Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des fünften Spieltags

Nach dem Dortmunder Kantersieg gegen Nürnberg ist die SPIX-Elf des Spieltags einseitig und doch überraschend: Sieben BVB-Spieler haben es in die beste Elf geschafft - trotz der sieben Tore aber kein Stürmer.
Marco Reus

Marco Reus

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Sieben. Das ist ohne Frage die Zahl des Spieltags. Borussia Dortmund hat 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen. Das ist nicht nur der höchste Sieg der bisherigen Saison. In einer Liste der klarsten Partien in der langen Bundesliga-Historie schafft es das Spiel in die Top 30.

Kein Wunder also, dass sich auch die SPIEGEL-Bundesliganoten der Zahl des Spieltags annehmen. Sieben BVB-Profis haben es in die SPIX-Elf geschafft. Es drängt sich der Gedanke auf: "einer pro Tor". Und dennoch kommt der beste Sturm der Partien von Dienstag und Mittwoch ohne Dortmunder Angreifer aus - aber nicht ohne Borussia. Neben BVB-Profis dominierten nämlich auch Gladbacher in dieser Woche.

Im Tor der SPX-Elf steht allerdings Gregor Kobel. Bitte wer? Der Hoffenheimer gab beim 3:1 der TSG in Hannover sein Bundesligadebüt. Trainer Julian Nagelsmann schonte den Stammkeeper Oliver Baumann "aus Gründen der Belastungssteuerung" in der Englischen Woche. Schon im DFB-Pokal hatte Kobel gespielt. Gegen Hannover trat er nun erneut souverän auf, zeigte sechs Paraden und war nur per Elfmeter zu überwinden. Damit blieb Kobel sogar knapp vor Andreas Luthe, der maßgeblich zum Augsburger Remis in München beitrug.

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Die Innenverteidigung der SPIX-Elf steht exemplarisch für die gesamte Mannschaft: Borussia Dortmund vor Borussia Mönchengladbach. Besonders beeindruckend ist, dass Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou beide auf den Bestwert 100 kommen. Sie erreichten also im Vergleich mit allen Spielern auf ihrer Position in den vergangenen zwei Saisons einen besseren Wert. Akanji (97,6 Prozent angekommene Pässe) und Zagadou (93,1) gestalteten den Spielaufbau exzellent. Akanji erzielte zudem ein Tor und gewann alle seine Zweikämpfe, Zagadou hatte die meisten Ballaktionen (142) und hatte Bestwerte bei klärenden Aktionen (sieben), abgefangenen Bällen (drei) und erlangtem Ballbesitz (neunmal). So konnten auch Matthias Ginter und Nico Elvedi nicht mithalten (Plätze drei und vier).

Der nächste Hunderter: Auf der Position des Außenverteidigers hat auch Achraf Hakimi den höchstmöglichen Wert erzielt. Genau wie bei Akanji und Zagadou spielt die hervorragende Gesamtleistung des BVB eine große Rolle. Hinzu kommen beim Leihspieler von Real Madrid sehr viele Ballaktionen (116), eine starke Passquote (94,6 Prozent) und ein Tor beim Debüt. Mit Louis Beyer mischt sich auf außen allerdings ein Gladbacher in die Viererkette, der beim 3:1-Sieg gegen Frankfurt in die Startelf rotiert war. Er glänzte in den SPIX-Daten besonders in der Balleroberung.

45 Minuten lang sah es so aus, als könne Düsseldorf auch gegen Leverkusen punkten. Die Fortuna hatte die größeren Chancen und in Marcel Sobottka eine starke Absicherung, Leverkusen gab nicht einen Torschuss ab. Dann aber kippte das Spiel. Vielleicht auch deshalb reichte es für Sobottka nur zum zweiten Platz. Thomas Delaney hingegen schaffte es erstmals als Dortmunder in die SPIX-Elf. Gemeinsam mit Akanji und Zagadou strukturierte er das Spiel seiner Mannschaft - und profitierte in der Gesamtwertung ebenfalls vom starken Auftritt seiner Mitspieler.

Beim BVB überzeugten außerdem mehrere junge Spieler. So besetzen auch im SPIX zwei 20-Jährige die offensiven Außenpositionen: Im Zusammenspiel sorgten Christian Pulisic (Vorlage) und Jacob Bruun Larsen (Abschluss) für das erste Tor und starteten damit den Dortmunder Galaauftritt. Bruun Larsen legte zudem noch einen Treffer für Marco Reus auf, Pulisic gab neben seiner Vorlage selbst drei Torschüsse ab und leitete zudem Reus' ersten Treffer durch eine gute Direktablage ein. Mit diesem Offensivspiel war Nürnberg überfordert. Selbst Doppeltorschütze Kevin Volland kam an die Werte von Bruun Larsen und Pulisic nicht ansatzweise heran, er landete auf Platz vier, noch hinter Schalkes Yevhen Konoplyanka.

Na klar, wer bei einem 7:0 Mann des Spiels ist, der gehört auch in die SPIX-Elf: Marco Reus erzielte zwei Tore und legte den Treffer durch Hakimi auf, gab eine weitere Torschussvorlage und zwei weitere Abschlüsse ab. Und für all das brauchte er nur 62 Minuten und 45 Ballaktionen. Die Leistung des Kapitäns war beeindruckend. Bleibt er in diesem Jahr mal fit, wird er zweifellos ein ganz entscheidender Faktor für den Saisonverlauf des BVB werden.

Dortmund spielte in der Offensive sehr flexibel, so darf je nach Auslegung auch Reus als Stürmer gesehen werden. Der SPIX aber wertet Maximilian Philipp als einzige Spitze. Dieser gab zwar eine Vorlage (vor dem 2:0 durch Reus), blieb aber selbst ohne Treffer. Und so bilden zwei Gladbacher den Angriff. Beim dritten Heimsieg im dritten Spiel erzielten Alassane Pléa und Thorgan Hazard je ein Tor. Hazard bereitete außerdem sechs Torschüsse vor, dazu zählte auch die Vorlage zum 3:1 per Ecke. Pléa wiederum schoss siebenmal aufs Tor - ein enorm starker Wert. So ergeben sich in der SPIX-Elf zehn Feldspieler, die zwar nicht allesamt Dortmunder, aber ausschließlich Borussen sind.

Und das ist die SPON11 des fünften Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

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