Sieg gegen Wolfsburg Leverkusen klettert auf Rang vier

Im Verfolger-Duell hat Leverkusen verdient gegen Wolfsburg gewonnen. Bayer dominierte das Spiel, der VfL war viel zu harmlos. Damit könnte Wolfsburg die Qualifikation zur Champions League verspielt haben.

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Bayer Leverkusen ist vorerst auf den vierten Tabellenplatz geklettert. Das Team von Trainer Roger Schmidt besiegte enttäuschende Wolfsburger 3:0 (1:0). Julian Brandt traf in der ersten Halbzeit, Javier Hernández sorgte nach der Pause für die Entscheidung. Wladlen Jurtschenko setzte mit seinem Tor den Schlusspunkt. Leverkusens Vorsprung auf den VfL beträgt damit bereits sieben Punkte. Die Qualifikation zur Champions League erscheint für Wolfsburg nun fast unerreichbar.

Sowohl bei Leverkusen als auch bei Wolfsburg gab es zu Beginn einen Rückkehrer: Diego Benaglio stand nach seiner Rippenprellung erstmals seit sechs Wochen wieder im Wolfsburger Tor. Bei Leverkusen hat Lars Bender seine lange Verletzungspause beendet. Er spielte erstmals seit Oktober 2015.

Die erste Halbzeit verlief ereignisarm. Leverkusen hatte mehr Ballbesitz, aber Wolfsburgs Abwehr stand zunächst sicher. Nach 27 Minuten gab es den ersten Schuss auf ein Tor und der brachte direkt die Führung der Gastgeber - nach einer schönen Kombination. Brandt spielte einen Doppelpass mit Hakan Calhanoglu und traf anschließend direkt in die linke untere Torecke (27.). Der Torschütze verpasste selbst das 2:0. Benaglio parierte Brandts harten, aber unplatzierten Distanzschuss (37.). Wolfsburg wurde vor der Pause in keinem Moment gefährlich.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Leverkusen das bessere Team. Brandt spielte mit der Hacke auf Calhanoglu, sein guter Distanzschuss verfehlte das Tor knapp (49.). Erst danach kam auch Wolfsburg zu ersten Abschlüssen. Nach einer Unsicherheit von André Ramalho und einem verunglückten Befreiungsschlag des herausgeilten Torwarts Bernd Leno versuchte es Josuha Guilavogui fast von der Mittellinie. Aber Leno war bereits wieder im Tor und parierte sicher (53.). Auch Bruno Enrique scheiterte anschließend mit einem Kopfball am Bayer-Schlussmann (55.).

Zwei Joker bringen die Entscheidung

Der eingewechselte Javier Hernández vergab die Chance zur Vorentscheidung. Nach einem Fehler von Robin Knoche lief der mexikanische Angreifer auf Benaglio zu, zögerte aber zu lange und so parierte der Keeper seinen Schuss aus spitzem Winkel (66.). Wenig später konnte er eine Hereingabe von Karim Bellarabi nicht verwerten (67.). Auf der anderen Seite entschärfte Leno eine der wenigen Wolfsburger Offensivaktionen durch Marcel Schäfer (70.)

Schon zu Beginn der Schlussphase machte Hernández dann doch alles klar: Er gewann selbst den Ball gegen Dante und bekam ihn nach gutem Zusammenspiel mit Bellarabi an der Strafraumkante zurück. Von dort traf Hernández mit einem schönen Schuss ins lange Eck (73.). Damit war Wolfsburg geschlagen. Der ebenfalls eingewechselte Jurtschenko setzte noch den Schlusspunkt. Er traf mit einer Direktabnahme, ebenfalls aus etwa 16 Metern (87.).

In den nächsten Wochen geht es für den VfL somit nur darum, den Anschluss an die Europa-League-Ränge herzustellen. Leverkusen hat sich seine Chance auf die Champions League bewahrt - und liegt sogar nur noch drei Punkte hinter dem Drittplatzierten Hertha BSC. Schalke (in Ingolstadt) und Gladbach (gegen Hertha) können Bayer am Wochenende jedoch beide zunächst wieder überholen.

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg 3:0 (1:0)
1:0 Brandt (27.)
2:0 Hernández (73.)
3:0 Jurtschenko (87.)
Leverkusen: Leno - Jedvaj, Tah, Ramalho, Wendell - Lars Bender (61. Hernandez), Kramer - Bellarabi, Calhanoglu (64. Jurtschenko), Brandt - Kießling (88. Aranguiz)
Wolfsburg: Benaglio - Träsch (46. Henrique), Knoche (82. Ascues), Dante, Ricardo Rodriguez - Guilavogui, Arnold - Vieirinha, Draxler, Schürrle - Kruse (63. Schäfer)
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Zuschauer: 29.239
Gelbe Karten: Dante (3), Draxler (5), Arnold (3), Schürrle (4)

aev



insgesamt 9 Beiträge
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tobo5824-09 01.04.2016
1. Gut gespielt, aber wo ist der Zuspruch der Fans?
Die "Wölfe" sollen froh sein, dass sie nicht gleich 5 Tore gekriegt haben. Verdient hätte sich Bayer das allemal. Für das anstehende CL- VF gegen Real verheißt das nix Gutes für die Niedersachsen. Es sieht ganz so aus, als hätte man den Hauptgrund für die letztjährigen Erfolge für 75 Mio verkauft. Wenn man jetzt die CL oder die EL verpasst, ist eine ebenfalls beträchtliche Summe futsch. Mal ganz davon abgesehen, dass VW finanziell auch kürzer treten wird. Und noch etwas: Ein Spitzenspiel zwischen zwei CL-Teilnehmern und Bewerbern, und die Hütte ist nicht ausverkauft? Nur 29.239 Besucher? Kaum etwas erzählt so viel über den Unterschied zwischen "Traditionsvereinen" und anderen wie der Zuspruch der Fans. Und komme mir da keiner mit der Einwohnerzahl, dem ungeliebten Freitagabend oder den zu wenigen Auswärtsfans. Es waren genug freie Plätze in den Bayer-Blocks zu sehen. Und bei den NRW-Nachbarn in Dortmund, Gelsenkirchen, Köln und Gladbach wäre ein solches Spiel auch freitags in einem wesentlich größeren Stadion ausverkauft. Im näheren und weiteren Umfeld von Leverkusen leben jede Menge Fußballverrückte, aber offenkundig gelingt es dem Werksverein nicht, noch ein paar mehr davon für sich zu gewinnen. Die heutige sehr ansehnliche Leistung spricht jedenfalls nicht dagegen. Die hübsche Bay-Arena auch nicht. Woran liegt es dann, wenn nicht am Grundimage?
mulli3105 02.04.2016
2. Der Bayern-Jäger
WOB ist mehr zu einem unsichtbaren Feldhäschen mutiert. Was diese Truppe da zusammenkickt ist nicht gerade ein Augenschmaus. Draxler wird sich immer noch in den Hintern beißen, dass er dort unterschrieben hat...
leave_in_silence 02.04.2016
3.
Zwei gute Jahre 2009 und 2015 und das war es. Angesichts des horrenden Geldeinsatzes von VW ist WOB die größte Versagertruppe des letzten Jahrzehnts. Draxler, Schürrle, Kruse...wo seid Ihr wenn es zählt?
Levator 02.04.2016
4. Didavi
wird ablösefrei vom VfB zu VW gehen. Wenn er sich da nicht mal getäuscht hat von wegen "international dabeisein".. Immerhin können sich dann die Herren Draxler und Didavi wenigstens gegenseitig trösten.
harigr 02.04.2016
5. Platz 4
kann ja wohl für "Vizekusen" nicht zufriedenstellend sein. Aber Völler wird auch das wieder schön reden und allen Anderen die Schuld geben, bevorzugt den Schirirs.
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