Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des sechsten Spieltags

Elf Spieler aus neun verschiedenen Vereinen: Noch nie in dieser Saison war die Mannschaft des Spieltags so vielfältig. Trotz der Pleite gegen Hertha hat es auch ein Bayern-Profi in das Topteam geschafft.

Schwer vom Ball zu trennen: Jacob Bruun Larsen
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Schwer vom Ball zu trennen: Jacob Bruun Larsen

Von Tobias Escher


Bei der Elf des Spieltags stellt sich meist nur eine Frage: Wie viele Akteure stellt Rekordmeister Bayern München? Nach der 0:2-Pleite gegen Hertha sind sie nur mit einem Spieler vertreten. Das Team des Wochenendes ist ein anderer Klub aus Bayern: Dank des 4:1-Erfolgs über den SC Freiburg stehen gleich drei Augsburger in der Topelf.

Wie kann das sein? Unser Bewertungssystem SPIX orientiert sich ausschließlich an objektiv messbaren Daten. Die Bayern wandelten bei ihrer 0:2-Niederlage ihre Dominanz nicht in Chancen um, mussten also Abstriche in den offensiven Statistiken hinnehmen. Das kostete entscheidende Punkte in der SPIX-Wertung.

Den Anfang in der Elf des Spieltags macht ein Bayern-Besieger. Fußball-Gelehrte rätseln seit Langem: Was benötigt ein Bundesligateam, um die übermächtigen Bayern zu schlagen? Einsatz? Eine besonders ausgetüftelte Taktik? Unterstützung vom Fußballgott? Vielleicht ist die Antwort ja viel simpler: einen guten Torhüter. Vier Topparaden gelangen Keeper Thomas Kraft beim 2:0-Erfolg seiner Herthaner über den Rekordmeister. Das ergibt den höchstmöglichen SPIX von 100.

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Weltmeisterlich war an der bisherigen Saison von Benjamin Pavard wenig. Die Leistungen des Innenverteidigers schwanken, was sich auch in einem unterdurchschnittlichen SPIX ausdrückte. Nun die Wiederauferstehung: Erstmals in dieser Saison gelingt ihm der Sprung in die Elf des Spieltags. Vor allem im Bereich Abwehrstärke brillierte er, der Franzose klärte viele Bälle im eigenen Strafraum. An seiner Seite steht Kaan Ayhan, trotz einer 0:3-Niederlage seiner Düsseldorfer. Er bewahrte Düsseldorf mit fünf gewonnen Tacklings und zehn eroberten Bällen vor einer höheren Klatsche und steht damit bereits zum zweiten Mal in dieser Saison im Bundesliga-Topteam.

2:0 geführt, 2:4 verloren: Spieler von Bayer Leverkusen würde man eher nicht in der Elf des Spieltags erwarten. Doch gerade Leverkusens Außenverteidiger überzeugten gegen den BVB. Wendell steht in der Elf des Tages. Er rangiert knapp vor seinem Teamkollegen Mitchell Weiser, dem sogar ein Treffer gelang. Bester Außenverteidiger des Spieltags war indes Augsburgs Jonathan Schmid.

Nächste Nominierung für den SPIX-Dauerbrenner: Bereits zum dritten Mal in dieser Saison steht Thiago in der Elf des Spieltags. Angesichts seiner Dominanz auf der Sechser-Position sollte man dazu übergehen, den zweitbesten Spieler zu ehren. Diese Ehre gebührte einem Landsmann von Thiago: Frankfurts Lucas Torró.

Die Spieler des Tages auf den Außen-Positionen könnten unterschiedlicher kaum sein: Auf der einen Seite Augsburgs Caiuby, ein 30 Jahre alter brachialer Spielertyp, den es mit Wucht zum Tor zieht. Auf der anderen Seite Dortmunds Brun Larsen, ein 20-jähriger filigraner Techniker, der nur schwer vom Ball zu trennen ist.

Dass Larsen und nicht sein auffällig starker Teamkollege Jadon Sancho in der Topelf steht, liegt an einer Eigenheit des SPIX: Er berechnet erst ab dreißig Minuten Einsatzzeit einen Wert für die Spieler. Sancho, Vorbereiter zweier Treffer und damit Wegbereiter für Dortmunds Wiederauferstehung, stand nur 22 Minuten auf dem Rasen.

Marco Reus (SPIX: 97), Gonzalo Castro (97), Kevin Kampl (94): Die Liste der besten offensiven Mittelfeldspieler wartet an diesem Spieltag mit viel Prominenz auf. An der Spitze steht allerdings ein eher unbekannter Mann: Jonathan de Guzman, immerhin einst 14-facher niederländischer Nationalspieler. Einen Treffer bereitete er beim Frankfurter 4:1-Sieg über Hannover 96 vor, einen erzielte er selbst.

Es war die Wohlfühl-Geschichte des Spieltags: Alfred Finnbogason feierte am Wochenende sein Comeback nach einer Verletzungspause. Der Isländer erzielte drei der vier Treffer beim Augsburger 4:1-Sieg. Finnbogason erreichte dennoch nur den zweithöchsten SPIX auf der Stürmer-Position. Yussuf Poulsen, Doppel-Torschütze bei Leipzigs 2:1-Sieg in Hoffenheim, erreichte die Höchstpunktzahl von 100.

Und das ist die SPON11 des sechsten Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

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insgesamt 2 Beiträge
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gammoncrack 01.10.2018
1. Schon witzig.
Ich würde vermuten wollen, hätte am Wochende eine Schülermannschaft in der Bundesliga mitgespielt und 30:0 verloren, wäre der Gegner hier mit allen Spielern auf dem Tableau. Ich vermisse bei der Ermittlung ganz deutlich, wie stark der jeweilige Gegner des "Auserwählten" gespielt hat.
kolombo 01.10.2018
2. Transparenz?
Wieso haben Castro und Reus den selben Indexwert, obwohl Reus bei den Einzelwerten z.T. deutlich vorne ist?
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