Drei Thesen zum Bundesliga-Abstiegskampf VfB Stuttgart geht gestärkt in die Relegation

Im Bundesliga-Abstiegskampf hat der 27. Spieltag die Weichen gestellt: Hannover wird sich kaum noch retten können. Anders sieht das für den VfB Stuttgart und den FC Schalke 04 aus.

Ron-Robert Zieler (r.) schlägt den Ball frustriert zurück ins Feld - er hat gerade das dritte Frankfurter Tor kassiert
Matthias Hangst/Getty Images

Ron-Robert Zieler (r.) schlägt den Ball frustriert zurück ins Feld - er hat gerade das dritte Frankfurter Tor kassiert

Von Stephan Spiegelberg und


Bei Hannover 96 ist das Kind schon in den Brunnen gefallen

Die Bilanz von Trainer Thomas Doll in Hannover liest sich erschütternd: Der Nachfolger von André Breitenreiter verlor zum Auftakt gegen Leipzig, holte dann seinen einzigen Sieg gegen Nürnberg - und verlor nun gegen Schalke sein sechstes Spiel in Folge. Die Mannschaft kassierte unter dem neuen Coach insgesamt 18 Tore, erzielte selbst nur sechs. Auch gegen S04 fehlte die Effektivität.

Martin Kind, der ehemalige Alleinherrscher, hat das Team und seine Zusammenstellung bereits scharf kritisiert, Sportchef Horst Heldt und Ex-Trainer Breitenreiter die Schuld zugeschoben - und er ging auch Doll bereits an. Der aktuelle Coach wiederum beschimpfte seine Spieler, distanzierte sich von seinen "Jungs" - nicht nur einmal.

Wenngleich so mancher Beobachter zuletzt eine Verbesserung im 96-Spiel ausgemacht haben will: Das Team verliert weiter zuverlässig. Ob und wann Ihlas Bebou und Niklas Füllkrug wieder zur Mannschaft stoßen, ist offen. Ob Walace und andere aus ihrem Formtief kommen? Man weiß es nicht! Auf den Relegationsplatz fehlen sieben Spiele vor Saisonende sechs Punkte. Rechnerisch ist der Klassenerhalt noch möglich. Aber es glaubt niemand mehr daran.

VfB Stuttgart geht gestärkt in die Relegation

Die Negativserien der Bundesliga-Abstiegskandidaten ähneln sich in den vergangenen Wochen. Auch Stuttgarts Ausbeute ist spärlich: Im Jahr 2019 holte der VfB bislang nur einen Sieg und insgesamt sechs Punkte. Aber so paradox es klingen mag: Aus dem verdienten 0:3 gegen Eintracht Frankfurt kann die Mannschaft Motivation und Hoffnung für die Schlussphase der Saison schöpfen.

Zwar wird es bei fünf Punkten Rückstand auf Rang 15 schwer, noch den direkten Klassenverbleib zu erreichen. Aber ein Abrutschen auf einen der beiden direkten Abstiegsplätze ist auch kaum zu befürchten. Das liegt einerseits daran, dass Nürnberg (Platz 17) und Hannover (Platz 18) zwei Klubs hinter dem VfB liegen, die ein ähnlich schweres Restprogramm wie die Stuttgarter haben.

Andererseits hat die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl gegen Frankfurt in Ansätzen gezeigt, was sie fußballerisch leisten kann. Vor allem in der ersten Hälfte hielt Stuttgart gut mit, erspielte sich einige Chancen und überzeugte auch defensiv. Wenn es dem Team gelingt, darauf aufzubauen, ist am kommenden Samstag der wichtige Heimsieg gegen Nürnberg möglich - und dann ist wohl zumindest der Relegationsplatz sicher. Besser als nichts!

Schalke rettet sich mit Glück

Der sehr glückliche erste Bundesligasieg seit Ende Januar hat in Gelsenkirchen für große Erleichterung gesorgt. Doch Aufatmen können die Schalker nach dem 1:0 in Hannover und trotz nun sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz nicht. Der Kampf gegen den Abstieg geht wohl noch ein paar Wochen weiter. S04 tritt spielerisch weiter arg limitiert auf - und ihr fehlt das Selbstvertrauen.

Schalkes Debütant Nassim Boujellab im Zweikampf mit Hannovers Marvin Bakalorz (r.)
Getty Martin Rose/Images

Schalkes Debütant Nassim Boujellab im Zweikampf mit Hannovers Marvin Bakalorz (r.)

Die Szene, die zum 1:0 in Hannover führte, zeigte zwar, welches Potenzial im Team steckt - aber die Mannschaft ruft das zu selten ab. Kombiniert mit der aktuellen Nervosität und dem Wissen, dass weitere Niederlagen verboten sind, kommt dabei Stückwerk und fehlerhafter Fußball heraus. Schalkes großes Glück ist, dass auch die Konkurrenten im unteren Tabellendrittel alles andere als einen Lauf haben. Am Ende wird sich der S04 zum Klassenverbleib zittern - mehr durch Glück als durch Qualität.

insgesamt 7 Beiträge
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netroot 01.04.2019
1. Mh...
Ihr Beitrag ist nicht objektiv. Nürnberg hat (als bessere Mannschaft) gegen Dortmund unentschieden gespielt etc. und hat am Wochenende 3:0 gewonnen (statt verloren). Auch gegen Frankfurt hat man dort eine sehr gute Leistung bewundern können. (Leider nicht gegen Hannover, da wäre es wichtiger gewesen) Entscheiden wird sich das Rennen im direkten Vergleich, der ja ansteht. Viele Punkte holt sicherlich keiner der Drei.
Rindi 01.04.2019
2. Stuttgart sicher in der Relegation?
Ich hab da so meine Zweifel. Gegen Mannschaften wie Frankfurt kann man schön spielen, aber am Samstag gegen Nürnberg wird dieser Fußball auf einmal zu einer ganz anderen Sportart. Da kommt man nur über Kampf zum Erfolg. Außerdem hat der VfB beim Spiel gegen den Club maximalen Druck. Eine Niederlage und das Tor zur 2. Liga ist ganz weit offen. Der Club hingegen hat nichts zu verlieren. Die Fußball Nation hat die Franken seit Wochen abgeschrieben.
PeterAlef 01.04.2019
3. ...Petersens zuverlässiger Blick...
...in die Glaskugel...
Sal.Paradies 01.04.2019
4. H96 fällt völlig auseinander
und mit T. Doll haben sie zudem noch einen Übungsleiter, der mit seinem eigenen Verhalten alles dafür tut, dass es so schnell als möglich geht. Der VFB wird wohl die Relegation erreichen, die er dann auch erfolgreich gestalten wird. Wenn sie das Endspiel gegen den Club gewinnen, sind sie schon mit einem Bein in der Relegationszone, da auch Nürnberg+H96 schwere Restprogramme vor sich haben. Als Schwabe drücke ich natürlich dem VFB die Daumen, während H96 für ihre Chaos-Politik die Zeche zu bezahlen haben. Breiti zu entlassen und darauf hoffen, dass Doll die Karre aus dem Dreck zieht war von Anfang an eine absurde Idee, auf die nur Kind kommen kann. Der Mann hat Geld aber nur rudimentäre Erfahrungen, was den Fussball und seine Feinheiten angeht. Langfristig wird der Club wohl eher einen Vorteil haben, wenn KInd endlich hinwirft.Und diejenigen die jetzt gleich losjammern ohne Kind wäre H69 erledigt, sollten sich mal fragen, was ein Bundesligist für einen Wert hat der von einem einzigen Menschen abhängig ist? Wirklich Leute, auf diese Art&Weise ist ein langfristiges Überleben nur schwer möglich und das die Stimmung bei euch mehr als vergiftet ist, wird wohl niemand mehr in Zweifel ziehen. Kind möchte mit seiner Vorstellung der 50+Regel das große (GElD)-Rad drehen, vergißt darüber hinaus aber, dass dann "alle" Zugriff darauf haben und mit diesem System Leichen garantiert wären.
Pless1 01.04.2019
5.
Schalke hat vor allem das große Glück, dass es da unten noch erheblich schlechtere Mannschaften gibt und nun einmal nicht mehr als drei Teams absteigen können. Für Nürnberg und vor allem Hannover ist die Messe gelesen. Eher konnte ich mir vorstellen, dass der VfB die Augsburger noch abfängt. Wer immer am Ende absteigt: Die vier genannten werden das unter sich ausmachen und wohl allesamt hinter Schalke bleiben, selbst ich als Borusse mache mir da wenig Sorgen um "die Blauen". Wäre ja auch schade ums Derby!
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