Bundesliga Eintracht setzt ein Ausrufezeichen

Wer glaubte, Eintracht Frankfurt würde sich vom doppelten Punktabzug durch den DFB einschüchtern lassen, muss sich eines Besseren belehren lassen. Im Waldstadion wurde der Uefa-Cup-Kandidat aus Wolfsburg mit 4:0 vom Platz gefegt.


"Lass' dich in den Himmel heben": Alexander Schur feiert den Torschützen zum 2:0, Marco Gebhardt
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"Lass' dich in den Himmel heben": Alexander Schur feiert den Torschützen zum 2:0, Marco Gebhardt

Frankfurt - Eintracht Frankfurt avanciert in der Fußball-Bundesliga immer mehr zur "Mannschaft der Stunde". Die Hessen besiegten den VfL Wolfsburg mit 4:0 (2:0) und setzten ihre Erfolgsserie unter Trainer Felix Magath - mittlerweile 27 Punkte aus 15 Spielen - unverdrossen fort. Die Ausgangsposition der Eintracht im Abstiegskampf könnte sich weiter verbessern, wenn ihrem am Donnerstag eingelegten Einspruch gegen den Zwei-Punkte-Abzug und die 500.000 Mark-Geldstrafe entsprochen würde.

Für die Wolfsburger, die ihre erste Niederlage überhaupt gegen Frankfurt kassierten, ist der Traum von der Champions League nach zuvor sieben Spieltagen ohne Pleite endgültig geplatzt. Bachirou Salou mit seinem siebten Saisontor (8.), Marco Gebhardt (16.) sowie Chen Yang mit einem Doppelschlag in der 76. und 79. Minute stellten den sechsten Sieg in den vergangenen acht Heimspielen für den deutschen Meister von 1959 sicher, der gegenwärtig zu den vier erfolgreichsten Teams der Rückrunde zählt.

Vor 37.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion begann die Eintracht verhalten. Doch ausgerechnet Salou, der den Vorzug vor A-2-Nationalspieler Thomas Reichenberger erhalten hatte, löste die anfängliche Verkrampfung. Der zuletzt kritisierte Togolese köpfte nach feiner Vorarbeit von Gebhardt zur frühen Führung ein.

Bei Wolfsburg machte sich indes das verletzungsbedingte Fehlen des rumänischen Spielmachers Dorinel Munteanu und von Zoltan Sebescen bemerkbar. Munteanu-Vertreter Charles Akonnor konnte dem konzeptlos wirkenden Spiel der `Wölfe" keine entscheidenen Impulse geben. Dagegen verdiente sich der emsige Eintracht-Regisseur Horst Heldt Bestnoten und bereitete folgerichtig auch das 2:0 durch A-2-Nationalspieler Gebhardt maßgerecht vor.

Die in den Heimspielen der Rückrunde noch unbesiegten Frankfurter spielten sich im Laufe der ersten Halbzeit in einen wahren Rausch und hätten durch Salou (18. und 44.) sowie Kapitän Torsten Kracht (36.) bereits früher klar in Führung gehen können. Die beste Wolfsburger Chance vergab Andrzej Juskowiak, dessen Heber das Eintracht-Gehäuse nur knapp verfehlte.

Nach dem Wechsel und einer Gardinenpredigt von Trainer Wolfgang Wolf zeigten die Niedersachsen mehr Engagement. Doch Akonnor (52.) und Juskowiak (55.) scheiterten am glänzend disponierten Eintracht-Keeper Dirk Heinen. Sein bei den Gegentoren machtloses Pendant Claus Reitmeier rettete quasi im Gegenzug gegen Rolf-Christel Guie-Mien.

Bei Frankfurt überzeugten Kracht, Gebhardt und Heldt, der in der 65. Minute wegen einer Wadenverletzung ausgewechselt werden musste. Akpoborie verdiente sich bei den enttäuschenden Gästen gute Noten.



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