Nach Mitgliederversammlung Schatzschneider verkündet Austritt bei Hannover 96

Aus der Wahl-Pleite für Martin Kind zieht sein Vertrauter Dieter Schatzschneider Konsequenzen. Der neue Aufsichtsrat sei von Menschen gewählt worden, "die im Stadion Gewalt ausüben und Pyrotechnik benutzen".

96-Klublegende Dieter Schatzschneider
imago/Rust

96-Klublegende Dieter Schatzschneider


Dieter Schatzschneider hat wenige Tage nach dem Wahlsieg der Opposition bei der Mitgliederversammlung von Hannover 96 seinen Austritt aus dem Verein angekündigt. "Für mich kommt nicht infrage, dass ich von Leuten vertreten werde, die von Leuten gewählt werden, die im Stadion Gewalt ausüben und Pyrotechnik benutzen", sagte der 60-Jährige bei einer Veranstaltung der "Neuen Presse" in Hannover.

Bei der Mitgliederversammlung am Samstag waren ausschließlich Vertreter des Fanlagers in den Aufsichtsrat gewählt worden. Bei den Niedersachsen wird die ausgegliederte Profiabteilung weiter von Geschäftsführer Martin Kind geführt, der Mutterverein fortan von seinen Gegnern.

Schatzschneider ist ein enger Vertrauter von Kind und war mehr als zehn Jahre als Talentscout bei Hannover 96 tätig. Davor hatte er den FC Augsburg, die SVG Göttingen, Altona 93 und die Sportfreunde Ricklingen trainiert. Von 1978 bis 1983 sowie noch einmal in der Saison 1988/89 war er selbst als Spieler für 96 aktiv.

Schatzschneiders freiwilliger Abschied in Hannover scheint damit besiegelt - ein weniger freiwilliger könnte schon bald folgen: Gerade erst hatte Kind seinem Trainer Thomas Doll in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung vorgeworfen, er würde nicht das "Leistungspotenzial der Mannschaft ausschöpfen".

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes hieß es, Schatzschneiders Aussage habe sich auf die Mitglieder des neuen Aufsichtsrats bezogen. Wir haben den Fehler korrigiert.

tip/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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social_d 28.03.2019
1. Wohin es führt
Wohin es führt, wenn Fans versuchen einen Verein zu übernehmen, hat man beim Hamburger SV gesehen. Hier hat der Aufsichtsrat unter der Mehrheit der Supporters, den damaligen Präsidenten Hoffmann gestürzt. Das Ergebnis kann man nun betrachten. Bis der Verein wieder dahn kommt, wo er 2009 war, werden noch viele Jahre vergehen. Mir persönlich gefällt die Entwicklung im Profifußball auch nicht. Aber als Fan hat man besserer Einflussmöglichkeiten, als den Versuch ein Wirtschaftsunternehmen zu übernhemen. Wenn sich alle einig wären und heute das Sky-Abo kündigen und nicht mehr ins Stadion gehen würden, hätte man viel mehr erreicht.
Jörg Gehrke 28.03.2019
2. Abmahnung
"Für mich kommt nicht infrage, dass ich von Leuten vertreten werde, die von Leuten gewählt werden, die im Stadion Gewalt ausüben und Pyrotechnik benutzen", sagte der 60-Jährige... Das ist aber eine der pauschale Einschätzung der Wähler. Die Zustimmung zu den Mitgliederkandidaten ging quer durch alle Schichten. Eine Mär, dass hier gewaltbereite Ultras oder Hooligans die Profiabteilung Hannover 96 gekapert hätten. Die Probleme bei Hannover 96 e.V. lagen wo ganz anders. Die gerichtlich festgestellte Vorstandsdiktatur ging vielen Vereinsmitgliedern zu weit. Speziell, weil Herr Kind als Präsident des e.V. Verträge mit seiner Investorengruppe oder teilweise auch mit sich selbst zu seinem Vorteil abgeschlossen hat. Hier sind die Interessen des eingetragenen Vereins gefährdet. Aber zu Herrn Schatzschneidrs Reaktion: Vielleicht war ja auch die Abmahnung, die er gerade erst kassiert hat, mit ein Grund. Wer weiß. Aber darüber spricht er wohl nicht so gern.
zaramas 28.03.2019
3. Na endlich..
Das wurde ja auch Zeit. Jeder Kommentar von den war unerträglich. Und besonders erfolgreich war er ja als Talentscout nun auch nicht. Eine Katastrophe weniger auf der Gehaltsliste.
camshaft_in_head 28.03.2019
4. Ich bin kein wirklicher Fan
der Faneroberung aber hier haben sie teilweise Recht. Was in den letzten Jahren von Herrn Kind bei 96 vermurkst wurde (inkl Abstieg 2016) ist nicht mehr wirklich schön! Unfähige Manager und Trainer einstellen die dann auch noch unfähige Spieler kaufen und verwalten. Im Endeffekt ist 96 ein Geschäftsunternehmen was laufen muss. Klar wirds diesmal wieder hakelig und ich nehme gerne noch eine 2t-Liga-Saison in Kauf. Allerdings sollten dann auch endlich mal die Ticketpreise gesenkt werden damit auch wieder mehr Menschen ins Stadion gehen. Solange wir nicht so abschmieren wie der BTSV ist alles ok ;)
HanzWachner 28.03.2019
5. Wenn die neuen Entscheider...
besser sind als die bisherigen, dann ist ja alles paletti. Ich glaube eher an "tschüss H96", Eintracht Braunschweig lässt grüßen.
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