Fußball-Bundesliga DFL entscheidet über Torlinientechnik

Erhalten die Schiedsrichter im deutschen Profi-Fußball künftig technische Unterstützung? Die 36 Erst- und Zweitligisten stimmen Ende März über die Einführung der Torlinientechnik ab. Ob sie dann aber bereits kommende Saison eingesetzt werden kann, hängt vom System ab.
Torlinientechnologie: Treffer oder kein Treffer?

Torlinientechnologie: Treffer oder kein Treffer?

Foto: Getty Images

Hamburg - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird bei ihrer Versammlung am 24. März über die mögliche Einführung der Torlinientechnologie entscheiden. Einen entsprechenden Bericht der "Sport Bild" bestätigte die DFL. Die Vertreter der 36 Erst- und Zweitligisten stimmen darüber ab, ob Schiedsrichter künftig ein technisches Hilfsmittel bekommen.

Sollte diese positiv ausfallen, könnte am gleichen Tag auch über die genaue Technologie abgestimmt werden. Ursprünglich hatte die DFL die Torlinientechnik erst zur Saison 2015 einführen wollen, doch das Phantomtor von Stefan Kießling in Hoffenheim im Oktober hatte die Debatte neu befeuert.

Für Liga-Präsident Reinhard Rauball ist es denkbar, dass die Torlinientechnologie, mit der umstrittene Torentscheidungen kontrolliert werden können, zunächst nur in der ersten Liga zum Einsatz kommt. Dies hatte Rauball bereits im Februar erklärt. Zudem müsse eine Regelung für den DFB-Pokal gefunden werden, wenn unterklassige Teams Heimrecht haben.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig lässt sich derzeit die vier lizenzierten Techniken vorführen und wird sie anschließend dem Liga-Vorstand präsentieren. "Die Clubs müssen es am Ende bezahlen und damit umgehen - deshalb sollte es schon ein klares Votum sein", hatte Rettig bereits im Dezember gesagt. Zwei der möglichen Systeme verwenden Technik im Ball. "Da bräuchten wir mehr Vorlauf. Eine Einführung 2014/2015 wäre bei denen nicht möglich", stellte Rettig klar. Die Systeme im Überblick:

  • Das Hawk-Eye-System, das in dieser Saison bereits in der Premier League eingesetzt wird - und bislang erfolgreich funktioniert. Hier werden sechs bis acht Kameras im Tor platziert.
  • Das deutsche System Goal Control, das beim Confederations Cup 2013 in Brasilien getestet worden war und auch bei der WM (12. Juni bis 13. Juli) zum Einsatz kommt. Bei Goal Control werden sieben Kameras im Tor platziert.
  • Der Chip im Ball der Firma Cairos. Hierbei gibt es allerdings noch große Bedenken der Ballhersteller. Bei diesem System wird ein Magnetfeld verwendet.
  • Das System GoalRef vom Fraunhofer-Institut, bei dem im Ball Spulen integriert sind. Auch hier wird ein Magnetfeld eingesetzt, das mit Antennen direkt hinter der Latte erzeugt wird.

Die Spitzenreferees haben sich längst für die Einführung ausgesprochen. "Wir sind jederzeit bereit", sagte Herbert Fandel, Schiedsrichter-Chef beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

max/dpa
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