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23. September 2015, 21:56 Uhr

Bundesliga

Dortmund lässt Punkte liegen, Gladbach holt ersten Sieg

Borussia Dortmund hat bei 1899 Hoffenheim den sechsten Saisonsieg verpasst. Mönchengladbachs neuer Trainer André Schubert feierte mit einem 4:2 gegen Augsburg einen Traum-Einstand. Hannover 96 verlor gegen Stuttgart.

Borussia Dortmund bleibt in der Fußballbundesliga der lästigste Konkurrent für den Meister aus München. Einen Tag nach dem 5:1 (0:1)-Sieg des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg holte der BVB am sechsten Spieltag jedoch nur ein 1:1 (0:1) bei 1899 Hoffenheim. Das Tor für die Gäste erzielte Pierre-Emerick Aubameyang (55. Minute). Sebastian Rudy (42.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht. Mit nun 16 Punkten ist die Borussia nur noch Tabellenzweiter.

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel verzichtete in Sinsheim auf Ilkay Gündogan und Henrich Mchitarjan in der Startaufstellung. Für das Duo begannen Gonzalo Castro und Jonas Hofmann. Marco Reus kehrte nach seiner Zehenverletzung zurück in die erste Elf.

Dortmund dominierte die erste Hälfte mit viel Ballbesitz. Die Anspiele in die Spitze blieben jedoch zu ungenau. Echte Gefahr entstand so für verunsicherte Gastgeber (nur ein Punkt aus fünf Spielen) kaum. Aubameyang vergab die beste Gelegenheit des BVB, als er bei seinem Schuss in der 23. Minute in Rücklage geriet und verzog.

Tuchel wechselt, der BVB dreht auf

Hoffenheim hatte im Gegenzug durch Eduardo Vargas die große Chance auf das 1:0. Nachdem BVB-Torwart Roman Bürki einen Schuss von Kevin Volland nicht festhalten konnte, vergab Vargas überhastet (24.). Bürki musste anschließend nochmals gegen Volland parieren (36.). Die Gastgeber fanden besser ins Spiel. Rudys Tor war die Folge. Der Nationalspieler zog nach Pass von Vargas locker an Dortmunds Linksverteidiger Marcel Schmelzer vorbei und vollstreckte ins lange Eck (42.).

Tuchel brachte zur zweiten Hälfte Mchitarjan für Hofmann, doch Hoffenheim blieb zunächst besser. Varags sprintete in eine verunglückte Rückgabe von Matthias Ginter, lupfte den Ball über Bürki - traf aber nur den Innenpfosten (51.). Den Ausgleich durch Aubameyang bereitete Castro nach einer Flanke von Mats Hummels per Brust vor. Aubameyang drückte den Ball über die Linie (55.). Damit hat er in den ersten sechs Ligaspielen stets getroffen, neuer Bundesliga-Rekord.

Markus Gisdol, Hoffenheims Trainer, erlebte das Tor von der Tribüne aus. Er war wegen Reklamierens des Feldes verwiesen worden. Von den Zuschauerrängen aus wurde Gisdol Zeuge, wie sein Team mehr und mehr die Kontrolle verlor. Dortmund drehte auf. Aubameyang und der eingewechselte Gündogan probierten es mit Fernschüssen (61.). Auch Shinji Kagawa (67.), Castro (71.), Mchitarjan (79.) und Adrian Ramos (85.) hätten den BVB in Führung schießen können. Wegen der schwachen Chancenverwertung klappte es nicht mit dem zwölften Sieg im zwölften Pflichtspiel der Saison.

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg 4:2 (4:0)

Null Punkte in fünf Spielen, Tabellenletzter, Trainer-Rücktritt: Für Borussia Mönchengladbach hat die Saison denkbar schlecht begonnen. Im ersten Spiel ohne Lucien Favre gelang der Borussia gegen den FC Augsburg der Befreiungsschlag. Gladbach siegte 4:2 (4:0) und ist nun Tabellen-16. Augsburg steht mit vier Punkten aus sechs Spielen auf Platz 15.

Gladbachs Interimstrainer André Schubert hatte die Mannschaft umgestellt, brachte Álvaro Domínguez und Julian Korb in der Defensive, auf den Außen sollten Patrick Herrmann und Fabian Johnson neue Impulse bringen, und neben Raffael im Sturm begann Lars Stindl. In der fünften Minute dribbelte sich Stindl durch die Augsburger Abwehr und passte zu Raffael. Der wurde zwar gestoppt, sein Ball landete aber bei Johnson, der zum 1:0 traf.

Die Gladbacher spielten entschlossen nach vorn, Augsburg kam kaum an den Ball. Nach einem Raffael-Freistoß erzielte Granit Xhaka in der 17. Minute das 2:0 für die Gastgeber. Augsburg war überrumpelt, reagierte nur noch. Gladbach nutzte das aus. Wieder nach einem Raffael-Zuspiel schoss Stindl und traf ins lange Eck (19.). Mahmoud Dahoud legte gleich noch einmal nach (21.), wieder nach Vorlage von Raffael. Die Borussia hatte in 4:06 Minuten drei Treffer erzielt und den FCA zerlegt.

In der zweiten Hälfte reagierte Augsburg, machte zwischenzeitlich das Spiel. Verkürzen konnte der FCA jedoch erst durch zwei Elfmeter: Paul Verhaegh führte beide Strafstöße erfolgreich aus (52.,75.). Trotz einer engagierten Schlussphase der Gäste blieb es beim 4:2.

Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:3 (1:2)

In Teil zwei der Kellerduelle empfing Hannover 96 Stuttgart. Der VfB, wie Gladbach noch ohne Punkte, hatte zuletzt gegen Schalke zahlreiche Chancen liegengelassen. Gegen Hannover trafen die Stuttgarter dann wieder. Nach einem Rückstand drehte Stuttgart die Partie innerhalb von zwei Minuten. Hannover verlor 1:3 (1:2) und ist auf dem letzten Tabellenplatz angekommen.

96 begann engagiert, ließ Stuttgart nicht viel Platz. Erst erzielte Leon Andreasen in der 13. Minute ein Abseitstor, dann machte Kenan Karaman das 1:0 (14.) nach einem Pass von Hiroshi Kiyotake. Vom VfB kam die direkte Antwort: Christian Gentner glich mit einem Schuss neben den rechten Pfosten aus (16.). Weitere zwei Minuten später führte Stuttgart sogar: Erst scheiterte Daniel Ginczek an 96-Torwart Ron-Robert Zieler, doch Timo Werner schob den Abpraller zum 2:1 ins Tor.

Salif Sané verpasste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ausgleich (45.+2) für Hannover, auf der anderen Seite scheiterte Filip Kostic an Zieler (45.+2). In der zweiten Hälfte hatte Stuttgart die Partie gut unter Kontrolle, vergab wieder mehrere Chancen wie durch Daniel Didavi (54.) und Ginczek (63.). In der Nachspielzeit traf Alexandru Maxim schließlich zum 3:1-Endstand für den VfB.

Sportlich läuft es nicht rund, aber in der Personalfrage macht Hannover 96 Fortschritte. Präsident Martin Kind bestätigte nach der Partie, dass eine Einigung mit Martin Bader kurz bevorstehe: "Wir werden morgen die Gespräche intensiv fortsetzen. Ich denke, dass wir uns verständigen. Das bedeutet, dass dann Martin Bader neuer Geschäftsführer Sport bei Hannover 96 wird."

Bayer Leverkusen - Mainz 05 1:0 (0:0)

Drei Pleiten in Folge: Leverkusen läuft den eigenen Erwartungen deutlich hinterher. Gegen ordentlich gestartete Mainzer mit Trainer Martin Schmidt musste für Bayers Coach Roger Schmidt ein Sieg her. Sein Team war aktiver, Hakan Calhanoglu (8.), Wendell und Kevin Kampl (16.) hatten Möglichkeiten. Keine jedoch war geeignet, für echte Gefahr zu sorgen. Mainz brachte nichts nach vorne, blieb auch in der zweiten Hälfte auf die Defensive konzentriert. Leverkusens 1:0 durch Javier Hernández fiel unter Mithilfe von Calhanoglu. Der Türke fälschte den Schuss des Kollegen unhaltbar für Loris Karius im Mainzer Tor ab (69.). Roger Schmidt hat eine größere Krise verhindert.

Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 2:0 (0:0)

Nach dem "total unverdienten" (Schalke-Trainer André Breitenreiter) Sieg beim VfB Stuttgart am vergangenen Sonntag stellte der Coach auf vier Positionen um. Neu im Team waren unter anderem Eric-Maxim Choupo-Moting und Marco Höger. Parieren musste Frankfurts Torwart Lukas Hradecky aber zunächst einen Freistoß von Johannes Geis (10.), der Schalker Zugang hat bisher alle Bundesliga-Partien absolviert. Leon Goretzka scheiterte ebenfalls an Hradecky (26.). Insgesamt war Schalke die bessere Mannschaft in der ersten Hälfte, ohne jedoch vollends überzeugen zu können.

Die Eintracht zeigte sich vor allem nach dem Seitenwechsel in der Offensive, kam durch Makoto Hasebe dem gegnerischen Tor nahe. Der Japaner verfehlte nach einer Ecke um rund einen Meter (62.). Die Gäste wirkten nun agiler, kassierten aber genau in dieser Phase das 0:1. Joel Matip köpfte nach einer Ecke zur Führung für Schalke ein. Der eingewechselte Leroy Sané sorgte mit einem feinen Solo in der Nachspielzeit für den Schlusspunkt. Schalke holte den zweiten glücklichen Sieg in Folge.

chp/mrr

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