Neues Bündnis "Unser Fußball" Fans fordern "konkrete Reformen" im Profibereich

Über tausend Fanklubs und Organisationen sind dabei: Das Bündnis "Unser Fußball" strebt einen schnellen Wertewandel in der Bundesliga an. Eine von der DFL eingesetzte Taskforce soll nicht erst im Herbst starten.
Es wird viel protestiert in deutschen Fußballstadien

Es wird viel protestiert in deutschen Fußballstadien

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Noah Wedel/ imago images/Noah Wedel

Zahlreiche Fan-Szenen in Deutschland haben sich zum Bündnis "Unser Fußball"  zusammengeschlossen und verlangen von DFL und DFB zeitnahe Reformpläne. "Wir wollen nicht zurück zu einem kaputten System", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Aufruf der Gruppe. "Wir fordern Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln." Die Fans wollen "einen glaubhaften Grundsatzbeschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen".

Die Debatte über einen Wertewandel im Bundesliga-Geschäft hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie intensiviert. Zahlreiche Vereine waren schon kurz nach Beginn der Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Zwischenzeitlich war sogar von Insolvenzen die Rede, die es dank der Auszahlung der letzten TV-Rate dann aber doch nicht gab. Einzig in der 3. Liga gibt es mit dem 1. FC Kaiserslautern einen Insolvenzfall. Als grundlegendes Problem werden die Spielergehälter und die hohen Ablösesummen angesehen. Auch die schnelle Rückkehr von Bundesliga und 2. Bundesliga in den Spielbetrieb wurde von vielen Fans kritisch gesehen.

Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), hatte nach Vorstößen aus der Anhängerschaft versprochen, im Herbst eine Taskforce "Zukunft Profifußball" einzusetzen. Doch die Fan-Organisationen wollen schon die Sommerpause nutzen, um Veränderungen anzustoßen. "Statt sich immer weiter von seiner Basis zu entfernen, müssen Fans als elementarer Bestandteil des Fußballs anerkannt werden", fordert das Bündnis "Unser Fußball".

Erstunterzeichner sind die großen bundesweiten Fanorganisationen wie "Unsere Kurve", "ProFans", "Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF)", "FC PlayFair!" und "Netzwerk Frauen im Fußball" sowie über tausend Fanklubs und vereinsnahe Gruppierungen, darunter auch zahlreiche Ultras. "Unser Fußball" will die komplette Unterschriftenliste nach Saisonende der DFL und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) übergeben.

"Wir müssen die aktuelle Krise als Chance begreifen, um den Fußball grundlegend neu zu gestalten. Die Sommerpause muss zu einem Wendepunkt werden. Verbände und Vereine sind aufgefordert, zu handeln und den Fußball neu aufzustellen: basisnah, nachhaltig und zeitgemäß", erklärt Manuel Gaber (Freiburg) als Sprecher von "Unser Fußball".

krä/dpa