Niederlage gegen Leverkusen Frust und Verletzte beim BVB

In Dortmund ist nach der Niederlage gegen Leverkusen fast jeder niedergeschlagen, nicht nur die neuen Verletzten Sven Bender und Nuri Sahin. Coach Jürgen Klopp zeigt sich ausgelaugt, appellierte aber auch an seine Mannschaft: "Mitleidspunkte gibt es keine."

BVB-Coach Klopp: "Das ist sehr, sehr tragisch"
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BVB-Coach Klopp: "Das ist sehr, sehr tragisch"


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Hamburg - Man kann es den BVB-Profis nicht verdenken, wenn sie in dieser Phase frustriert sind. Die Dortmunder sind extrem geplagt von Verletzungen, in der Champions League droht das Aus und in der Liga sind die Bayern schon mit zehn Punkten Vorsprung enteilt. "Wir befinden uns in einer Scheiß-Situation", sagte Robert Lewandowski nach der 0:1-Pleite gegen Bayer Leverkusen.

"Die können im Moment nicht mal Trost gebrauchen", sagte Vereinspräsident Reinhard Rauball nach seinem Besuch in der Dortmunder Kabine. "Ich habe den Spielern gar nichts gesagt und nur die Hand geschüttelt. Niedergeschlagen wie sie waren, hätte alles andere keinen Sinn gemacht."

Derzeit schleppt sich die Borussia nur noch Richtung Winterpause - und hofft dabei so wenig Schaden wie möglich zu nehmen. Doch in den zwei Wochen bis Weihnachten könnten schon zwei Saisonziele außer Reichweite geraten oder gar gänzlich unmöglich werden. "Es gibt keine Mitleidspunkte", sagte Jürgen Klopp im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF und versuchte so, mögliche Ausreden gar nicht erst salonfähig zu machen.

Der BVB-Coach gab aber auch zu, dass die Verletzungsmisere an seinen Spielern nage. Schockmomente seien die Auswechslungen von Sven Bender und Nuri Sahin für seine Mannschaft gewesen, gerade weil beide derzeit kaum zu ersetzen seien. Gegen Leverkusen mussten die beiden defensiven Mittelfeldspieler verletzt vom Platz. Beide wurden nach dem Spiel mit Knöchelblessuren im Krankenhaus untersucht und ihre Einsetzbarkeit für die so wichtige Champions-League-Partie am Mittwoch bei Olympique Marseille (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ZDF, Sky) ist sehr fraglich. Derzeit fallen vier Leistungsträger aus: die Abwehrspieler Mats Hummels, Neven Subotic und Marcel Schmelzer sowie Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan. Darüber hinaus sah Sokratis die Gelb-Rote Karte und wird in der Liga gegen Hoffenheim fehlen.

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Auch der Trainer selbst wirkt ausgelaugt: "Das ist sehr, sehr tragisch. Ich muss mir keine Gedanken machen, was wir besser machen können, wenn ich nicht weiß, mit wem wir es besser machen können."

Der dünne Kader im Defensivbereich war schon vor Saisonbeginn als Schwachstelle der Dortmunder ausgemacht worden, nun wirken etliche Spieler nach insgesamt 24 absolvierten Begegnungen in dieser Spielzeit müde. "Es wird Zeit, dass Weihnachten wird. Dann können wir durchschnaufen und in der Rückrunde wieder angreifen", sagte Torhüter Roman Weidenfeller.

Gegen Leverkusen präsentierte sich der BVB schwach wie lange nicht. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir mal so viele Zweikämpfe verloren haben", sagte Klopp. "Wir haben uns das selbst eingebrockt, waren heute einfach nicht so gut." Leverkusen zollte er Respekt. "Wenn man gegen Bayer gewinnen will, muss man richtig gut Fußball spielen." Das habe die Borussia nicht getan.

Wie tief der Frust in Dortmund derzeit sitzt, machte der ansonsten faire Klopp aber auch deutlich. "Leverkusen hat eigentlich nur drei Punkte mehr als wir - mit den drei aus Hoffenheim", so der Coach. Das sei eine Wahrheit, die außen vor gelassen werde. Dann bemerkte Klopp im "Sportstudio" aber schnell, dass "wir immerhin 31 Punkte haben". Durch die derzeitige Situation müsse man nun eben durch.

Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)
0:1 Son (18.)
Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Friedrich, Sokratis, Durm - Sven Bender (63. Reus), Sahin (82. Piszczek) - Blaszczykowski (67. Hofmann), Mchitarjan, Aubameyang - Lewandowski
Leverkusen: Leno - Donati, Toprak, Spahic, Can - Lars Bender, Rolfes, Castro (89. Kohr) - Hegeler (78. Kruse), Kießling, Son (82. Wollscheid)
Schiedsrichter: Meyer
Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)
Rote Karte: Spahic nach einer Tätlichkeit (80.)
Gelb-Rote Karte: Sokratis wegen unsportlichen Verhaltens (90.+2)
Gelbe Karten: Hegeler (2), Can (3), Castro (4), Wollscheid (3)

max/dpa

insgesamt 100 Beiträge
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Seite 1
shanda 08.12.2013
1. Voraussetzungen
Über Jahr hinweg auf drei Hochzeiten (= 3 Wettbewerbe) tanzen und noch möglichst viele Nationalspieler stellen zu wollen, bedeutet auch, Kader, Trainingsmethoden und Spielweise auf die enormen Belastungen ausrichten zu müssen.
trader_07 08.12.2013
2. Grossartig :-)
Ihre Fieber-Fantasien sind wie immer herzerfrischend :-) Gruss aus dem Münchener Westen, trader_07
axelmueller1976 08.12.2013
3. Selbst Schuld falschesTraining
Was der BVB jetzt erlebt hat man selbst verschuldet.Der Trainer wurde mit Seinem System in den Himmel gelobt und als weltbester Trainer ausgerufen. In Wirklichkeit ging das Spielsystem nur zu Lasten der Spieler diese wurden kaputt trainiert. Der seitherige Erfolg war nur auf dem hyperaggressiven Lauffußball aufgebaut. Aber das reicht gegen große Mannschaften nicht aus,
RedEric 08.12.2013
4. Mimosenverein
ein Schlagzeile über den BVB lautete letzt Mimosenverein. Für die Fans scheint das auch zu stimmen...
rahelrubin 08.12.2013
5. Sch***saison
Erst hat man kein Glück, dann kommt noch Pech dazu. Gute Spiele verloren, Chancen vertan, Leute verletzt, Fehlentscheidungen von Schiris, frustrierend, und jetzt so eben mal Platz 3 und am Dienstag CL. Da möcht man heulen. Aber: du stiegst oft schon aus Asche empor, schwarzgelb und unverwundbar, wir sund alle am Borsigplatz geboren, leucht auf, mein Stern Borussia! Jetzt erst recht!
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