Stuttgarts Niederlage gegen Schalke Die Null steht

26 Torschüsse, etliche Großchancen: Der VfB Stuttgart zeigte gegen Schalke phasenweise begeisternden Offensivfußball - und steht doch erneut mit leeren Händen da. Trost gab es vom Trainer des Gegners. Alles Wichtige zur VfB-Pleite.
VfB Stuttgart: Fünfte Niederlage im fünften Saisonspiel

VfB Stuttgart: Fünfte Niederlage im fünften Saisonspiel

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Ausgangslage: In Stuttgart ist man miserable Saisonstarts gewohnt. Was der VfB in diesem Jahr bislang gezeigt hat, besorgt aber wohl selbst die erfahrensten unter den Anhängern des Klubs. Vier Niederlagen aus den ersten vier Spielen - sogar in die Katastrophensaison 2014/2015 war man besser gestartet. Gegen Schalke musste also ein Erfolgserlebnis her.

Ergebnis: 0:1 (0:0) aus Sicht des VfB. Leroy Sané (53. Minute) erzielte das Tor des Spiels und verschärfte damit die Stuttgarter Krise. Der VfB ist nur deshalb nicht Letzter, weil Mönchengladbach momentan noch schlechter drauf ist.

Symbol des Spiels: 17 Minuten lang wurde gekämpft, gegrätscht und geköpft. Dann durften die Zuschauer erstmals das erleben, wofür sie eigentlich ins Stadion gekommen waren: schönen Fußball. Stuttgarts Filip Kostic und Alexandru Maxim kombinierten sich per doppeltem Doppelpass durch die Schalker Reihen, Kostic flankte zu Timo Baumgartl, der den Ball nur ins Tor zu nicken brauchte. Der Verteidiger tat aber das, was er am besten kann: Tore verhindern. Baumgartl verfehlte das Tor um etliche Meter und nahm damit den weiteren Spielverlauf vorweg.

Die erste Hälfte: Sorgte für ratlose Gesichter. Auf beiden Seiten. Die Schalker mussten sich über die Lücken in der eigenen Abwehr und die Mängel im Spielaufbau wundern. Die Stuttgarter darüber, was sie wohl verbrochen haben mochten, dass ihnen kein Tor vergönnt war. Christian Gentner, Baumgartl, Timo Werner, Daniel Ginczek - sie alle vergaben Gelegenheiten der Kategorie Hundertprozentige. Dass es torlos in die Pause ging, wirkte geradezu grotesk.

Die zweite Hälfte: Begann mit der dem nächsten Schock für den VfB - dem 0:1 durch Sané. Die Schwaben schüttelten sich kurz und machten dann weiter wie zuvor, ließen einen schnell vorgetragenen Angriff nach dem anderen folgen. Werner (70.) und Florian Klein (71.) scheiterten innerhalb weniger Sekunden am überragenden Ralf Fährmann, der später gegen VfB-Stürmer Ginczek mit dem Gesicht den Ausgleich verhinderte (75.). In der Schlussphase schoss Martin Harnik aus fünf Metern über das Tor (83.). Am Ende betrug das Schussverhältnis 26:10 für die Stuttgarter. Die Niederlage musste sich aus ihrer Sicht anfühlen wie ein böser Witz mit einer bitteren Pointe.

Bild des Spiels: VfB-Trainer Alexander Zorniger, wie er sich nach dem 0:1 mit der Hand über das Gesicht fährt. Stuttgarts Mannschaft wirkt aufs Neue hilflos. Zorniger ist derzeit wirklich nicht zu beneiden.

Phantom des Spiels: Für sechs Millionen Euro wechselte Franco di Santo im Sommer von Bremen zum FC Schalke und galt damit als Schnäppchen. Bislang hat sich der Transfer des Argentiniers für die "Knappen" nicht bezahlt gemacht. In der Liga gelang di Santo noch kein Treffer, auch in Stuttgart ging der Angreifer leer aus. In den 346 Bundesligaminuten, in denen er für Schalke bislang aufgelaufen ist, gab di Santo keinen einzigen Schuss ab.

Satz des Spiels: Stammte von Zorniger und lautete: "Das würde ich auch gerne mal sagen!" Zorniger reagierte damit auf die Aussage von Schalke-Trainer André Breitenreiter, der zuvor bei Sky von einem völlig unverdienten Erfolg seiner Mannschaft gesprochen hatte.

Erkenntnis des Spiels: "So spielt ein Absteiger" heißt es häufig nach Spielen wie diesem, in denen eine kriselnde Mannschaft beste Chancen auslässt und schließlich verliert. Tatsächlich war der VfB außergewöhnlich schwach im Abschluss. Das 0:1 gegen Schalke hat aber auch etwas Positives. Viel seltener als in den vergangenen Wochen ließ sich Stuttgart auskontern, eigentlich geschah das nur vor dem Gegentor. Die Mannschaft lernt dazu. Und darauf lässt sich aufbauen.

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