Werder gegen Leverkusen Der Rächer Robin Dutt

Bayer Leverkusen als Tabellenzweiter angereist, Werder Bremen seit Wochen in der Krise - eigentlich hätte klar sein müssen, wie das ausgeht. Aber dann bäumten sich die Bremer auf, und ihr Trainer durfte am Ende die Becker-Faust ballen. Alles Wichtige zu der Partie im Spielfilm.

Werder-Coach Dutt: Triumph über die Ex-Mannschaft
DPA

Werder-Coach Dutt: Triumph über die Ex-Mannschaft

Von


Ausgangslage des Spiels: Werder hat sein letztes Heimspiel 0:7 verloren. Bayer Leverkusen hat die vergangenen vier Pflichtpartien auswärts gewonnen. Wenn, ja, wenn Fußball Mathematik wäre.

Ergebnis des Spiels: 1:0 für Werder Bremen. Santiago García stolpert den Ball in der 74. Minute zum Tor des Tages an Bayer-Keeper Bernd Leno vorbei. Wenn man gnädig ist, könnte man sagen, es war die zweite Torchance des Spiels.

Die erste Halbzeit: Werder war nach dem Bayern-Desaster vor zwei Wochen eifrigst und alleinig darauf bedacht, vor allem die Defensive zu stärken. Das gelang den Gastgebern, weil Sebastian Prödl quasi direkt aus der Reha auf den Platz geschickt wurde und der Österreicher, der sieben Wochen lang verletzt gefehlt hatte, Nachholbedarf an Abwehrarbeit hatte. Für die Offensivbemühungen der Leverkusener wurde im Sportjournalismus das Wort "pomadig" erfunden.

Die zweite Halbzeit: Vom Niveau her angepasst an die erste. Aber es fiel immerhin ein Treffer. Verdient, weil Werder Herz zeigte. Und weil Leverkusen so spielte, wie man es dem Club seit 30 Jahren nachsagt. Wenn man sich nur mal kurz vorstellt, dass Werder gegen Bayer vor gar nicht mal so langer Zeit ein absolutes Top-Spiel der Bundesliga war, dann stellt sich ganz automatisch besinnliche Weihnachtsstimmung ein. Das Spiel war zumindest kein zwingender Beleg für die These von der stärksten Liga der Welt.

Fotostrecke

13  Bilder
Bundesliga: Hertha und Bremen überraschen
Spieler des Spiels: Sebastian Prödl. Hatte immer einen Fuß oder einen Kopf dazwischen. Dass er nicht auch noch das einzige Tor erzielte, erschließt sich im Nachhinein nicht.

Duell des Spiels: Dutt gegen Bayer. Vor zwei Jahren stand Robin Dutt noch bei Leverkusen an der Seitenlinie und sollte Bayer glorreichen Zeiten entgegenführen. Es endete alles ein Dreivierteljahr später eher unerfreulich. Jetzt war die Chance zur Genugtuung da. Er hat sie weidlich wahrgenommen und feierte den Triumph mit der Becker-Faust. Robin Dutt, der Rächer der Verhärmten.

Wechsel des Spiels: Nach 85 Minuten ging mit Aaron Hunt der Einzige, der in der Offensive bei Werder derzeit etwas bewegen kann. Dutt brachte dafür Verteidiger Assani Lukimya, dessen Einwechslung bei Werder-Fans normalerweise Hitzeattacken und Panikanfälle auslöst. Aber an diesem vierten Adventssamstag sollte einfach alles für Werder gut ausgehen. Lukimya blieb ohne Fehler. Und Mainz 05 schoss in der letzten Minute ganz nebenbei den verhassten Hamburger SV zur Heimniederlage.

Kießling des Spiels: Bayer hat Gladbach und Dortmund geschlagen, hat gegen die Bayern remis gespielt. All das, um gegen Braunschweig, Frankfurt und Bremen die Titelchancen zu verspielen. So ist dieser Verein. Für die Champions League gegen Zlatan Ibrahimovic, Edinson Cavani und die anderen Superstars von PSG lässt das natürlich sehr hoffen.

Erkenntnis des Spiels: Der letzte Bayern-Verfolger feiert unterm Tannenbaum, dass er sich mit dem Thema Meisterschaft nicht mehr befassen muss. Und Werder: So schlecht, wie sie zuletzt gemacht wurden, sind sie gar nicht. Gut sind sie deswegen aber noch lange nicht.



insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Freifrau von Hase 21.12.2013
1. Leverkusen
Sorry, aber Leverkusen ist echt zu blöd für einen Titel....
derandersdenkende, 21.12.2013
2. Hoffen wir, daß es sich nur um Rache handelt
Zitat von sysopDPABayer Leverkusen als Tabellenzweiter angereist, Werder Bremen seit Wochen in der Krise - eigentlich hätte klar sein müssen, wie das ausgeht. Aber dann bäumten sich die Bremer auf, und ihr Trainer durfte am Ende die Becker-Faust ballen. Alles wichtige zu der Partie im Spielfilm. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-erfolg-fuer-rubin-dutt-beim-werder-sieg-gegen-leverkusen-a-940469.html
Mit der gleichen Berechtigung könnte man auch Wettbewerbsverzerrung nach der Arbeitsverweigerung gegen die Bayern und dem beherzten Kampf gegen Leverkusen unterstellen!
derhatschongelb 21.12.2013
3. Und Bayern
Holt heute zwei Titel und muss dafür nur ein mal spielen!
Freifrau von Hase 21.12.2013
4. Bremen
Zitat von derandersdenkendeMit der gleichen Berechtigung könnte man auch Wettbewerbsverzerrung nach der Arbeitsverweigerung gegen die Bayern und dem beherzten Kampf gegen Leverkusen unterstellen!
Ja klar, die Bremer haben sich mit Absicht daheim mit 0:7 abschiessen lassen. Weil die ihren Erzfeind aus Bayern so lieb haben, weil sie einen neuen Eintrag für die Geschichtsbücher wollten.... Und was ist mit Freiburg? Spielt gegen Bayern 1:1, lässt sich aber von so ziemlich allen anderen Mannschaften übertölpeln....
widower+2 21.12.2013
5. Schöner Artikel
Zitat von sysopDPABayer Leverkusen als Tabellenzweiter angereist, Werder Bremen seit Wochen in der Krise - eigentlich hätte klar sein müssen, wie das ausgeht. Aber dann bäumten sich die Bremer auf, und ihr Trainer durfte am Ende die Becker-Faust ballen. Alles wichtige zu der Partie im Spielfilm. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-erfolg-fuer-rubin-dutt-beim-werder-sieg-gegen-leverkusen-a-940469.html
Vor allem der Abschnitt zur Einwechslung von Lukimya ist köstlich und treffend. Nur: Der Ball von García war absolut nicht "reingestolpert". Der Ball fiel ihm zwar etwas kurios vor die Füße, er hat ihn dann aber durchaus überlegt eingeschoben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.