Bundesliga Bremen und Schalke distanzieren Verfolger

Ein Zweikampf um die Deutsche Meisterschaft bahnt sich an: Werder Bremen und der FC Schalke 04 haben am 19. Spieltag ihren Vorsprung ausgebaut. Hannover spielte Hertha BSC Berlin an die Wand. Der HSV hat wieder nicht gewonnen und rutscht ans Tabellenende.


Hamburg - Für Hamburgs Trainer Thomas Doll wird die Luft immer dünner: Auch gegen Aufsteiger Energie Cottbus kamen die abstiegsbedrohten Hanseaten über ein 1:1 nicht hinaus und warten damit immer noch auf den ersten Heimsieg der laufenden Saison. Der Hamburger SV rutschte auf den letzten Rang ab, da das bisherige Schlusslicht FSV Mainz 05 zu Hause gegen Borussia Dortmund 1:0 gewann. Der FC Schalke 04 blieb durch einen 2:1-Erfolg gegen Alemannia Aachen an Spitzenreiter Bremen dran, der bei Bayer Leverkusen 2:0 gewann. Hannover 96 schickte Hertha BSC Berlin 5:0 nach Hause.

Der Brasilianer Vinicius (16./37.), Frank Fahrenhorst (45.), Jan Rosenthal (64.) und Altin Lala (76.) sorgten für den höchsten Heimsieg des Teams von Dieter Hecking in den letzten 41 Jahren und den zweiten in dieser Saison. Höher hatte 96 vor heimischem Publikum nur am 18. September 1965 (6:0 gegen Borussia Neunkirchen) gewonnen.

"Das war eine Vorführung, wie man mit Kampf ein Spiel beherrschen kann," sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Drastischer drückte sich Arne Friedrich aus: "Fünf Tore sagen schon einiges. Es war ein Scheißspiel." Rundum zufrieden war dagegen 96-Kapitän Lala: "Wir haben etwas für unsere Tordifferenz getan und den Abstand nach unten vergrößert. Es hat sehr viel Spaß gemacht."

In Hamburg verschärft sich indes die Krise. Trotz des fühen Tores von Juan Pablo Sorin, der nach vier Minuten einen Foulelfmeter verwandelte, sahen die 52.484 Zuschauern in der AOL Arena eine unsichere HSV-Elf. Nur fünf Minuten später nutzte Energie-Stürmer Sergiu Radu einen Stellungsfehler von HSV-Verteidiger Joris Mathijsen und spitzelte den Ball an Torhüter Frank Rost vorbei.

HSV-Trainer Thomas Doll in der Kritik

Der Schlussmann stellte sich trotz des Falls auf Tabellenplatz 18 hinter seinen Coach: "Ich hoffe, dass Thomas Doll unser Trainer bleibt", sagte Rost. "Tiefer können wir in der Tabelle nicht mehr rutschen. Es kann nur noch aufwärts gehen - es fehlt der Befreiungsschlag, wir müssen an uns glauben und das unten raus!" Doll selbst sagte: "Die Situation ist sehr, sehr brisant." Noch am Abend soll es ein Gespräch mit den Verantwortlichen gegeben haben.

Ohne den gesperrten Spielregisseur Rafael van der Vaart fehlte den Gastgebern gute Ideen im Spielaufbau. Das Doll-Team erarbeitete sich zwar eine Feldüberlegenheit, doch die wenigen Torgelegenheiten wurden zumeist überhastet vergeben. So schoss Danijel Ljuboja in der 29. Minute einen Freistoß knapp vorbei, 60 Sekunden später traf Collin Benjamin nur den Außenpfosten.

Auch nach dem Seitenwechsel fehlte dem HSV vor dem gegnerischen Tor weiterhin das Glück. Die größte Gelegenheit zur Führung vergab in der 64. Minute der eingewechselte Boubacar Sanogo, der freistehend an Cottbus-Torhüter Tomislav Piplica scheiterte. In der 69. Minute tauchte der erst gestern verpflichtete Kroate Ivica Olic erstmals gefährlich vor dem Gästetor auf, sein Schuss wurde jedoch vom Cottbuser Mannschaftskapitän Kevin McKenna abgeblockt.

Cottbus beschränkte sich weitgehend auf konzentrierte Abwehrarbeit und kam damit in Hamburg zu einem etwas schmeichelhaften, aber nicht unverdienten Unentschieden. Viele Besucher hatten schon vor der Partie ihrem Unmut gegenüber Trainer Doll Luft gemacht und auf Plakaten und Transparenten die Verpflichtung des erst wenige Stunden zuvor in München entlassenen Hamburger Ex-Coach Felix Magath gefordert.

Bremen schlägt Leverkusen dank Stürmer-Toren

Werder Bremen strebt am anderen Ende der Tabelle weiter dem Meistertitel entgegen und kann sich dabei wie gewohnt auf seine Stürmer verlassen. Treffer der Stürmer Miroslav Klose (15. Minute) und Hugo Almeida (78.) bescherten dem Spitzenreiter einen 2:0 (1:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen - und mit dem sechsten Erfolg in Serie auch eine große Portion Selbstvertrauen für das Spitzenspiel am kommenden Sonntag gegen Verfolger FC Schalke 04 (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

"Das Ergebnis ist wichtig. Wir hätten es auch etwas leichter haben können. Wir hatten in der ersten Halbzeit Vorteile, aber dann haben wir Leverkusen zu viel Raum gegeben", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena präsentierten sich die Bremer abgeklärt und clever in der Chancenverwertung. Leverkusen, das eine durchaus ansprechende Leistung zeigte, verpasste durch die dritte Heimniederlage hingegen die Möglichkeit, weiter Boden auf die Europapokal-Plätze gut zu machen und verlor zudem Gonzalo Castro durch eine Gelb-Rote Karte wegen Foulspiels (73.)

Schalke müht sich zum Sieg

Ein Eigentor von Moses Sichone hat den FC Schalke 04 zu einem mühsamen Erfolg gegen Alemannia Aachen verholfen. Das Team von Trainer Mirko Slomka kam nach einer schwachen Leistung in der mit 61.482 Zuschauen ausverkauften Veltins-Arena zu einem glücklichen 2:1 (1:1), nachdem Sichone in der 74. Minute den Ball nach einem Schuss von Kevin Kuranyi ins eigene Netz lenkte. Zuvor waren die Gäste durch Vedad Ibisevic (17. Minute) sogar in Führung gegangen, ehe Rafinha (23.) per Handelfmeter der Ausgleich gelang.

"Mit der Mannschaft muss ich schon noch einige Dinge besprechen, denn wir haben nicht so gespielt, wie wir das sonst tun. Trotz des Ergebnisses, das aufgrund der letzten 20 Minuten in Ordnung geht, haben wir nicht gut gespielt", sagte Schalke-Trainer Mirko Slomka

Mainz gibt die Rote Laterne ab

Der FSV Mainz 05 hat dank Neuzugang Leon Andreasen seine Aufholjagd im Abstiegskampf erfolgreich fortgesetzt und mit einer starken Leistung erstmals seit dem 12. Spieltag die den letzten Platz in der Fußball-Bundesliga abgegeben. Der dänische Neuzugang erzielte vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Bruchweg-Stadion per Foulelfmeter in der 62. Minute den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg gegen Dortmund. Vier Tage nach dem 1:0 der Mainzer in Bochum feierten die Schützlinge von Trainer Jürgen Klopp damit den zweiten Sieg in Serie und den ersten vor eigenem Publikum seit dem 12. August 2006.

fpf/sid/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.