Bundesliga Bayern schlägt Schalke, Hoffenheim enttäuscht in Berlin

Klug herausgespielt: Sicher verwertete Chancen und ein starker Franck Ribéry reichten dem FC Bayern zum Sieg bei Schalke 04. Hoffenheim dagegen verpasste in Berlin den Sprung an die Tabellenspitze. In Frankfurt sorgte Stuttgarts später Ausgleich für Aufregung.


Hamburg - Wenige Tormöglichkeiten reichten dem FC Bayern München zum 2:1 (2:1)-Sieg bei Schalke 04. Schon nach drei Minuten traf Luca Toni für die Gäste, den Ausgleich besorgte Jefferson Farfan (5.). Der Franzose Franck Ribéry entschied die Partie mit seinem Tor in der 31. Minute. 1899 Hoffenheim unterlag bei Hertha BSC 0:1 (0:0), das Tor des Tages gelang Andrej Woronin in der 70 Minute. Stuttgart erkämpfte ein 2:2 (0:1) in Frankfurt. Nikos Liberopoulus (18./66.) traf zweimal für die Eintracht, Martin Lanig (71.) und Mario Gomez (87.) erzielten die Tore für den VfB.

Die Partie des FC Bayern beim FC Schalke 04 begann vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena turbulent. Schon in der zweiten Minute tauchte Angreifer Toni frei vor dem Schalker Tor auf, das Schiedsrichtergespann entschied jedoch zu Unrecht auf Abseits. Eine Minute später durfte der Italiener dann doch noch jubeln. Eine scharfe Hereingabe von der rechten Seite durch Mittelfeldspieler Mark van Bommel verwertete Toni aus kurzer Distanz zum Führungstreffer für die Bayern. Manuel Neuer im Schalker Tor bleib bei dem Schuss in die rechte Torecke ohne Abwehrmöglichkeit.

Die Gastgeber zeigten sich jedoch keineswegs geschockt. Praktisch im direkten Gegenzug spielte Rafinha einen klugen Pass auf Jefferson Farfan, der den Ball aus spitzem Winkel zum Ausgleich durch die Beine des Münchner Schlussmanns Michael Rensing spitzelte. Auch in der Folge hielten die Schalker die Frequenz hoch, tauchten im Minutentakt vor dem Bayern-Tor auf. Entlastungsangriffe der Gäste blieben selten, bis zum ersten Münchener Eckball dauerte es 25 Minuten.

Mit der zweiten Chance erzielte das Team von Trainer Jürgen Klinsmann das dritte Tor der Partie. Nach Doppelpass mit Zé Roberto war es Mittelfeldregisseur Ribéry, der Neuer aus knapp fünf Metern überwinden konnte. In der zweiten Halbzeit drängten die Schalker zwar vehement auf den Ausgleichstreffer, kamen insgesamt auf 18 Eckbälle, die immer defensiver eingestellten Bayern verteidigten jedoch geschickt. Die Münchner belegen nach diesem Spieltag den dritten Tabellenplatz, Schalke liegt auf Rang sechs.

Hoffenheim bleibt in Berlin ungewohnt abschlussschwach

In Berlin hatten die Hoffenheimer zunächst Schwierigkeiten, ihr Offensivspiel aufzuziehen, stattdessen bestimmte Hertha die Partie. Die Gäste blieben jedoch durch schnelle Konter jederzeit gefährlich. In der 9. Minute war es nur dem Berliner Schlussmann Jaroslav Drobny zu verdanken, dass Torjäger Vedad Ibisevic sein 14. Saisontreffer verwehrt blieb.

In der Folge blieb 1899 vor 50.000 Zuschauern die torgefährlichere Mannschaft. Nach 25 Minuten setzte Stürmer Chinedu Obasi eine Hereingabe rechts neben das Tor. Hertha hatte zwar mehr Spielanteile, kam aber kaum zu Chancen. Zur Pause blieb es beim torlosen Unentschieden.

Der Führung der Herthaner ging ein Einwurf voraus. Das Durcheinander im Hoffenheimer Strafraum nutzte Maximillian Nicu zu einem Pass auf Woronin, der völlig freistehend keine Probleme hatte, den Ball an Daniel Haas im Tor der Gäste vorbeizuschieben. In der Schlussphase probierten es die Hoffenheimer dann noch einmal mit wütenden Angriffen, Zählbares sprang dabei jedoch nicht mehr heraus. Durch die Niederlage verpasst der Aufsteiger den Sprung an die Tabellenspitze, bleibt auf dem zweiten Platz, Hertha ist Fünfter.

Später Ausgleich sorgt für Aufregung in Frankfurt

Eine abwechslungsreiche Partie sahen die 42.000 Zuschauer in Frankfurt. Sowohl die Eintracht als auch der VfB Stuttgart begannen offensiv, in der 10. Minute jubelte Abwehrspieler Patrick Ochs über die vermeintliche Führung. Doch der Schiedsrichter hatte den Angriff vorher abgepfiffen, Jens Lehmann im Stuttgarter Tor schon nicht mehr mitgespielt.

Acht Minuten später leitete Ochs die Führung der Frankfurter ein. Seinen Pass verwertete Martin Fenin zu einem Direktschuss auf das Stuttgarter Tor. Lehmann konnte nur abklatschen, Liberopoulos staubte zum 1:0 ab. Die Gastgeber verwalteten in der Folge ihre Führung, ließen den VfB häufig in den eigenen Strafraum vordringen. Die größte Chance zum Ausgleich vereitelte Oka Nikolov im Frankfurter Tor in der 43. Minute. Nationalstürmer Gomez hatte aus der Drehung abgezogen, der Eintracht-Schussmann auf der Linie glänzend pariert.

Am zweiten Frankfurter Treffer waren die selben Akteure beteiligt wie beim Führungstor. Martin Fenin setzte sich am rechten Strafraumrand durch, passte gefühlvoll vor das Stuttgarter Tor, wo Liberopoulus nur noch einzunicken brauchte. Vorhergegangen war allerdings ein klares Foul des Griechen.

Lehmann attackiert Schiedsrichter Rafati

Kurz darauf dann der Anschlusstreffer für den VfB. Eine gefühlvolle Flanke von der rechten Seite durch Elson drückte Lanig aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie. Eine Schlussoffensive der Gäste brachte dann den Ausgleichstreffer durch Gomez. Den Treffer des Angreifers gab Schiedsrichter Babak Rafati zunächst nicht, er hatte ein Foul im Strafraum erkannt. Erst nach längerer Beratung mit seinem Assistenten erklärte der Unparteiische das Tor, sehr zum Unmut der Frankfurter, für regulär. Minutenlange Proteste der Heimmannschaft blieben vergebens. Stuttgart belegt in der Tabelle Platz elf, direkt vor der Eintracht.

Nach der Partie attackierte VfB-Torhüter Lehmann beim TV-Sender Premiere Schiedsrichter Rafati heftig: "Wir regen uns über ein Tor auf, die Frankfurter regen sich auf, das kann nicht sein", so Lehmann. "Es kann nicht so weitergehen. Es muss bessere geben", fügte er mit Blick auf den Unparteiischen an.

Neben den späten Ausgleichstreffer gab es noch mehr schlechte Nachrichten für Frankfurt: Die Eintracht muss mehrere Monate ohne Verteidiger Christoph Spycher auskommen. Beim Schweizer Nationalspieler wurde ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert. Das teilte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel mit. Spycher hatte bereits gegen Stuttgart gefehlt. Der 30-Jährige muss am kommenden Mittwoch operiert werden und wird den Frankfurtern frühestens im Frühjahr 2009 wieder zur Verfügung stehen. Spycher ist nach Kapitän Ioannis Amanatidis bereits der zweite Akteur, der der Eintracht wegen einer Knieverletzung langfristig fehlt.

jok

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