Bundesliga-Noten Das ist die beste Mannschaft des 14. Spieltags

Beim FC Bayern brillierten nur die Abwehrspieler, und ein 19 Jahre alter Hoffenheimer überflügelt die Konkurrenz: Die SPON-Elf dieses Bundesliga-Wochenendes überrascht - und zeigt, dass Tore allein nicht genügen.

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Tor

Er ist bereits zum zweiten Mal in der SPON-Elf des Tages: Schalkes Ralf Fährmann. Kein anderer Torwart hielt mehr Bälle (sechs Paraden), keiner wehrte mehr Abschlüsse ab, die aus dem Strafraum heraus abgegeben wurden (vier). Zudem berechnet der SPIX auf Grundlage des Einschlagsortes im Tor, wie hochwertig die gezeigten Paraden waren - auch konnte Fährmann punkten.

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Innenverteidigung

Wieder gewonnen, wieder zu null: Der FC Bayern dominiert die Bundesliga, auch Überraschungsteam Hertha BSC war gegen die Münchner chancenlos. Was angesichts der bayerischen Offensivstars häufig untergeht: die überragende Verteidigung der Münchner. Fünf Gegentore nach 14 Spieltagen - niemand in Europas Top-Ligen kassiert so wenige Gegentore wie der FC Bayern. Das liegt auch an den Innenverteidigern: Javi Martínez und Medhi Benatia erhalten die Bestwerte des Wochenendes. Weil kein Abwehrduo weniger gegnerische Chancen zuließ, und weil sie auch im Angriff wertvoll waren, unter anderem mit je einer Torvorlage. Damit hängen sie übrigens auch Hannovers Marcelo ab, obwohl der einen Treffer erzielte. Tore sind eben nicht alles im SPIX.

Außenverteidigung

Es ist ein gutes Beispiel für die Vorgehensweise des SPIX: Die beiden besten Außenverteidiger des Spieltags heißen Rafinha und Sebastian Boenisch - wobei jeweils sehr verschiedene Leistungen gewürdigt werden. Bayerns Rafinha hat das Positionsspiel von Trainer Josep Guardiola derart verinnerlicht, dass er im Angriff stets eingebunden wird und die passenden Räume für den Fall eines Ballverlusts besetzt. Die Folge: Bestwerte für verhinderte gegnerische Torchance und unter anderem dafür, dass er den Ball 17-mal ins Berliner Felddrittel beförderte. Das ist nur etwas weniger, als es alle Herthaner zusammen vermochten. Boenisch spielte als Leverkusener im weniger erfolgreichen Team. Das betrifft die Abwehrstärke, die Offensivgefahr und das Resultat (1:1 gegen Schalke). Dafür ragte er in vielen Kategorien heraus: Er verbuchte fünf direkte Ball-Eroberungen, fing fünf Pässe ab, klärte fünf Hereingaben und sammelte sechs zweite Bälle auf.

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Mittelfeld defensiv

Erstmals nach Wochen sah das, was 1899 Hoffenheim ablieferte, wieder nach Fußball aus: Beim 3:3 gegen Mönchengladbach gelangen der TSG die ersten Tore unter Trainer Huub Stevens. Eugen Polanski spielte dabei eine entscheidende Rolle. Er vereinte Defensivqualitäten (neun abgefangene Pässe, acht aufgesammelte Bälle) mit gefährlichen Vorstößen (vier Abschlüsse, ein Tor).

Mittelfeld außen

Schon im Champions-League-Duell mit Sevilla war Gladbachs Fabian Johnson in Top-Form. Gegen Hoffenheim legte er mit einem Doppelpack nach und glänzte dabei mit hoher Effizienz. In Eric Maxim Choupo-Moting ist auch der zweitbeste Mittelfeldaußen des Spieltags ein Torschütze. Der Schalker punktete beim 1:1 gegen Leverkusen aber auch in ganz anderen Bereichen: Er arbeitete noch besser gegen den Ball und hatte erheblich mehr erfolgreiche Defensivaktionen als Gladbachs Johnson. Dies rechnet der SPIX auch offensiv ausgerichteten Akteuren hoch an.

Mittelfeld offensiv

Ob dies sein bester Auftritt im BVB-Trikot gewesen sei, wurde Gonzalo Castro nach dem Dortmunder 4:1-Sieg über Stuttgart von einem TV-Reporter gefragt. Zu Recht, denn der Sommer-Zugang zeigte objektiv die beste Spieltagsleistung aller offensiven Mittelfeldspieler. Er bereitete drei Abschlüsse vor, darunter das 2:0 durch Pierre-Emerick Aubameyang; brachte den Ball zwölfmal ins Angriffsdrittel und schoss selbst das wichtige 1:0. Nebenbei überzeugte er auch noch im Pressing und sorgte durch seine Balleroberungen mit dafür, dass Stuttgart weitgehend harmlos blieb.

Angriff

Für seine Leistung gegen Gladbach wurde er gefeiert und das mit gutem Grund: Nadiem Amiri war Hoffenheims Mann des Spiels. Der 19-Jährige war an allen drei Treffern der TSG beteiligt. Er dribbelte, schoss, legte für die Kollegen auf und brachte allein im Gladbacher Tordrittel 15 Pässe an den Mann. Dass man nicht zwingend Tore schießen muss, um in der Elf des Tages zu landen, zeigt Dortmunds Henrich Mchitarjan. Er bereitete drei Chancen vor, war insgesamt an sieben Abschlüssen beteiligt. Vor allem sorgte Mchitarjan mit etlichen erfolgreichen Dribblings für Chaos in der Organisation der Stuttgarter Defensive. Nebenbei verbuchte er allein mehr Ballgewinne als seine Sturmpartner Aubameyang und Marco Reus zusammen.

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Die SPON11

Und das ist die Elf des 13. Spieltags in der taktischen Aufstellung.

Sie wollen wissen, wie wir gerechnet haben? Wie die neuen SPON-Bundesliganoten entstehen? Und warum wir bewusst keine Schulnoten vergeben? Hier finden Sie alle Infos zum SPIX.

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
ackergold 30.11.2015
1.
Unter diesen angelegten Maßstäben würde es ein Ronaldo niemals in die Elf des Tages schaffen.
skell100 30.11.2015
2. Vorschlag
Man könnte den SPIX doch von Spieltag zu Spieltag bei den einzelnen Spielern aufsummieren und hätte damit den "bisher besten Spieler" auf der entsprechenden Position. Was sicherlich sehr interessant wäre. Ein Spieler, der im Tages-SPIX nicht enthalten ist, bekommt halt null Punkte. Ggfs. würde auch die zusammenfassende Darstellung der Besten wie am Ende des obigen Artikel reichen.
yaboy 30.11.2015
3.
Kein 96 Spieler?!
cokommentator 30.11.2015
4. Was daraus lernen?
Timo Horn und Manuel Neuer sind diesen Spieltag mit die schlechtesten Torhüter der Liga gewesen! Warum? Weil sie ihre Hütte sauberer als andere hielten, bzw. ihre Abwehr ihnen nichts zu halten übrig ließ? Oder anders ausgedrückt: der beste SPIX-Torhüter des Jahres wird jede Woche seine Abwehr verflucht haben?! Irgendwie fehlt mir beim SPIX zumindest bei den Torhütern der Hinweis auf die Ironie.
gpkneo 30.11.2015
5. Kicker
Im Kicker sind zwei 96er in der Tagesmannschaft drin, zum Trost.
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