Bundesliga Bayern und HSV blamieren sich gegen Abstiegskandidaten

Peinliche Vorstellungen der Bundesliga-Spitzenclubs am 16. Spieltag: Der FC Bayern konnte im Heimspiel gegen Duisburg keinen Treffer erzielen - ebenso wie der Hamburger SV gegen Cottbus. Werder Bremen musste sich auswärts geschlagen geben.


Hamburg - Rekordmeister Bayern kam gegen Duisburg ebenso wenig über ein 0:0 hinaus wie die Hamburger gegen Energie Cottbus. Bayern-Jäger Bremen musste in Hannover sogar eine 3:4 (1:3)-Niederlage hinnehmen. Schalke rettete in den Schlussminuten bei Eintracht Frankfurt ein 2:2 (0:0). In den weiteren Partien bezwang der VfB Stuttgart den VfL Wolfsburg 3:1 (1:0), Bochum und Karlsruhe trennten sich 2:2 (1:1). Spitzenreiter Bayern verpasste durch die Nullnummer den vorzeitigen Gewinn der Herbstmeisterschaft. "Wir haben unser Spiel nicht so aufgezogen, wie wir es können. So fehlen uns zwei Punkte", ärgerte sich Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Trotz Überzahl in der Schlussphase nach einer Roten Karte für den Duisburger Offensivspieler Mohamadou Idrissou, der in der 80. Spielminute gegen Bayern-Schlussmann Oliver Kahn nachgetreten hatte, rannten die Münchner in der ausverkauften Allianz Arena vergeblich auf das Tor des Abstiegskandidaten. Dank der Bremer Niederlage vergrößerten die Bayern ihren Vorsprung auf den schärfsten Verfolger dennoch auf zwei Punkte.

Ähnlich erfolglos wie die Münchner agierte der HSV. Dennoch lobte Trainer Huub Stevens die Leistung seiner Spieler: "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, die Einstellung war hervorragend. Wir wussten, dass es gegen Cottbus sehr schwer wird. Wenn man dann klare Chnacen nicht nutzt, wird es sehr schwierig." Drei Tage nach dem Uefa-Cup-Sieg bei Dinamo Zagreb fehlte den Hamburgern die Frische und das Glück, um gegen Schlusslicht Cottbus den sechsten Heimsieg einzufahren. Immerhin sind die Gastgeber seit dem 5. Mai vor heimischer Kulisse ungeschlagen.

In Hannover ärgerte sich Bremens Trainer Thomas Schaaf nach dem Schlusspfiff. "Wir lassen es nach dem 1:0 zu, dass der Gegner zu Chancen kommt. Da müssen wir uns anders anstellen. In der Schlussphase werden wir dann für unsere offensive Ausrichtung bestraft", erklärte der Coach. Angreifer Markus Rosenberg hatte die Gäste in der zehnten Minute in Führung gebracht. Dann aber legte Hannover los: Binnen elf Minuten schossen die 96er eine 3:1-Führung raus. Nationalspieler Mike Hanke (12., 21.) und der Bremer Mittelfeldspieler Frank Baumann per Eigentor drehten die Partie.

Doch Bremen gab nicht auf. Noch vor der Pause sorgte Spielmacher Diego per Elfmeter für den Anschlusstreffer (41.). Nach der Pause war erneut Stürmer Rosenberg erfolgreich (54.), der aus kurzer Distanz den Ausgleich besorgte. Bremen drängte danach auf den Siegtreffer, doch der fiel auf der Gegenseite. Erneut war Hanke zur Stelle und sicherte mit seinem Tor (77.) Hannover drei Punkte.

Die hätte Schalke 04 auch gerne in Frankfurt mitgenommen, doch die Eintracht-Offensivkräfte Faton Toski (49.) und Ioannis Amanatidis (82.) machten mit ihren Treffern der Elf von Trainer Mirko Slomka einen Strich durch die Rechnung. Schalke-Verteidiger Heiko Westermann sorgte mit seinen beiden Treffern (77., 89.) dafür, dass es am Ende für die Schalker immerhin ein Punkt wurde. Es waren die ersten beiden Bundesliga-Treffer für Westermann. Die Rote Karte sah Schalkes Ersatzspieler Carlos Grossmüller, der in der turbulenten Schlussphase aufs Feld rannte und bei einem Tumult eine Tätlichkeit beging.

Wolfsburgs Keeper Lenz patzt in Stuttgart

Zum fünften Mal in Folge ohne Sieg blieb der VfL Wolfsburg. In Stuttgart musste das Team von Trainer Felix Magath Gegentreffer durch den rumänischen Stürmer Cyprian Marica (26.), den Brasilianer Cacau (48.) und Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (86.) hinnehmen. Wolfsburgs Angreifer Edin Dzeko gelang nur noch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (51.).

Magaths Torwartwechsel von Simon Jentzsch zu Andre Lenz zahlte sich nicht aus. Beim 0:1 machte Lenz keine gute Figur. Er griff nach einer Kopfballhereingabe von Stuttgarts Verteidiger Fernando Meira daneben, Marica hatte keine Mühe und köpfte den Ball ins Tor. Eine schlechte Nachricht gab es für den VfB nach dem Schlusspfiff dennoch: Cacau muss operiert werden und fällt acht Wochen aus. Der Stürmer riss sich bei einem Foul von Sergej Karimow in der 55. Minute alle drei Bänder in der Schulter.

Bei Duell der Aufsteiger in Bochum drehte Karlsruhe nach der Führung durch Bochums Stürmer Stanislav Sestak (18.) durch Tore von Spielmacher Tamas Hajnal (24.) und Stürmer Sebastian Freis (56.) die Partie. Doch in der 59. Minute war erneut Sestak zur Stelle und traf zum 2:2.

pav



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