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23. September 2018, 08:36 Uhr

Drei Thesen zur Bundesliga

Die Schalker Krise ist beendet

Von und

Chancenlos hat Schalke 04 auch sein viertes Saisonspiel verloren. Trotzdem gibt das Spiel gegen die Bayern Anlass zu Optimismus. München könnte die Hinrunde ungeschlagen überstehen - aber was ist das wert?

1) Für Schalke geht es jetzt aufwärts

Null Punkte nach vier Spielen, und das als Champions-League-Teilnehmer: Das ist normalerweise Grund zur nackten Panik bei einem Bundesligisten. Schalke und Domenico Tedesco können die kommenden Wochen aber einigermaßen entspannt angehen. Denn die Leistung beim 0:2 (0:1) gegen den FC Bayern war - anders als mancher frustrierte Fan meinte - völlig in Ordnung. S04 spielte nicht zu defensiv, aber die Leistung der Münchner war schlicht zu gut, um sie über 90 Minuten daran zu hindern, Torchancen herauszuspielen.

Tedescos Fußball ist nicht der attraktivste, das stimmt. Aber das galt auch in der erfolgreichen Vorsaison. Gegen schwächere Gegner sollte es besser laufen. Und schwächere Gegner kommen jetzt: Freiburg, Mainz, Düsseldorf. Die nächsten Aufgaben in der Champions League ( Galatasaray Istanbul und Lokomotive Moskau) erscheinen auch nicht unlösbar. Unsere Prognose: Ende Oktober befinden sich die Knappen in der oberen Tabellenhälfte. Ob es allerdings für die erneute Champions-League-Qualifikation reicht? Das wird schwer.

2) Bei Bayern kommt es auf James an

Dass Bayern gegen Schalke gewann, lag auch stark an James Rodríguez. Der Kolumbianer überragte nicht nur wegen seines Tors zum 1:0 und dem herausgeholten Elfmeter zum 2:0. James legte seinen Mitspielern vier Torschüsse auf, schloss dreimal selbst ab. Beides Höchstwerte im Spiel. Der ehemalige Madrilene macht den Unterschied aus, das bewies er nicht zuletzt gegen Schalke.

Im Gegensatz zu den beiden Flügelspielern Franck Ribéry und Arjen Robben verlagert James das Spiel gerne ins Zentrum. Er gibt im Münchner Offensivspiel den Takt an - und sorgt für Überraschungsmomente. James ist in der Bundesliga der Spieler der Stunde. Vielleicht ist er sogar der Ausnahmespieler, den die Bayern brauchen, um auch international Erfolg zu haben.

3) Bis Februar wissen wir noch gar nichts über die Klasse des FC Bayern

Sieben Siege in sieben Pflichtspielen, auswärts noch ohne Gegentor: Der FC Bayern ist trotz ausbleibender Großtransfers und trotz des relativ unerfahrenen Trainers Niko Kovac in der Bundesliga mindestens genauso dominant wie in den vergangenen Jahren. Der siebte Meistertitel in Folge scheint wieder mal nur Formsache zu sein. Die Langzeitverletzungen von Corentin Tolisso und Kingsley Coman fallen da kaum ins Gewicht.

Das liegt auch daran, dass die Münchner kaum gefordert werden - in der Bundesliga nicht, und dank einer glücklichen Auslosung auch in der Champions League nicht. Bis Weihnachten treffen die Bayern außer in Dortmund (10. November) keine wirklich starken Kontrahenten. Der BVB ist der einzige Gegner in der Hinrunde, der jährlich zumindest halb so viel Geld ausgeben kann wie der FCB.

Im Vergleich dazu spielt etwa Liverpool im gleichen Zeitraum sieben Spiele gegen reichere Klubs und insgesamt elf Partien gegen Teams, die mindestens halb so viel Geld ausgeben wie die Reds. Dafür können die Bayern nicht viel, und es soll nicht bedeuten, dass die Leistungen der Münchner nicht beeindruckend wären. Ob es aber eine wirklich gute Saison und Kovac wirklich ein herausragender Bayern-Coach wird - das werden wir frühestens im Achtelfinale der Champions League beurteilen können (12. Februar bis 13. März).

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