweiten Halbzeit nicht nutzen konnte, ergaben sich die Hamburger nach zuletzt drei Siegen hintereinander in das Schicksal der ersten Niederlage. Die rund 3000 mitgereisten HSV-Fans, die vor Beginn der Partie fast mehr Lärm als der gesamte VfL-Anhang gemacht hatten, wurden immer ruhiger und waren zuletzt kaum noch zu vernehmen.

In Stuttgart erzielte der KSC zwar das erste Tor durch Sebastian Freis (8.), verlor am Ende jedoch 1:3. Sami Khedira gelang in der 22. Minute per Kopf der Ausgleich, ehe Mario Gomez auf Zuspiel von Thomas Hitzlsperger Stuttgart aus allerdings abseitsverdächtiger Position in Führung brachte (68.). Kapitän Hitzlsperger war es auch, der drei Minuten vor dem Ende die Entscheidung durch den Rumänen Ciprian Marica vorbereitete.

Verärgert reagierte KSC-Manager Rolf Dohmen auf das Tor von Gomez. "Ich glaube, das 2:1 war abseits. Mir fehlen die Worte. Abseits ist abseits, oder wir müssen es abschaffen", sagte Dohmen. Die TV-Bilder zeigten eine knappe Abseitsstellung von Gomez beim Abspiel von Hitzlsperger. Erleichtert zeigte sich Dohmens Kollege Horst Heldt: "Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Es war ein hitziges Derby. Wir hatten am Anfang Probleme, haben die Tore aber zum richtigen Zeitpunkt gemacht."

Karlsruhe wartet nun seit 43 Jahren auf einen Erfolg in Stuttgart und befindet sich nach der dritten Pleite in Serie schon nach fünf Spieltagen mitten im Abstiegskampf.

mac/sid



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.