Bayern-Sieg gegen Hoffenheim Beigeschmack: Schal

Ja, der FC Bayern hat zum Rückrundenauftakt bei der TSG Hoffenheim gewonnen. Ja, die erste Hälfte der Münchner war stark. Aber es bleiben offene Fragen - und Kritik am Trainer.
Ein Schal (Bildmitte) und Niko Kovac

Ein Schal (Bildmitte) und Niko Kovac

Foto: Bongarts/Getty Images

Das Kleidungsstück des Spiels: Phasenweise war die erste Partie der Bundesliga-Rückrunde unterhaltsam. Allerdings waren diese Phasen relativ kurz. So blieb der Twittersphäre ausreichend Zeit, sich über andere Dinge auszutauschen. Ein sehr beliebtes Thema war der voluminöse Schal des Bayern-Trainers Niko Kovac. First World Problems.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das Ergebnis: Schal hin, Schal her - die Bayern haben bei der TSG Hoffenheim 3:1 (2:0) gewonnen. Hier geht es zur Meldung.

Fotostrecke

Bayern-Sieg bei Hoffenheim: Der doppelte Goretzka

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Der Mann der ersten Hälfte: war Leon Goretzka. Der Ex-Schalker nutzte seine Freiheiten als zentral offensiver Mittelfeldspieler in Kovacs 4-2-3-1 zu vier Abschlüssen und zwei Toren. Zunächst traf er aus spitzem Winkel, hatte dabei aber Glück, dass Kevin Vogt seinen Schuss unhaltbar abfälschte (34. Minute). Dann schloss er einen Konter nach Hoffenheim-Ecke mit einer sehenswerten Direktabnahme ab (45.+1). Für Goretzka, der vor der Pause fast 95 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler brachte, war es eine historische Leistung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die erste Hälfte: war so einseitig wie eine Best-Of-Bayern-DVD. Die Münchner hatten deutlich mehr Ballbesitz und kamen im Schnitt alle drei Minuten zum Abschluss. Robert Lewandowski (10.), Thomas Müller (19.) und Mats Hummels (28.) vergaben die besten Chancen, bevor Goretzka mit seinen zwei Treffern für die verdiente Pausenführung sorgte. Alles, was Sie zur Leistung der TSG in den ersten 45 Minuten wissen müssen: Torwart Oliver Baumann hatte die meisten Ballaktionen seines Teams (36).

Die zweite Hälfte: War das Gegenteil der ersten, bot nämlich unterhaltsamen und abwechslungsreichen Fußball. Julian Nagelsmann reagierte in seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer auf die schwache Vorstellung und stellte von 3-5-2 auf 4-3-3 um. Das zeigte Wirkung. Plötzlich nahm die TSG am Spiel teil und erarbeitete sich nach passablen Möglichkeiten durch Leonardo Bittencourt (48.) und Joelinton (53.) den sehenswerten Anschlusstreffer durch Nico Schulz (59.). Fünf Minuten vor Schluss hätte Adam Szalai fast für den Ausgleich gesorgt, aber Manuel Neuer reagierte stark (85.). Kurz darauf traf Lewandowski nach Vorarbeit von Müller zur Entscheidung (87.).

Er müllert und müllert und müllert - auch im Liegen

Er müllert und müllert und müllert - auch im Liegen

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Der ewige Müller: Vor Anpfiff zog Kovac den Unmut der eigenen Fans nicht mit modischen Fragen auf sich, sondern mit der Aufstellung. James Rodríguez, der nach Aussage des Trainers "um seine Zukunft" spielt, bekam dazu keine Chance. Stattdessen durfte Müller von Beginn an ran. Das allein hätte den Hashtag #KovacOut bei Twitter fast trenden lassen.

In der ersten Hälfte tat Müller wenig dafür, seine Nominierung zu rechtfertigen. Er war zwar viel in Bewegung und hatte auch ein paar Szenen, die das Prädikat "typisch gemüllert" verdienen. Aber das ist schon lange nicht mehr rein positiv besetzt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zumindest vor dem 3:1 glänzte Müller - das allerdings auch nur dank eines tollen Anspiels des eingewechselten James. Dessen Zukunft bleibt ebenso offen wie die Frage, warum Kovac erst so spät auf die Hoffenheimer Umstellungen reagierte. James kam in der 78. Minute - 19 Minuten nach dem Anschlusstreffer der TSG, die das Spiel fast gedreht hätte.

Der Blick nach vorne: Durch den Sieg haben die Bayern den Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund zumindest für eine Nacht auf drei Punkte verkürzt. Wenn der BVB den alten Abstand wieder herstellen will, muss das Team von Lucien Favre in Leipzig gewinnen (Samstag, 18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

TSG Hoffenheim - Bayern München 1:3 (0:2)
0:1 Goretzka (34.)
0:2 Goretzka (45.+1)
1:2 Schulz (59.)
1:3 Lewandowski (87.)
Hoffenheim: Baumann - Posch, Vogt (56. Grillitsch), Hübner - Demirbay (56. Geiger) - Kaderabek, Schulz - Kramaric - Bittencourt - Joelinton (78. Szalai) - Belfodil
Bayern: Neuer - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Martínez (90. Boateng), Thiago (78. James) - Goretzka - Müller, Lewandowski, Coman (73. Gnabry)
Zuschauer: 31.500
Schiedsrichter: Tobias Welz
Gelbe Karten: Vogt, Posch, Grillitsch / Kimmich, Martínez