Dortmunds Erfolg in Mainz Neuer Peter, neues Glück

Debüt gelungen: Peter Stöger hat mit dem BVB in Mainz gewonnen. Sein Team beendet damit eine lange Negativserie. Völlig zufrieden können die Dortmunder aber nicht sein.

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Erkenntnis des Spiels: Zuletzt gewann man als Zuschauer den Eindruck, der Name "Peter" stünde für Erfolglosigkeit. Falsch gedacht! Peter Stöger hat sein Debüt beim BVB nach zuvor 14 sieglosen Ligaspielen mit dem 1. FC Köln gemeistert. Dortmund offenbarte zwar altbekannte Schwächen, sicherte sich am Ende aber drei wichtige Punkte. Und Mainz? Spielte phasenweise gut, könnte bei einem Sieg von Werder Bremen am Mittwoch aber auf Platz 16 rutschen.

Peter ersetzt Peter: Neuneinhalb Jahre war es her, dass sich die Führung des BVB gezwungen sah, sich aus sportlichen Gründen von einem Trainer zu trennen. 2008 traf es Thomas Doll, nachdem er mit der Borussia zwischenzeitlich in Abstiegsnot geraten war. Nun musste Peter Bosz gehen. Sein Namensvetter übernahm den Posten - eine Woche, nachdem er als Tabellenletzter beim 1. FC Köln freigestellt worden war.

Die Aufstellungen: Neuer Coach, neues Glück? Häufig wirbeln Trainer nach Amtsantritt Personal und Spielsystem durcheinander. Große Überraschungen blieben aber aus. Angesichts der Verletzungsmisere hatte der Österreicher auch nur begrenzten Spielraum.

Ergebnis: Borussia Dortmund ist ein Befreiungsschlag gelungen! Gegen Mainz 05 gewann der BVB 2:0 (0:0). War das die Wende? Zumindest war es das Ende einer Horror-Serie.

Erste Hälfte: Begann aus Sicht des BVB mit einem Schock: Nach sechs Minuten traf Suat Serdar aus 18 Metern die Latte, Torhüter Roman Bürki war schon geschlagen. Weitere sechs Minuten später kam der Deutsch-Türke erneut frei zum Schuss - wieder ohne Erfolg. Auch nach Standardsituationen waren die Gastgeber gefährlicher. Abdou Diallo verfehlte nach einem Freistoß per Kopf das Tor. Der BVB wackelte wie in den Wochen zuvor unter Bosz und kam erst kurz vor der Halbzeit zur ersten Chance: Pierre-Emerick Aubameyang vergab freistehend nach einem Pass von Julian Weigl.

Szene der ersten Hälfte: Wenige Strafraumszenen, unsaubere Kombinationen - vor der Pause wurde den 33.500 Zuschauern aus spielerischer Sicht nur wenig geboten. Symptomatisch, dass ein Trainer an der Seitenlinie für den technischen Höhepunkt sorgen musste. Sandro Schwarz spielte einen Flugball, der ins Aus segelte, ohne hinzuschauen mit der Hacke direkt zu einem seiner Spieler. Hier wäre Szenenapplaus angebracht gewesen.

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Zweite Hälfte: Dortmund war, wie schon am Samstag gegen Bremen, nach Wiederbeginn das bessere Team. In der 55. Minute gingen die Gäste in Führung: Ömer Toprak traf zunächst den Pfosten, Sokratis verwertete den Nachschuss - die Erlösung war den Spielern anzumerken. Doch wer jetzt dachte, die Borussia würde befreit aufspielen, sah sich getäuscht. Mainz sollte gefährlich bleiben. Für einen weiteren Treffer reichte es aber nur auf der anderen Seite: Shinji Kagawa sorgte mit seinem Treffer in der 89. Minute für die Entscheidung.

Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa jubeln über das 2:0
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Pierre-Emerick Aubameyang und Shinji Kagawa jubeln über das 2:0

Szene(n) der zweiten Hälfte: Kagawa dürfte erleichtert gewesen sein - in der Schlussphase gegen Werder Bremen am Samstag verpasste er beim Stand von 1:2 ein sicheres Tor, indem er Aubameyang auf der Linie anschoss. Auch gegen Mainz vergab der japanische Nationalspieler eine Riesenchance. In der 89. Minute machte er es aber besser: Kagawa wurde von Aubameyang schön in Szene gesetzt und musste wieder mal nur noch einschieben - diesmal mit Erfolg.

Gutes Omen: Peter Stöger hatte allen Grund, beruhigt in seine erste Partie als BVB-Trainer zu gehen. Der 51-Jährige hatte bei seinen vorherigen Stationen (u.a. SC Wiener Neustadt, FK Austria Wien, 1. FC Köln) noch nie bei seinem Debüt verloren. Dreimal feierte er einen Auftaktsieg, weitere dreimal reichte es immerhin zu einem Remis. Diese Serie hat er jetzt ausgebaut.

Mainz 05 - Borussia Dortmund 0:2 (0:0)
0:1 Sokratis (55.)
0:2 Kagawa (89.)
Mainz: Zentner - Balogun, Gbamin (46. Alexander Hack), Diallo - Donati (64. Maxim), Frei, Brosinski - Serdar, Latza - Quaison (76. Holtmann), Berggreen
Dortmund: Bürki - Toljan, Sokratis, Toprak, Schmelzer - Weigl - Kagawa, Guerreiro (90. Sahin) - Jarmolenko, Aubameyang, Pulisic (70. Dahoud)
Schiedsrichter: Benjamin Brand
Zuschauer: 33.500
Gelbe Karten: -



insgesamt 27 Beiträge
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briancornway 13.12.2017
1. Besser als verlieren
Da gab es zwar noch viele unglückliche oder verunsicherte Szenen, aber es wird für die Spieler eine erfrischende Erfahrung sein, ein Spiel auch ohne durchweg überzeugende Leistung gewonnen zu haben. Das nächste Spiel gegen Hoffenheim hat keinen klaren Favoriten, aber die meiste Arbeit kann sowieso erst in der Winterpause geleistet werden.
malina-f 13.12.2017
2. Na geht doch !
Na also, endlich mal wieder 3 Punkte.Aber sind die Probleme gelöst ? Nein, das sind sie nicht.Die Abwehr steht nach wie vor schlecht,die Mannschaft scheint völlig verunsichert, und Auba scheint keine Lust mehr auf Schwarz - Gelb zu haben, so lustlos habe ich Ihn noch nie gesehen.Was soll der Borsigplatz vom neuen Trainer halten ? Netter Kerl, aber auch ein guter Coach ? Die Probleme werden also weiter Transportiert, und ganz Dortmund wartet auf die Winterpause.Ob nach Würstchen mit Kartoffel - Salat die Rückrunde runder läuft?Es brauch wohl noch einen guten Abwehrspieler, doch woher nehmen wen nicht stehlen, und die Offensive könnte gut einen Motivierten Spieler gebrauchen, welcher nicht nur im Ferrrari zum Training fährt,und am Wochende mit seinem Privat - Jet nach Mailand zum Shoppen fliegt.Aber halt, das könnte ja die Lösung sein,Auba geht zum AC Milan, Geld kommt in die Kasse ! In diesem Sinne : )
gibmichdiekirsche 13.12.2017
3. Mission accomplished
"Doch wer jetzt dachte, die Borussia würde befreit aufspielen, sah sich getäuscht. Mainz sollte gefährlich bleiben." Nun, niemand sah sich getäuscht, weil wohl niemand, der dem BVB zugetan ist, erwartet hat, dass die Borussen befreit aufspielend den Gegner aus dessen eigenem Stadion schießen. Mainz ist ein gutes Team, spielte auch heute vor eigenem Publikum sehr ansehnlich, hatte einiges zu verlieren (und letztendlich verloren), und der BVB spielte in seiner speziellen Situation auch nach einer Führung kein Harakiri auf Gegners Platz sondern aus einer merklich stabilisierten Abwehr heraus seinen Ball und erarbeitete sich in der 2. Halbzeit ein deutliches Chancenplus und nutzte dieses auch. Ich wüsste gern, wer warum mehr erwartet haben sollte. Mission accomplished, und am Samstag geht's weiter. Übrigens wünsche ich Mainz als einem dem BVB befreundeten Verein, dass er sich bald aus der Abstiegszone verabschieden wird. Bei dem anderen befreundeten Verein auf Platz 18 wird das wohl etwas schwerer, aber ein erster 3er-Schritt heute in München wäre durchaus willkommen, lieber Effzeh.
Orthoklas 13.12.2017
4. Griff nach den Sternen
Drei Dinge sind den Dortmundern nach diesem Sieg absolut klar: 1. Peter Bosz war an allem schuld. 2. Der Ösi-Peter ist der Messias. 3. Dem Double steht nichts mehr im Weg.
starboy 13.12.2017
5. Gruselig
Man kann nach wenigen Tagen kein Wunder erwarten, aber mit Fussball hatte das auf beiden Seiten nicht viel zu tun. Ob da jetzt Stöger oder Bosz oder die Putzfrau auf der Bank sitzt spielt keine große Rolle. Für Mainz sehe ich schwarz, die werden bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg spielen, nur wissen die es scheinbar nicht. Das Spiel war teilweise kaum noch anzuschauen. Das Motto nach spielende auf BVB Seite,"Hauptsache gewonnen".
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