Fußball-Bundesliga BVB mit Kantersieg gegen Wolfsburg, Hertha zaubert im Abstiegskampf

Den Torreigen gegen den VfL Wolfsburg eröffnete für Dortmund ein 17 Jahre alter Debütant. Freiburg schielt weiter in Richtung Champions League. Und Hertha BSC rückt durch ein Hackentor von den Abstiegsrängen.
17 Jahre alt, doppelter Debütant: Tom Rothe traf in seinem ersten Bundesligaspiel

17 Jahre alt, doppelter Debütant: Tom Rothe traf in seinem ersten Bundesligaspiel

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INA FASSBENDER / AFP

Am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist Borussia Dortmund ein Kantersieg gelungen. Gegen den VfL Wolfsburg gewannen die Dortmunder 6:1 (5:0). Auch der SC Freiburg gewann deutlich, 3:0 (2:0) hieß es am Ende gegen den VfL Bochum. Hertha BSC gelang ein wichtiger 1:0-Sieg (0:0) im Abstiegskampf beim FC Augsburg. Mainz 05 und der VfB Stuttgart trennten sich hingegen torlos.

Am Anfang des Dortmunder Kantersiegs gegen Wolfsburg stand eine riesige Chance für die Gäste: Dortmunds Torhüter Gregor Kobel rettete gegen einen Schuss von Lukas Nmecha aus kürzester Distanz. Der Nachschuss von Yannick Gerhardt ging deutlich über das Tor (4.). Und die Dortmunder Defensivspieler blieben im Blickpunkt, wenn auch auf der anderen Seite: Tom Rothe brachte den BVB in der 24. Minute per Kopfball nach einer Ecke in Führung, ein 17-Jähriger, der sein Bundesligadebüt feierte und mit seinen 1,92 Metern ungewöhnlich groß für einen Außenverteidiger ist, jedoch prädestiniert für Standardsituationen.

In der Folge gelang den Dortmundern nahezu alles: Wolfsburg verlor die Bälle, Dortmund schaltete um und traf und traf und traf: durch Axel Witsel (26.), durch Manuel Akanji (29.), durch Emre Can (35.) und durch Erling Haaland (38.). Wolfsburgs defensives Gesamtkonstrukt um Kapitän und Torhüter Koen Casteels zeigte eine erschreckende Leistung. Im zweiten Durchgang ließ es Dortmund ruhiger angehen, was auch an stabilisierten Wolfsburgern lag. Das halbe Dutzend machte Haaland mit einem wuchtigen Schuss unter die Latte dennoch voll (54.). Ridle Baku gelang noch der Wolfsburger Ehrentreffer (81.).

Für die Dortmunder ist die Qualifikation für die Champions League eine Pflicht, für den SC Freiburg wäre sie eine Sensation. Das gelang noch nie in der Klubgeschichte. Gegen den VfL Bochum zeigten die Freiburger einmal mehr, warum sie um den Einzug in die Königsklasse spielen. Wiederholt spielten sie sich in der Anfangsphase gefährlich vor das Bochumer Tor, gleich zweimal war der Ball drin: Lukas Kübler (5.) und Roland Sallai (16.) trafen. Im zweiten Durchgang köpfte Sallai zum Doppelpack (53.), dass es keinen höheren Sieg gab, lag an der mangelnden Chancenverwertung der Freiburger.

Einen unschönen Höhepunkt setzte Bochums Konstantinos Stafylidis, der nach einem groben Foulspiel gegen den herausragenden Sallai ebenso Rot sah wie sein Trainer Thomas Reis, der sich nach der Szene offenbar zu sehr bei Schiedsrichter Sascha Stegemann beschwerte (68.).

Nach sieben Niederlagen aus acht Spielen war für die Hertha die Partie beim FC Augsburg eine wichtige. Unter der Woche hatte Trainer Felix Magath bemängelt, dass es keine Führungsspieler in dem Kader der Berliner gebe, einzig Kevin-Prince Boateng sei ein Leader, wie Magath sagte. Und tatsächlich war der erstmals seit dem siebten Spieltag in die Startelf berufene Boateng einer der besten Spieler der Hertha, immer wieder gewann der 35-Jährige Bälle, zog Fouls am Augsburger Strafraum und leitete Angriffsaktionen ein.

Auch bei dem Führungs- und im Endeffekt auch Siegtreffer hatte Boateng seine Füße im Spiel, im Berliner Pressing bei einem Augsburger Einwurf am eigenen Strafraum nämlich. Nach dem Ballgewinn ging es über wenige Stationen in den Strafraum, wo Suat Serdar ein wunderschönes, für den Abstiegskampf und die bisherige Berliner Saisonleistung fast absurdes Tor gelang: Serdar schob den Ball mit der Hacke jeweils durch die Beine von Verteidiger Robert Gumny und Keeper Rafal Gikiewicz (49.). Durch den Sieg springt die Hertha auf Rang 15, erstmals seit dem 23. Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz.

In Mainz wurde es selten gefährlich, was neben den tief im Abstiegskampf steckenden Stuttgartern auch an Mainzern lag, die auf Rang neun bereits gerettet scheinen und nach vier Niederlagen aus sechs Spielen dem Saisonende entgegensehnten. Gefährlich wurde es im ersten Durchgang, als Orel Mangala abzog, Robin Zentner aber stark parierte (40.). In der zweiten Hälfte scheiterte wiederum Tiago Tomás an Zentner (46.), der spätestens mit dieser Parade zum besten Mainzer aufstieg. Weil den anlaufenden Stuttgartern kein Treffer gelang, rutschen sie auf den Relegationsrang.

hba
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