Bundesliga Bielefeld so schlecht wie Tasmania Berlin

Mit der 0:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg hat Arminia Bielefeld einen bisher gemeinsam von Tasmania Berlin und dem 1. FC Nürnberg gehaltenen Rekord egalisiert: zehn Punktspielniederlagen in Folge.


Wolfsburg - Arminia Bielefeld hat auf dem Weg in die zweite Liga den Bundesliga-Negativrekord eingestellt. Die Ostwestfalen kassierten am Sonntag mit dem 0:2 (0:1) beim VfL Wolfsburg die zehnte Niederlage in Folge und zogen mit Tasmania Berlin (1965/66) und dem 1. FC Nürnberg (1983/84) gleich. Vor 15.530 Zuschauern erzielten der Rumäne Dorinel Munteanu (35.) und Andrzej Juskowiak (68.) die Tore zum verdienten Sieg der Gastgeber, die mit 31 Punkten auf Rang sieben vorrückten und wieder vom internationalen Geschäft träumen können.

In einer interessanten Begegnung vergaben beide Teams jeweils einen Elfmeter. Die in der Rückrunde noch ungeschlagenen Gastgeber präsentierten sich gegen den Tabellenletzten voller Selbstbewusstsein und dominierten die Partie über weite Strecken, die erste dicke Chance hatten allerdings die Gäste. Doch Bruno Labbadia scheiterte in der 8. Minute mit einem Foulelfmeter an Claus Reitmaier. "Eigentlich war Thomas Stratos als Schütze vorgesehen", haderte Trainer Hermann Gerland, "aber wenn er nicht hingeht, kann ich von draußen auch nichts machen."

Neu-Nationalspieler Zoltan Sebescen hatte Jörg Bode im Strafraum zu Fall gebracht. Drei Tage vor seinem möglichen Debüt im DFB-Dress zeigte sich der gebürtige Ungar ansonsten aber auf der Höhe und kurbelte gemeinsam mit Munteanu unermüdlich das VfL-Spiel an. "Wir haben den Kampf angenommen und verdient gewonnen", meinte der Mittelfeldspieler, der von Nervosität nichts wissen wollte.

Die Hausherren, bei denen Manager Peter Pander seinen Vertrag vor der Partie vorzeitig um vier Jahre bis zum 30. Juni 2005 verlängerte, ließen sich auch das frühzeitige Ausscheiden von Abwehrspieler Claus Thomsen nicht aus dem Rhythmus bringen. Der dänische Nationalspieler zog sich schon nach neun Minuten eine tiefe Fleischwunde in der linken Wade zu und musste seinen Platz für Frank Greiner räumen. Der scheiterte zwar vier Minuten nach der Pause mit einem Foulelfmeter an Zdenko Miletic, gehörte aber ansonsten zu den Besten seines Teams. Der Bielefelder Torhüter hatte zuvor den frei auf ihn zulaufenden Juskowiak gefoult. "Ich wollte unbedingt ein Tor machen und habe mir einfach den Ball geschnappt", schilderte Greiner die Situation und versprach nach seinem Fehlschuss: "Ich werde nie wieder zum Elfmeterpunkt hingehen."

Zu diesem Zeitpunkt lag der VfL durch einen unhaltbaren Schuss von Munteanu aus 14 m ins lange Eck verdient mit 1:0 in Führung. Die Gastgeber verfügten über die bessere Spielanlage und gerieten gegen die im Mittelfeld ideenlosen Bielefelder nur bei Standardsituationen in Gefahr. Im Angriff tauchte Labbadia nach dem verschossenen Elfmeter zunehmend ab und wurde von Marino Biliskov abgemeldet. Eine polnische Co-Produktion brachte dann die endgültige Entscheidung. Nach Vorarbeit von Krzysztof Nowak erzielte Juskowiak per Kopf seinen sechsten Saisontreffer.



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