Auswärtssieg bei Borussia Dortmund Kimmich lupft die Bayern Richtung Meisterschaft

Borussia Dortmund hat es verpasst, das Titelrennen in der Bundesliga spannend zu machen. Im Topspiel siegte der FC Bayern dank eines Traumtors von Joshua Kimmich und hat nun sieben Punkte Vorsprung.
BVB-Torhüter Roman Bürki scheitert bei der Abwehr des Kimmich-Lupfers

BVB-Torhüter Roman Bürki scheitert bei der Abwehr des Kimmich-Lupfers

Foto:

POOL/ REUTERS

Der FC Bayern München hat das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga bei Borussia Dortmund 1:0 (1:0) gewonnen. Zum Auftakt des 28. Spieltags verpasste es der BVB, den Rückstand auf den Titelverteidiger auf einen Punkt zu verkürzen. Stattdessen führen die Münchner die Tabelle nun mit sieben Zählern Vorsprung an, bei noch sechs ausstehenden Spielen eine Vorentscheidung. Das entscheidende Tor erzielte Joshua Kimmich (43. Minute).

Im Vergleich zu den Partien am vergangenen Wochenende änderte nur Bayern-Trainer Hansi Flick seine Startelf, für den ehemaligen Dortmunder Ivan Perisic begann Serge Gnabry. Beim BVB bedeutete dies, dass Topscorer Jadon Sancho zunächst auf der Bank saß, wie auch die vor der Corona-Pause gesetzten Mittelfeldspieler Emre Can und Axel Witsel.

Die Dortmunder waren mit zwei Zu-null-Siegen aus der Pause gekommen, das Selbstvertrauen war den Schwarz-Gelben in den ersten Minuten anzumerken. Der BVB hatte deutlich mehr Ballbesitz, kombinierte sich gut in Bayerns Hälfte und hatte durch Erling Haaland (1.) und Julian Brandt die ersten - wenn auch harmlosen - Schüsse auf das Münchner Tor.

Nach einer Viertelstunde änderte sich das Bild im leeren Westfalenstadion. Die Bayern erarbeiteten sich immer längere Ballbesitzphasen - auch bedingt durch die zunehmende Passivität des BVB. Wer den Rekordmeister erst kurz vor dem eigenen Strafraum empfängt, muss mit Torchancen rechnen. Die erste hatte Gnabry, Lukasz Piszczek klärte für den bereits geschlagenen Roman Bürki vor der Torlinie (19.). Wenig später zwang Kingsley Coman Bürki zu einer ersten Parade (24.). Doch insgesamt standen beide Defensivreihen sicher, in dieser Hinsicht hatte sich die Borussia in den vergangenen Monaten gut entwickelt.

Dass die Münchner trotzdem mit einer Führung in die Pause gingen, lag an einem pirloesken Tor von Kimmich. Die Bayern passten sich den Ball tief in der Dortmunder Hälfte ohne entscheidenden Raumgewinn zu, der Angriff schien eigentlich schon vorbei, doch dann lupfte Kimmich aus 17 Metern ansatzlos über den Schweizer Torhüter hinweg ins lange Eck. Bürki wird, auch wegen seiner missglückten Rettungstat, für diesen Treffer kritisiert werden. Doch in erster Linie war es eine geniale Idee von Kimmich.

Dortmund hätte einen Elfmeter bekommen müssen

BVB-Trainer Lucien Favre wechselte zu Beginn der zweiten Hälfte doppelt, Sancho und Can kamen für Brandt und Thomas Delaney ins Spiel. Viel besser wurde das Spiel der Dortmunder dadurch zunächst nicht, der Tabellenzweite schaffte es weiterhin nicht, Haaland in die Angriffe einzubinden. Auf der anderen Seite hatte Leon Goretzka die erste gute Chance, bei seinem Flachschuss war Bürki zur Stelle (54.).

Ein bisschen Glück benötigten die Bayern in der Verteidigung des Vorsprungs auch: Raphael Guerreiro legte auf Haaland ab, Jérôme Boateng rutschte aus und fälschte den Schuss des Norwegers im Liegen mit dem Oberarm zum Eckball ab (58.). Schiedsrichter Tobias Stieler entschied nicht auf Elfmeter, und sollte es eine Überprüfung des Video-Assistenten gegeben haben, so fand diese unbemerkt statt.

Haaland musste in der Schlussphase verletzt ausgewechselt werden, Thorgan Hazard wechselte stattdessen ins Sturmzentrum. Auch deshalb schafften es die Dortmunder zu selten, gefährlich ins Angriffsdrittel vorzustoßen. Die Bayern blieben defensiv diszipliniert, brachten den knappen Erfolg über die Zeit und hätten in der Schlussphase nach einem Rempler von Manuel Akanji gegen Robert Lewandwoski ebenfalls einen Elfmeter bekommen können.

krä
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.