Fußball-Bundesliga BVB sorgt sich um Haaland, Union springt auf Champions-League-Platz

Nach dem Pokal-Aus zeigte der BVB in den ersten sechs Minuten bei Hoffenheim, was sie können. Und danach lange, was das Problem des Teams ist. Anders als die zweite Borussia aus Gladbach gewannen die Dortmunder jedoch.
Erling Haaland wurde gegen Hoffenheim mit einer Verletzung ausgewechselt

Erling Haaland wurde gegen Hoffenheim mit einer Verletzung ausgewechselt

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Michael Weber IMAGEPOWER / imago images/Michael Weber

Am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat Borussia Dortmund durch ein 3:2 (1:1) bei der TSG Hoffenheim die am Sonntag spielenden Bayern unter Druck gesetzt. Auch die Topteams Freiburg (2:0 (1:0) gegen Stuttgart), Union Berlin (2:1 (1:1) in Mönchengladbach) und Leverkusen (5:1 (2:0) gegen Augsburg gewannen. Tabellenschlusslicht Greuther Fürth siegte zudem überraschend 2:0 (1:0) gegen Mainz.

Die Inkonstanz ist in dieser Saison eines der Themen bei Borussia Dortmund. Im Topspiel fegte man in der vergangenen Woche über den SC Freiburg hinweg, unter der Woche schied der BVB auf St. Pauli aus dem Pokal aus. Auch in Sinsheim bei der TSG Hoffenheim war diese Inkonstanz wieder ein Thema, obwohl am Ende ein Sieg heraussprang. Denn in der sechsten Minute zeigte das Team, wozu es imstande ist: Über Julian Brandt kombinierte sich der BVB wunderbar in den Strafraum, schnelle, direkte Pässe über Donyell Malen, Raphael Guerreiro und Jude Bellingham spielten die Hoffenheimer Verteidigung förmlich auseinander, am Ende schob Erling Haaland ins leere Tor.

Das Dortmunder Problem: In der Folge war davon aber nichts mehr zu sehen, es spielte vor allem Hoffenheim. Georgino Rutter (11.) und Chris Richards (23.) scheiterten jeweils nach Ecken am Aluminium, Andrej Kramarić traf noch vor der Pause nach einem Stellungsfehler von Marius Wolf zum Ausgleich (45.).

Weil Hoffenheim auch im zweiten Durchgang spielbestimmend blieb, war die erneute Dortmunder Führung durch Marco Reus überraschend (58.). Es war erst der zweite Torschuss des BVB, dem ein Fehler von Hoffenheims Benjamin Hübner vorausging, der nach anderthalb Jahren sein Bundesliga-Comeback feierte. Der starke Malen sorgte wenige Minuten später für das 3:2, Hoffenheims David Raum lenkte eine scharfe Hereingabe ins eigene Tor (66.). Der BVB verzeichnete insgesamt zwei Schüsse aufs Tor, dabei sprangen drei Treffer heraus. Das letzte Tor des Tages gehörte einem Hoffenheimer, jedoch ins richtige Tor: Rutter gelang der Anschluss (77.), mehr aber nicht. Der Sieg könnte für Dortmund ein bitterer werden: Erling Haaland musste offenbar mit einer Adduktorenverletzung vom Platz, in dieser Saison musste der Norweger schon am vier Spiele mit einer Verletzung am Hüftbeuger aussetzen.

Für kaum ein anderes Team waren die vergangenen Wochen ein derartiges Auf und Ab wie für Borussia Mönchengladbach: Einer Niederlagenserie (und einer 0:6-Pleite gegen Freiburg) ließ das Team von Adi Hütter unter anderem einen Sieg bei den Bayern folgen, ehe der Coach nach dem Pokalaus in Hannover unter der Woche erneut in die Kritik geriet. Gegen das starke Union kam auch noch Pech hinzu: Denis Zakaria, dessen Vertrag ausläuft und um den sich unter anderem die Bayern bewerben sollen, sorgte mit einem unglücklichen Handspiel für einen Elfmeter: Max Kruse verlud Gladbachs Torhüter Yann Sommer, der gegen Leverkusen in der vergangenen Woche noch zwei Strafstöße pariert hatte.

Dabei sollte es aber nicht bleiben. Noch vor der Pause leitete Breel Embolo wunderbar einen Angriff ein, an dessen Ende Kouadio Koné von der Strafraumgrenze ins rechte Eck zirkelte (40.). Gladbach ließ in der zweiten Hälfte aussichtsreiche Chancen aus (wie durch Luca Netz in der 78. Minute) und bekam den zu den vergangenen Spielen passenden Dämpfer: Der Ex-Gladbacher Kruse traf in der Schlussphase zum Sieg für Union (84.), das auf einem Champions-League-Rang springt. Für die Borussia bleibt es bei nur einem Sieg aus den vergangenen acht Pflichtspielen.

Das Freiburger Team der Stunde musste in der Bundesliga zuletzt zwei Dämpfer hinnehmen. Allen voran die 1:5-Niederlage in Dortmund zeigte auf, dass das Team von Christian Streich lediglich tabellarisch in der Champions League angekommen war. Und so ging der Blick der Freiburger auch gegen talentierte, in dieser Saison aber glücklose Stuttgarter zuerst nach hinten: Eigentlich sollte der VfB einen Elfmeter zugesprochen bekommen (34.), Schiedsrichter Tobias Stieler nahm seine Entscheidung nach Ansicht der Videobilder jedoch zurück. Im direkten Gegenzug setzte es die Führung für die Freiburger: Einen Schuss von Nicolas Höfler fälschte Hiroki Itō unglücklich ins eigene Tor ab (37.).

Im zweiten Durchgang drückte Stuttgart auf den Ausgleich, ließ sich aber auskontern: Kevin Schade sorgte für die Vorentscheidung (72.) und dafür, dass Stuttgart nach nun vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Spielen Vorletzter bleibt.

Augsburg sorgte in den vergangenen Wochen vor allem durch Unentschieden für Aufsehen, drei der vergangenen vier Bundesligaspiele blieben ohne Sieger. Damit hätten sich die Augsburger in Leverkusen sicherlich zufriedengegeben, aber bereits früh zeigte sich ein Missmatch zwischen der Leverkusener Offensive und der Augsburger Defensive auf: Leverkusen spielte die Augsburger immer wieder über die linke Seite auseinander, Mitchel Bakker legte zur Führung für Karim Bellarabi auf (9.), Moussa Diaby traf ebenfalls nach einem Sprint über die linke Seite (25.).

Zwar kam Augsburg durch einen Fehler von Leverkusens Torhüter Lukáš Hrádecký (und einem Abstauber von Arne Maier) noch einmal heran, unter anderem ein Traumpass von Florian Wirtz sorgte aber für die Vorentscheidung, die Diaby im Doppelpack erzielte (65., 69.). Mit einem Hackenschuss durch die Beine von Torhüter Rafał Gikiewicz sorgte der eingewechselte Stürmer Lucas Alario für den Leverkusener Schlusspunkt (81.).

Unter Trainer Bo Svensson war Mainz das Überraschungsteam des Jahres 2021, am Ende der Hinrunde standen die Mainzer auf Rang neun mit Anschluss an die Europapokalplätze. Nach der Niederlage gegen Fürth, bei der Svensson aufgrund einer Gelbsperre an der Seitenlinie fehlte, dürfte der Blick vorerst wieder nach unten gehen müssen. Ein Grund dafür war eine wunderbare Ballmitnahme von Jeremy Dudziak, der einen Steckpass derart geschickt annahm, dass er den Ball im zweiten Kontakt zur Führung des Tabellenletzten einschieben konnte (12.). Ein weiterer, dass der Mainzer Stefan Bell eine scharfe Hereingabe ins eigene Tor lenkte (66.). Den zweiten Saisonsieg der Fürther verhinderte Mainz trotz des späten Anschlusstreffers durch Karim Onisiwo nicht mehr (90.).

hba