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Borussia Dortmund siegt beim VfB: Stuttgarter Statisten

Foto: Ronald Wittek/ dpa

Sieg in der Bundesliga BVB schont sich gegen schwachen VfB

Dritter Sieg in Folge für Borussia Dortmund: Der BVB gewinnt gegen harmlose Stuttgarter und setzt sich vorerst ins Mittelfeld der Bundesliga ab. Die defensive Spielidee von VfB-Trainer Huub Stevens ging in keiner Phase auf.

Hamburg - Borussia Dortmund hat zum Auftakt des 22. Bundesliga-Spieltags zum dritten Mal in Folge gewonnen. Der BVB siegte 3:2 (2:1) beim Tabellenletzten VfB Stuttgart, der in der Rückrunde immer noch auf den ersten Sieg wartet. Die Tore für die Borussia erzielten Pierre-Emerick Aubameyang (25. Minute) Ilkay Gündogan (39.) und Marco Reus (89.). Für den VfB trafen Florian Klein (32.) und Georg Niedermeier (90.). Die Borussia rückt damit in der Tabelle vorerst auf den zehnten Platz vor, Stuttgart bleibt Letzter.

"Wir sind der verdiente Sieger", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp. "Stuttgart hat nur zwei Ecken und macht zwei Tore. In vielen anderen Momenten haben wir guten Fußball gespielt." VfB-Trainer Huub Stevens zeigte sich enttäuscht: "Wir haben den Gegner eingeladen, Tore zu machen."

Schon vor dem Anpfiff bestätigten die Trainer mit ihren Aufstellungen die Gemütslage bei beiden Klubs. Während Klopp nach zwei Siegen in Folge keinen Grund für personelle Wechsel sah, mischte Stevens durch: Mit Daniel Schwaab, Carlos Gruezo und Winter-Zugang Serey Dié brachte er drei neue Spieler, im neuen 4-4-2 fehlten somit aber die offensiven Mittelfeldspieler. Der VfB sollte defensiv sicher stehen, das war Stevens' Signal.

Doch schnell wurde klar, wie schwer sich der verunsicherte Tabellenletzte mit dieser Marschroute tat. Die Dortmunder bestimmten Tempo und Spiel, hatten durch einen Kopfball von Nuri Sahin (12.) die erste gute Torchance und setzten die Stuttgarter immer wieder unter Druck. Beim vermeintlichen 0:1 stand Aubameyang im Abseits (15.).

Aytekin gibt Elfmeter, aber kein Rot

In der 25. Minute bekam der Torjäger des BVB seine zweite Chance - und diesmal traf Aubameyang: Marcel Schmelzer öffnete das Spiel mit einem Pass auf Reus, der sich - wie von Stevens gefordert - einer Stuttgarter Überzahl gegenübersah. Doch sechs VfB-Profis hinderten Reus nicht am Abspiel auf Kagawa, der Japaner passte weiter auf Aubameyang, und der Gabuner ließ Sven Ulreich mit einem Schuss unter die Latte keine Chance (25.).

Der VfB machte nicht den Eindruck, schnell zurückzukommen. Doch auch der BVB kämpft in dieser Saison mit Konzentrationsmängeln in der Abwehr. Martin Harnik verlängerte den ersten Eckball der Stuttgarter mit der Hacke, Sahin störte im Fünfmeterraum Niedermeier beim Torabschluss, und so entschied Deniz Aytekin zu Recht auf Elfmeter. Dass der Schiedsrichter Sahin wegen einer Notbremse nicht die Rote Karte zeigte, war allerdings eine Fehlentscheidung.

Klein verwandelte den Strafstoß (32.), der VfB war wieder im Spiel. Doch es dauerte nur sieben Minuten, bis sich die Stuttgarter Abwehr den nächsten Aussetzer leistete. Trotz erneuter Überzahl konnte Gündogan in den Strafraum eindringen, wurde von Kagawa mit der Hacke bedient und traf aus zwölf Metern mit der Picke.

Mit den Gedanken in Turin

Klopp musste zu Beginn des zweiten Durchgangs wechseln, für den angeschlagenen Kevin Kampl kam Henrich Mchitarjan. Der Dortmunder Überlegenheit tat das keinen Abbruch, die Gäste blieben das bessere Team. Stevens reagierte erstmals in der 56. Minute, der vom BVB verliehene Moritz Leitner sollte die Offensive beleben.

Es blieb bei der Idee, der VfB entwickelte null Torgefahr. In dieser Verfassung wird es für die Stuttgarter schwer, die Klasse zu halten, zumal Timo Baumgartl in der Schlussphase Reus mit einem zu kurzen Rückpass auf Ulreich das dritte Tor auflegte (89.). Daran änderte auch der Anschlusstreffer von Niedermeier (90.+1) im Anschluss an einen Eckball nichts.

Der BVB hatte es zuvor verpasst, konsequenter auf den dritten Treffer zu drängen. Gegen einen stärkeren Gegner hätte sich das rächen können, aber die Dortmunder machten in der zweiten Hälfte das, was Klopp vor dem Spiel verneint hatte: Seine Spieler hatten den kommenden Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Hinterkopf, wenn es in der Champions League gegen Juventus Turin weitergeht. Die Turiner spielten zeitgleich gegen Atalanta Bergamo und gewannen 2:1.

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (1:2)
0:1 Aubameyang (25.)
1:1 Klein (32., Foulelfmeter)
1:2 Gündogan (39.)
1:3 Reus (89.)
2:3 Niedermeier (90.+1)
Stuttgart: Ulreich - Schwaab (78. Kostic), Baumgartl, Niedermeier, Gotoku Sakai - Serey Dié, Gruezo (56. Leitner) - Klein, Hlousek (72. Ibisevic) - Harnik, Timo Werner
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Sokratis, Schmelzer - Sahin, Gündogan - Kampl (46. Mchitarjan), Kagawa (69. Blaszczykowski), Reus (90. Ginter) - Aubameyang
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 60.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Dié - Kagawa (2), Piszczek (4)

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