Bundesliga Dortmund verliert gegen Bayer Leverkusen

Beim Treffen zweier deutscher Champions-League-Vertreter hatte Leverkusen das bessere Ende für sich. Gegen Dortmund ging die Taktik von Bayer auf: Der BVB konnte sich kaum klare Torchancen herausspielen.

AP

Bayer Leverkusen hat den zweiten Heimerfolg in der laufenden Spielzeit eingefahren. Gegen Borussia Dortmund reichten Bayer ein früher Treffer von Admir Mehmedi (10. Minute) und ein Tor von Javier Hernández (79.) zum 2:0 (1:0)-Sieg. In der Tabelle klettert Leverkusen damit auf den siebten Platz, der BVB bleibt vorerst Dritter.

Trotz der Champions-League-Auftritte der beiden Mannschaften unter der Woche begnügten sich beide Trainer mit wenigen personellen Veränderungen. Auf Seiten der Gäste aus Dortmund starteten Sebastian Rode und Christian Pulisic anstelle von Mario Götze und Marcel Schmelzer, bei Bayer ersetzte Mehmedi Kevin Volland im Angriff.

Diese Entscheidung von Leverkusens Coach Roger Schmidt sollte sich auszahlen: Mehmedi konnte aus kurzer Distanz eine Calhanoglu-Ecke zur Führung einköpfen, nachdem sein Bewacher Julian Weigl weggerutscht war (10.). Für den Schweizer Nationalspieler war es der erste Treffer nach 1130 torlosen Bundesligaminuten. Die Qualität des Standardspezialisten Hakan Calhanoglu brachte immer wieder Gefahr: Einen direkten Freistoß aus halblinker Position hatte er zuvor einen Meter neben das Gehäuse von BVB-Schlussmann Roman Bürki gesetzt (4.).

Der BVB tat sich gegen das intensive Pressing der Hausherren schwer, trotz mehr Spielanteilen konnte er sich nur selten ins Angriffsdrittel kombinieren. Um die eigene Defensive zu stabilisieren, stellte BVB-Trainer Tuchel in der Folge auf eine Viererkette um und beorderte Raphael Guerreiro aus dem zentralen Mittelfeld auf die Linksverteidiger-Position. Ein Fehlpass des Portugiesen ermöglichte Bayer jedoch die nächste Großchance: Kevin Kampl zog nach dem Ballgewinn aus 18 Metern ab, sein Versuch ging allerdings knapp rechts am Tor vorbei (32.).

Dortmund im Angriff überraschend harmlos

Nach der Pause blieb Bayer die gefährlichere Mannschaft. Weil Hernández nach einer tollen Kombination über Charles Aránguiz und Mehmedi in aussichtsreicher Position seinen chilenischen Mitspieler bedienen wollte, anstatt selbst den Abschluss zu suchen, verpuffte eine weitere Großchance der Gastgeber (54.). Später vergab Calhanoglu noch eine Gelegenheit aus der Distanz (74.).

Mit zunehmender Spieldauer verließen Bayer die Kräfte, der BVB konnte das Spiel mehr vor das Tor von Bernd Leno verlagern. Dortmunder Chancen blieben dennoch Mangelware. Pierre-Emerick Aubameyang vergab die aussichtsreichste, als er sich erst gegen zwei Gegenspieler im Laufduell durchsetzte, mit seinem Abschluss aus spitzem Winkel jedoch an Leno scheiterte (73.). Auf der Gegenseite vollendete Hernández kurz darauf einen Konter zum 2:0-Endstand (79.), der Mexikaner hat nach acht Pflichtspielen nun schon acht Torbeteiligungen auf seinem Konto.

So endete beim 75. Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Bundesliga ein Lauf der Dortmunder: Zuvor hatte der BVB keines seiner letzten neuen Gastspiele in Leverkusen (vier Siege, fünf Remis) verloren.

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 2:0 (1:0)
1:0 Mehmedi (10.)
2:0 Hernández (79.)

Leverkusen: Leno - Lars Bender (46. Wendell), Tah, Toprak, Henrichs - Aranguiz (90. Baumgartlinger), Kampl - Brandt (67. Volland), Calhanoglu, Mehmedi - Hernández

Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Ginter, Guerreiro - Weigl - Pulisic (46. Mor), Rode (71. Kagawa), Castro (46. Schmelzer), Dembélé - Aubameyang

Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Aránguiz (2), Kampl (2), Hernández, Toprak (2), Calhanoglu - Ginter

lst



insgesamt 49 Beiträge
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Seite 1
eswirdwieswird 01.10.2016
1. ?
Diese System- und Aufstellungsexperimente haben mich letzte Saison schon genervt. Verschenkte Punkte. Warum nicht an bewährten Dingen festhalten? Experimentieren kann Herr Tuchel gegen Darmstadt und Co. Versteh ich nicht.
Oihme 01.10.2016
2. Geht in Ordnung
Das war eine der zu erwartenden Rückschläge, die Watzke dieser jungen Mannschaft vorhergesagt hat. Von müden Borussen kam letztlich zu wenig, man ließ sich zudem von überharten leverkusenern den Schneid abkaufen. Wieder einmal wurde vom BVB zu sehr versucht, den Ball ins Tor zu kombinieren, zu selten der Mut, einfach ansatzlos abzuziehen oder aus der zweiten Reihe zu schießen. Und wenn doch, dann müsste insbesondere Dembele inzwischen wissen, wie hoch die Tribünendächer in deutschen Stadien gemeinhin gebaut sind. Leverkusen war nicht besser, aber effizienter, der Sieg geht in Ordnung.
skeptikerjörg 01.10.2016
3. Bin sauer
Als BVB Fan bin ich absolut sauer! Nicht, weil sie verloren haben, sondern wie sie verloren haben. Brotloser Ballbesitzfußball ohne echte Torchancen, kein Tempo, kein Spiel in die Tiefe, unpräzise, teilweise unsortiert. Tuchels Rotationsfaible tut ein weiteres. Und vor der Länderspielpause heute auch kein Muss. Und Castro, den Tuchels in der Nationalmannschaft sieht? Hat jemand heute Castro gesehen? Er und Weigel waren hoffnungslos überfordert. Und das alles nicht gegen eine Klassemannschaft, sondern gegen ein durchschnittliches Leverkusen! Dass sie dabei auch noch die Bayernvorlage verschenkt haben, kommt noch hinzu. Nach dem übertriebenen Lob nach dem Realspiel sind sie jetzt wieder auf dem Boden. Und Tuchel hat was zum Nachdenken.
cmann 01.10.2016
4. So kann man sich irren!
In einem früheren Beitrag zu Roger Schmidt und Bayer hatte ich mich eher kritisch über die Effezienz von Trainer und Mannschaft geäußert. Jetzt schafft Bayer es doch tatsächlich den BvB, und das nicht einmal unverdient, zu Fall zu bringen. Ich hoffe nicht das dies das Ende "Dortmunder Blütenträume" bedeutet, zumal Bayern ja auch keine Glanzleistung gegen Köln abgeliefert hat. Offensichtlich braucht es doch mehr Zeit, damit beim BvB alles rund läuft. Für Bayer geht der Weg wohl jetzt steil nach oben. Zu wünschen wäre es dem Team bei dem vorhandene Potential schon die waren zumindest heute mit dem BvB auf Augenhöhe.
jobie09 01.10.2016
5. einfach und wirksam
waren die Mittel die Leverkusen den verdienten Erfolg einbrachten. Körperlich robust, eng am Gegenspieler - mit eingestreuten Rückzügen in die eigene Hälfte, die umgehend in Konter umgesetzt wurden. Tuchel wird die Antwort darauf finden, diese Dortmunder Mannschaft wird so sicher nicht noch einmal auftreten. Mor, ein feiner Techniker, aber mit unterentwickeltem Gefühl für den richtigen Moment zum Abspiel, ähnliches gilt für Dembele. Und der hintere Sechser, da könnte ein Abräumer mit taktischem Verständnis und der Fähigkeit zum tiefen Pass stehen - Bender, Sahin, auch Castro. Beim BVB bleibt es in diesem Jahr spannend, die Bayern bekommen aber vorerst noch keine Konkurrenz...
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