Fußball-Bundesliga Bayer nur remis - Werder hält dem Druck stand

10:1 Eckbälle, 24:12 Torschüsse - am Ende hat es für Leverkusen trotzdem nicht gereicht: Gegen Bremen kam Bayer nicht über ein Unentschieden hinaus. Beide Teams haderten mit dem Schiedsrichter.

Bayer drückt und drückt und kann doch nicht gewinnen
Rolf Vennenbernd DPA

Bayer drückt und drückt und kann doch nicht gewinnen


Trotz eines überlegen geführten Spiels hat es für Bayer Leverkusen im Abendspiel der Fußball-Bundesliga nur zu einem 2:2 (1:1) gegen Werder Bremen genügt. Das Team von Trainer Peter Bosz stagniert daher in der Tabelle und bleibt auf Rang acht hängen - mit allerdings nur drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München. Werder Bremen belegt Platz zwölf.

Die Partie war nicht einmal fünf Minuten alt, da führten die Gastgeber bereits 1:0 - ein Tor, bei dem Werder unfreiwillige Mithilfe leistete. Nach einer Ecke ging der Ball in Tormitte, wo der gerade nach Verletzung wieder genesene Ömer Toprak abwehren wollte. Stattdessen prallte ihm der Ball ans Schienbein und von dort ins eigene Tor.

Bayer dominierte auch ohne den erkrankt fehlenden Kai Havertz die Anfangsphase, kam zu mehreren guten Chancen, die die Bosz-Elf ungenutzt ließ. Werder fing sich nach 20 Minuten und versuchte nun selbst, offensiv zu werden. Das Spiel wurde ausgeglichener - und nach 40 Minuten drückte sich das auch im Spielstand aus. Der agile Milot Rashica versuchte es mit einem Distanzschuss aus 20 Metern und hatte Glück: Der Ball wurde vom eingewechselten Aleksandar Dragovic abgefälscht und senkte sich unhaltbar für Bayer-Torwart Hradecky zum 1:1 ins Tor.

Nach dem Wechsel waren es die Bremer, die diesmal ganz schnell wieder im Spiel waren. Und diesmal trafen sie auch ins richtige Tor. Davy Klaassen nahm eine schöne Vorarbeit von Leonardo Bittencourt und Josh Sargent auf und schlenzte den Ball von der Strafraumgrenze ins Eck. Dass die Leverkusener ihm dabei viel zu viel Platz ließen, machte ihm die Sache einfach.

Bayer zeigte sich aber nur kurz beeindruckt und schlug schon neun Minuten später zurück. Karim Bellarabi marschierte über die rechte Seite, schlug den Ball flach in den Strafraum, wo Stürmerkollege Lucas Alario die Vorlage zum 2:2 in die kurze Ecke verwandelte. Nur eine Minute später hatte Dragovic die Führung für 04 auf dem Kopf, er verzog jedoch, das hätte das 3:2 sein müssen.

Eine Viertelstunde vor Schluss jubelten die Leverkusener erneut. Der Treffer von Alario wurde allerdings wieder aberkennt, weil der Videoschiedsrichter zuvor ein Handspiel von Bayern-Angreifer Amiri gesehen haben wollte. Bayer drückte bis zum Schlusspfiff, Werder fand kaum noch Entlastungsmöglichkeiten - dennoch blieb das Remis bis zum Schluss bestehen - auch weil der Schiedsrichter ein Handspiel von Leverkusens Amiri in der Nachspielzeit im eigenen Strafraum nicht pfiff.

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 2:2 (1:1)
1:0 Toprak (4., Eigentor),
1:1 Rashica (40.),
1:2 Klaassen (48.),
2:2 Alario (58.)
Leverkusen: Hradecky - Lars Bender, Sven Bender (24. Dragovic), Tah - Demirbay (62. Paulinho), Baumgartlinger (89. Pohjanpalo) - Bellarabi, Weiser - Amiri - Alario, Volland.
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Toprak, Groß, Friedl - Sahin - Maximilian Eggestein, Klaassen - Bittencourt (90.+1 Bargfrede), Sargent (86. Johannes Eggestein), Rashica (80. Goller).
Schiedsrichter: Martin Petersen
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lars Bender, Alario (2) - Klaassen (2)

aha



insgesamt 7 Beiträge
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spon1899 26.10.2019
1.
Das Handspiel in letzter Minute wird nicht mal vom VAR überprüft. Fällt mir nix zu ein.
jocomo 26.10.2019
2. warum immer im Spiegel
Während der Tenor, der meisten Berichte anderer Medien das nicht gegebene Leverkusener Tor als richtige Entscheidung erachtet wird, ist das natürlich wieder einmal im Spiegel anders. So viel zum Spiegel-Bericht. Und wenn dann die zweite Szene, bei der in nahezu allen Medien unisono gesagt wird, dass es wohl ein Elfmeter war, noch nicht mal vom VAR beäugt wurde, dann ist das einfach nur noch skandalös, was in der Bundesliga abgeht. Es muss KLAR geregelt werden, wann der VAR eingesetzt wird und in solchen Situationen ist es zwingend, da spielentscheidend... Jedenfalls wie es aktuell abläuft, ist es willkürlich.. es ist bei so einer Situation vollkommen unerheblich, ob eine Mannschaft den Sieg verdient hat oder nicht...
malexe 26.10.2019
3. 92.Minute
Da war man in Köln schon beim Feierabendbier. Kann ja niemand ahnen, dass da ein Feldspieler sich in Torwartmanier dem Ball im eigenen Strafraum entgegen wirft. Fazit: Ohne VAR hätte Werder heute 3:2 verloren - siehe nicht gegebenes Tor für Bayer. Mit anwesenden VAR aber eben auch gewonnen.
liberohyde 27.10.2019
4. Var
wenn das kein Elfmeter für meine Bremer war, dann verstehe ich echt nix mehr von Fußball..
wilbury 27.10.2019
5. Werder wurde um die Siegchance gebracht
Die Aberkennung des 3:2 für Bayer, war weniger ein Handspiel, als das eindeutige Handspiel in der Nachspielzeit. Es hätte Strafstoß für Werder geben müssen. Nicht die erste grobe Fehlentscheidung gehen Werder in dieser Saison.
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