Nach Corona-Ausbruch Arminia Bielefeld beendet Partnerschaft mit Tönnies

Der Fleischkonzern Tönnies steht in der Coronakrise heftig in der Kritik. Das ist bis in den Fußball zu vernehmen, nun verzichtet der Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld auf eine weitere Zusammenarbeit.
Wird nicht länger von Tönnies gesponsert: Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld

Wird nicht länger von Tönnies gesponsert: Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld

Foto: Stuart Franklin/ dpa

Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld wird die Partnerschaft mit dem Fleischkonzern Tönnies nach dem dortigen großen Corona-Ausbruch beenden. Das bestätigte der Klub auf Anfrage. Zuvor hatte die Arminia der "Neuen Westfälischen" mitgeteilt, dass der Werbevertrag mit dem Unternehmen zum Ende der Saison auslaufe.

"Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der DSC Arminia Bielefeld die werbliche Partnerschaft mit dem Unternehmen Tönnies nicht fortsetzen", teilte der Klub mit. Zuvor hatten Fans ein Ende der Partnerschaft gefordert.

Tönnies steht in der Coronakrise stark in der Kritik. Nach einem Ausbruch in einem Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück wurden mehr als 1500 Mitarbeiter des Konzernes positiv auf das Coronavirus getestet, für den gesamten Kreis Gütersloh mit rund 370.000 Einwohnern wurde ein Lockdown verhängt.

Arbeitsbedingungen heftig umstritten

Vor allem die Anstellungspraktiken in der Fleischindustrie sind heftig umstritten. Tönnies und andere Unternehmen der Fleischindustrie engagieren meist osteuropäische Arbeiter mithilfe von Werkverträgen über windige Subunternehmen. Sie leben meist in heruntergekommenen Unterkünften, Arbeitsrechtler sprechen von Ausbeutung.

Inzwischen kündigte Tönnies eine Abschaffung der Werkverträge an, doch wohl auch durch die Situation der Unterkünfte der Arbeiter konnte sich das Coronavirus verbreiten. Viele Fleischunternehmen gelten wegen schlechter Arbeitsbedingungen als Hotspots in der Coronakrise.

Tönnies ist seit Juli 2019 offiziell Partner von Arminia Bielefeld. Über das genaue Engagement des Unternehmens ist nichts bekannt. Es gehört allerdings nicht zum "Bündnis Ostwestfalen", dem Zusammenschluss von Unternehmen, das Arminia aus einer prekären finanziellen Lage geholfen hat.

Auch bei Schalke 04 protestieren die Fans. Sie fordern die Absetzung von Tönnies-Konzernchef Clemens Tönnies, der auf Schalke Aufsichtsratschef ist. Dazu soll es während des letzten Spieltags sogar eine Demonstration vor dem Schalker Stadion geben.

hba/dpa
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