Leverkusens Sieg in Bremen Endlich wieder kaltblütig

Sie sind wieder da: Gegen Bremen zeigte Bayer die beste Leistung seit Wochen. Entscheidend dabei war die Coolness vor dem Tor. Bei Werder feierte Claudio Pizarro sein Startelf-Debüt. Alles Wichtige zu Leverkusens Erfolg.

Torschütze Mehmedi: Hatte Glück, dass sein Schuss abgefälscht wurde
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Torschütze Mehmedi: Hatte Glück, dass sein Schuss abgefälscht wurde

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Ausgangslage: Bayer Leverkusen hat ein Problem: Die Mannschaft vergibt Chancen. Sehr viele Chancen. Bayer schießt öfter aufs Tor als in der vergangenen Saison (2014/2015 waren es 12,06 Schüsse pro 90 Minuten, nun sind es 12,43). Bayer schießt sogar deutlich öfter aus Positionen, die besonders viel Erfolg versprechen. Allein: Bayer trifft das Tor nicht. Nur 5,5 Prozent aller Abschlüsse landen im Tor, das ist der schwächste Wert in der Bundesliga. Gegen Werder Bremen sollte das anders werden.

Ergebnis: Wurde es auch. 3:0 (1:0) gewann Bayer, Admir Mehmedi (31. Minute), Julian Brandt (58.) und Kevin Kampl (65.) erzielten die Tore. Die Werkself klettert durch den Erfolg auf Platz fünf, Werder bleibt nach der dritten Niederlage in Serie 13.

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Bundesliga: Werder rutscht ab
Die erste Hälfte: Bayer begann aggressiv, es schien, als habe Trainer Roger Schmidt seiner Mannschaft eine Rückkehr zu jenem Ultra-Pressing der vergangenen Saison verordnet, das zuletzt ein wenig verloren gegangen war. Die Folge: Bremens Passquote kletterte erst nach mehr als 20 Minuten über die 50-Prozent-Marke. Gerade als Werder sich zunehmend befreite und zu Chancen kam, gelang Bayer die Führung, wenn auch mit viel Glück. Mehmedi schoss bei seinem Treffer an das Schienbein von Bremens Assani Lukimya, von dort flog der Ball ins Tor.

Die zweite Hälfte: Plätscherte ein wenig vor sich hin, bis Brandt mit dem 2:0 für die Vorentscheidung sorgte. Was dann folgte, erinnerte ein bisschen an die vergangene Hinrunde: Leverkusen presste, schaltete um, kombinierte sich zu Chancen; Bremen drohte einzubrechen. Der eingewechselte Kampl erhöhte mit seinem ersten Bundesligator überhaupt auf 3:0, verpasste dann einen weiteren Treffer (73.), Stefan Kießling traf noch den Pfosten (75.).

Jubel der Bayer-Profis: Brandt (2.v.l.) sorgte für die Vorentscheidung
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Jubel der Bayer-Profis: Brandt (2.v.l.) sorgte für die Vorentscheidung

Kräfteverhältnis des Spiels: Warum das Spiel ausging, wie es ausging, lässt sich auch durch einen Blick auf die Ersatzbänke beider Mannschaften erahnen. Bei Leverkusen saßen dort unter anderem Hakan Calhanoglu, Javier Hernandez, Kevin Kampl oder Wendell. Bei Bremen war Alejandro Gálvez der Star auf der Bank. Daneben saßen Lukas Fröde, Marcel Hilßner, Luca Zander oder Janek Sternberg. Beide Kader trennen qualitativ Welten.

"Debütant" des Spiels: 1239 Tage ist es her, dass Claudio Pizarro letztmals im Werder-Trikot ein Bundesligaspiel begann. Gegen Bayer feierte der Immer-mal-wieder-Bremer sein insgesamt drittes Startelf-Debüt für Werder. Der 36-Jährige überzeugte in der ersten Hälfte als Ball-Festmacher und -Verteiler, obwohl er auf manch jüngeren Mitspieler fast einschüchternd zu wirken schien. Einmal vergab Levin Öztunali eine Konterchance, weil er überhastet auf Pizarro passen wollte (21.). Nach der Pause baute der Peruaner merklich ab.

Ujah, Pizarro: Startelf-Debüt des Peruaners
DPA

Ujah, Pizarro: Startelf-Debüt des Peruaners

Schimpftirade des Spiels: Die 58. Minute. Der Ball ruht direkt vor der Strafraumgrenze, das Weserstadion hält den Atem an. Freistoß für Bayer, die Position ist vielversprechend, Schütze Brandt macht sich bereit. Werder-Verteidiger Santiago García eilt aus der Mauer zurück auf die Torlinie, um den Schuss zu blocken. Tatsächlich schlägt der Ball exakt auf Garcías Höhe ein, so hoch jedoch, dass der Argentinier nicht eingreifen kann. Torwart Felix Wiedwald treibt das zur Weißglut, er schimpft, tobt, drischt die Kugel in den Himmel. Wiedwald hätte den Ball vielleicht erreicht, wenn García ihm nicht im Weg gestanden hätte.

Erkenntnis des Spiels: 17 Schüsse, sieben davon kamen aufs Tor, drei landeten darin. Leverkusen ist wieder kaltblütig.



insgesamt 5 Beiträge
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flaggschiff 26.09.2015
1. Glückwunsch
nach Leverkusen. Ist schon ne geile Truppe
1904.pro 26.09.2015
2. Und am Dienstag
ist Barca dran! :-)
coachalex74 27.09.2015
3. Es ist
schon ne Frechheit was die Bremer Macher jedes Jahr für einen Kader in die Saison schicken um dann zu merken, dass es qualitativ spielerisch nicht reicht und wenn dann noch kein Kampf dazukommt landet man eben im abstiegskampf und baut Mannschaften, die selbst kaum das Tor treffen auf , so dass deren Symphatisanten glauben, jetzt würde auch Barcelona zu schlagen sein. Augen auf es war nur der SVW
1904.pro 27.09.2015
4.
Zitat von coachalex74schon ne Frechheit was die Bremer Macher jedes Jahr für einen Kader in die Saison schicken um dann zu merken, dass es qualitativ spielerisch nicht reicht und wenn dann noch kein Kampf dazukommt landet man eben im abstiegskampf und baut Mannschaften, die selbst kaum das Tor treffen auf , so dass deren Symphatisanten glauben, jetzt würde auch Barcelona zu schlagen sein. Augen auf es war nur der SVW
Jaja, und die Bremer glauben seit der Pizza Verpflichtung wieder an Europa! Das schlimme ist, Pizza glaubt es auch. :-) Mal ehrlich, da gewinnt Bayer eher gegen Barca, als das Werder international spielt.
spitzaufknoof 28.09.2015
5. Nicht nur
der SVW sondern auch die anderen Nordklubs außer WOB werden wieder einmal in den untersten Regionen der Tabelle zu finden sein. Auch wenn Ingolstadt und Darmstadt in der Rückrunde erwartungsgemäß abschmieren werden. Allerdings wird kein Nordklubs absteigen. Ganz sicher nicht. Top die Wette gilt.
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