Kramnys Trainerpremiere Der BVB zeigt Stuttgart deutlich die Grenzen auf

Borussia Dortmund hat die Herbstmeisterschaft des FC Bayern um mindestens eine Woche verschoben. Der BVB gewann deutlich gegen Stuttgart - beim VfB war nach dem Trainerwechsel keine Besserung zu erkennen.

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Mit einem 4:1 (2:1)-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart hat Borussia Dortmund nach zwei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur gefunden. Die Tore für den BVB erzielten Gonzalo Castro (3. Minute), Pierre-Emerick Aubameyang (19./90.) und der Stuttgarter Georg Niedermeier per Eigentor (65.), für den VfB traf Daniel Didavi (40.).

Die Borussia verkürzte den Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern wieder auf acht Punkte, deshalb sind die Münchner nicht vorzeitig Herbstmeister. Der VfB bleibt vorerst auf dem Relegationsplatz, kann am Abend aber noch vom FC Augsburg überholt werden. Stuttgarts Interimstrainer Jürgen Kramny konnte zudem keine Argumente liefern, ihn zum Cheftrainer zu befördern.

BVB-Coach Thomas Tuchel wartete vor dem Anpfiff mit einer Überraschung auf. Mats Hummels saß wie Matthias Ginter und Julian Weigl auf der Bank, Tuchel begründete die Maßnahme mit einer nötigen Schonung seines Kapitäns. Hummels hatte in der Bundesliga jede Minute gespielt und auch in den Pokalwettbewerben hatte der Innenverteidiger nur in Saloniki ausgesetzt. Nach der Kritik an Hummels in den vergangenen Wochen wurde auch über Leistungsgründe spekuliert - Tuchel negierte diesen Umstand.

Bei der 0:1-Niederlage in der Europa League gegen FK Krasnodar war der BVB bereits in der zweiten Minute in Rückstand geraten, diesmal lief es andersherum. Der neue VfB unter Kramny entblößte seine Abwehr bereits in der dritten Minute wie der alte VfB unter dem vor wenigen Tagen entlassenen Alexander Zorniger. Bei einem Pass von Lukasz Piszczek auf Marco Reus waren nicht genügend Stuttgarter hinter dem Ball, Torhüter Przemyslaw Tyton wehrte den anschließenden Schuss von Henrich Mchitarjan nach vorne ab und Castro reagierte per Kopf schneller als der in die Startelf zurückgekehrte Niedermeier.

Der VfB war in der Folge bemüht, offensive Akzente zu setzen. Die Gastgeber unterstützten das mit einigen Passungenauigkeiten, die sich bietenden Räume brachten aber keine Torgefahr. Stattdessen erhöhte der BVB mit der zweiten großen Torchance. Hummels-Vertreter Sven Bender leitete den Angriff ein, Castro gab mit der Hacke weiter und Aubameyang lupfte über Tyton hinweg ins Tor. Es war der 16. Saisontreffer des Stürmers - so ungedeckt stand er dabei selten.

Stuttgarts Können flackert nur kurz auf

Kramny hatte fünf Tage Zeit, seine neue Mannschaft kennenzulernen und auf die spielstarke Borussia vorzubereiten. Das gelang ihm nur mäßig, der BVB hätte nach einem Abseitstor von Aubameyang (27.), einem Schuss von Mchitarjan (30.) und weiteren knappen Abseitsentscheidungen höher führen können. Und trotzdem gab es den Hoffnungsschimmer durch Didavis Treffer, dem ein krasser Abwehrfehler der Dortmunder vorausgegangen war. Piszczek klärte zunächst gegen Timo Werner auf der Linie, spielte dann aber Lukas Rupp den Ball in die Füße, der nach links zu Filip Kostic passte und Didavi musste den Querpass nur noch ins leere Tor schieben.

In der zweiten Halbzeit liefen die Stuttgarter wieder in einen Konter. Der BVB befreite sich hinten links, Castro verlagerte das Spiel auf die rechte Seite zu Mchitarjan, der quer vor das Tor passte. Reus kam einen Schritt zu spät, am zweiten Pfosten schoss Aubameyang aus spitzem Winkel über das Tor (50.). Kurz darauf hatte der VfB Glück, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe bei einem Foul von Niedermeier an Mchitarjan nicht auf Elfmeter entschied (55.), Tyton rettete zudem gegen Aubameyang (62.).

Die Borussia dominierte in dieser Phase das Spiel, der VfB setzte sich offensiv überhaupt nicht mehr in Szene. Nach einer Flanke von Reus fälschte Niedermeier den Ball im Fünfmeterraum ins eigene Tor ab - damit war die Partie entschieden. Aubameyang (68./76.) und Mchitarjan (73.) ließen zunächst weitere Großchancen liegen, in der Schlussminute traf Aubameyang nach einem Solo doch noch zum 17. Mal in dieser Saison.

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart 4:1 (2:1)
1:0 Castro (3.)
2:0 Aubameyang (19.)
2:1 Didavi (40.)
3:1 Niedermeier (65., Eigentor)
4:1 Aubameyang (90.)
Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Sven Bender, Schmelzer - Castro, Gündogan (89. Ramos), Kagawa (60. Weigl) - Mchitarjan, Aubameyang, Reus (80. Hummels).
Stuttgart: Tyton - Schwaab, Baumgartl, Niedermeier, Insua - Rupp (86. Wanitzek), Gentner - Maxim (70. Kruse), Didavi, Kostic - Timo Werner (82. Tashchy).
Schiedsrichter: Gräfe
Zuschauer: 81.359 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Sokratis (2)

krä



insgesamt 18 Beiträge
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Levator 29.11.2015
1. Abwarten
Stuttgart kommt noch. Die heutige Niederlage war prinzipiell eingeplant und tut nichts zur Sache. Im Pott haben schon andere Mannschaften Federn gelassen, insofern kein Beinbruch. Abwarten und Tee trinken... Der VfB jedenfalls steigt auch in dieser Saison nicht ab. Auch wenn es einige hier gerne so hätten...
Lügenimperium 29.11.2015
2. Womöglich wäre Abstieg besser
Vor 6 Jahren übernimmt Markus Babbel die Mannschaft von Veh, der in 2,5 Jahren doch Erfolge vorweisen konnte. Mit Babbel waren es genau 10 Trainer in 6 Jahren. Alle 7,2 Monate ein Trainerwechsel. Aber Labbadia war dank Fredi (der hätte heute dem Zorniger 5 Jahre verlängert…) knapp 3 Jahre Trainer. Klammert man den Labbadia aus der Rechnung aus, dann sind es 9 Trainer in 40 Monaten. Alle 4,4 Monate ein Trainerwechsel. Und ob jemand auf Kramny folgen wird? Spätestens in 4,5 Monaten – Anfang April – wissen wir mehr. Da fragt man sich ob es am Trainer liegt, an der Mannschaft oder doch im Management. Beim VfB arbeiten nur Anfänger. Der Präsident war nie Präsident, der Scout war nie Scout, der Sportdirektor war nie Sportdirektor und der letzte und aktuelle Trainer waren nie Bundesligatrainer. Da läuft so viel falsch - unbeschreiblich. Viellen wäre der Abstieg "besser" weil der VfB es nicht schafft sich neu zu ordnen - seit Jahren nicht! In der 2. Liga könnte man sich ggf. von Altlasten trennen (damit meine ich nicht nur Spieler) und ein paar Junge hoch holen, die auch was taugen. Blöd nur, dass man mit Mercedes einen äußert knausrigen Sponsor hat, der den VfB (dank Mauschelei) mit dem Stadionsponsoring abgezockt hat. Auch ist der Bau der neuen Tribüne mit Darlehen der Stadt Stuttgart nicht auf die 2. Liga ausgerichtet: Sprich finanziell steht man mit dem Rücken zur Wand...
maxgil 29.11.2015
3. Das
Musste jetzt auch mal sein, ihr Bienchen, nach den beiden letzten Spielen. Gut gemacht, weiter so, Heja BVB!
wedding13347 29.11.2015
4. Bvb!
... und tschüß, VfB.
--00-- 29.11.2015
5.
So wie Aubameyang momentan scort ist es nur eine Frage der Zeit bis astronomische Angebote aus dem Ausland kommen, bei denen der BVB vielleicht doch schwach wird. Die englischen Top-Teams haben sicher alle Innteresse, genauso wie PSG, die bei einem Ibra-Abgang ebenfalls Bedarf hätten. Nicht vergessen sollte man auch Real, vor allem falls Benzema eingelocht werden sollte...
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