Dortmunds Niederlage in Leverkusen Rückschlag mit Ansage

Borussia Dortmund wurde nach dem Remis gegen Real Madrid gefeiert. In Leverkusen verlor der BVB jetzt nach schwachem Auftritt. Einer hatte das kommen sehen. Alles Wichtige zum Spiel.

Christian Pulisic
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Ausgangslage: Borussia Dortmund reiste mit großem Selbstvertrauen nach Leverkusen. Am Dienstag trotzte der BVB dem aktuellen Champions-League-Sieger Real Madrid dank eines späten Treffers von André Schürrle ein Unentschieden ab, zuvor gewann der Vizemeister vier Pflichtspiele in Serie. Leverkusen enttäuschte dagegen in der Königsklasse ein weiteres Mal, gegen harmlose Monegassen kassierte die Werkself in der Nachspielzeit den Ausgleich.

Premiere des Spiels: Weil Dortmunds Trainer Thomas Tuchel auf der linken Abwehrseite auf Marcel Schmelzer verzichtete, übernahm Sokratis erstmalig die Kapitänsbinde. Der Grieche hat sich dieses Amt verdient: Als einziger BVB-Spieler verpasste er keine Pflichtspielminute, zudem ist er der zweikampfstärkste Akteur der Liga.

Ergebnis: Bayer Leverkusen bezwingt Borussia Dortmund 2:0 (1:0). Hier geht's zum Spielbericht.

Die Aufstellungen:
Bayer Leverkusen: Leno - Bender, Tah, Toprak, Henrichs - Aranguiz, Kampl - Brandt, Calhanoglu - Mehmedi, Chicharito
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Ginter, Guerreiro - Weigl - Pulisic, Rode, Castro, Dembelé - Aubameyang

Erste Hälfte: Im Spiel der Dortmunder schlichen sich ungewohnt viele Fehlpässe ein. Leverkusen profitierte davon und ging schon früh in Führung. Nach einem Eckball stand Admir Mehmedi völlig frei, weil Julian Weigl zuvor weggerutscht war. Der Schweizer konnte seinen Landsmann Roman Bürki anschließend per Kopf überwinden (10. Minute). Erst zehn Minuten später kam der BVB zur ersten Chance, doch Pierre-Emerick Aubameyang scheiterte aus spitzem Winkel an Bernd Leno. Kurz vor der Pause traf Chicharito aus einer Abseitsposition noch den Pfosten.

Fakt des Spiels: Leverkusen spielte aggressiv und attackierte Dortmunds Defensive sehr früh. Das führte zu vielen Foulspielen und Spielunterbrechungen. In der ersten Hälfte gab es mehr Fouls als Torschüsse und einen BVB, der nicht zu seinem Rhythmus fand.

Enttäuschung des Spiels: Zehn Jahre spielte Gonzalo Castro für Bayer Leverkusen, ehe er im Sommer 2015 zum BVB wechselte. Viele Fans scheinen vergessen zu haben, dass er in 286 Bundesliga-Spielen für Bayer fast immer zu den Leistungsträgern zählte. Jeden seiner Ballkontakte quittierten sie mit Pfiffen. Castro erwischte einen schwachen Abend und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

Zweite Hälfte: Es änderte sich nicht allzu viel. Der BVB kreierte kaum eigene Chancen und musste stattdessen mit ansehen, wie Chicharito in der 79. Minute nach einem Konter für die Entscheidung sorgte. Lediglich Aubameyang strahlte im gegnerischen Strafraum Gefahr aus. Doch die Versuche des Gabuners blieben erfolglos.

Warnung: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zählt im Lager des BVB zu den großen Mahnern. Der 57-Jährige hatte Thomas Tuchel nach dem beeindruckenden Remis gegen Real Madrid für dessen gute Arbeit gelobt. Doch Watzke warnte auch vor zu viel Begeisterung und sprach von "dem einen oder anderen Rückschlag", den es immer mal wieder geben wird. Dass dieser ausgerechnet gegen einen Konkurrenten um einen Champions-League-Platz kommen sollte, ist doppelt bitter.

Gewinner des Spiels: Der FC Bayern München. Trotz des enttäuschenden 1:1 gegen den 1. FC Köln kann der Rekordmeister seinen ärgsten Verfolger aus Dortmund sogar weiter distanzieren. Neuer Tabellenzweiter ist nun Hertha BSC, der BVB liegt punktgleich mit Köln und Leipzig auf Rang drei.



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