Bayern-Sieg gegen Mainz Einigkeit zur Wiesn-Zeit

Der FC Bayern hat gegen Mainz 05 einen souveränen 4:0-Heimsieg eingefahren. Ein wichtiger Erfolg in Zeiten des Aufruhrs. Besonders schön: Pünktlich zur Wiesn müllerte es wieder.

Jubel beim FC Bayern
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Jubel beim FC Bayern

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Jubel des Tages: Ancelotti -Diskussion hin, Lewandowski-Interview her: Im Team der Bayern scheint es zu stimmen. Nach seinem Treffer fegte Arjen Robben in unveränderter Geschwindigkeit zur Bayern-Bank, um Franck Ribéry zu herzen. Auch spielerisch versprühte das Team heute eine gesunde Harmonie.

O'zapft is: Mainz war die bisher letzte Mannschaft, die den FC Bayern während der Wiesn-Zeit vor heimischer Kulisse schlagen konnte. Das war 2010. Zudem hätten sie das erste Team werden können, dem dieses Kunststück gleich zweimal gelang. Es kam anders.

Wiesn-Zeit ist Müller-Zeit: Zu keiner Zeit des Jahres kann sich der FC Bayern urwüchsiger geben als während der Wiesn. Da darf natürlich auch Thomas Müller nicht fehlen. Nach dem Kurzeinsatz gegen Anderlecht durfte der Ur-Bayer von Beginn an ran. Eine gute Idee von Carlo Ancelotti, der nach der Niederlage gegen Hoffenheim in allen Mannschaftsteilen umbaute. Jérôme Boateng und Arturo Vidal, die bei der 0:2-Niederlage nicht im Kader waren, rückten in die Startelf. Vorne sollte Robben für Tempo sorgen - und das tat er auch.

Die erste Hälfte: Das Spiel begann ruhig, Mainz sorgte für die ersten nennenswerten Offensivbemühungen. Dann fälschte Robben einen Müller-Schuss (11.) unhaltbar ab: 1:0 für den FC Bayern. René Adler konnte seine Klasse zeigen und wehrte gleich doppelt gegen Robben und Vidal ab. Kingsley Coman scheiterte an der Latte und auch Robert Lewandowski vergab, bevor Arjen Robben (23.) den Kollegen zeigte, wie man einen Angriff erfolgreich abschließt. Nach Vorlage von Joshua Kimmich erhöhte er mit dem schwachen Rechten auf 2:0.

Die zweite Hälfte: Fünf Minuten brauchten die Bayern, dann konnte sich Müller davonstehlen, um Lewandowski (50.) den Ball flach vor die Füße zu flanken. Der Pole schob den Ball zum 3:0 ins Netz. Es folgte ein Lewandowski-Klassiker (77.): Nach Kimmich-Flanke stand der Torjäger gefühlt sekundenlang in der Luft und köpfte zum 4:0 ein. Sebastian Rudy hätte fast noch sein erstes Pflichtspiel-Tor für den neuen Arbeitgeber erzielt. Er scheiterte jedoch an der Latte.

Chancenwucher: Rudys vergebene Chance war der dritte Lattentreffer der Bayern im Spiel. Ein weiteres Zeichen für ein gegenwärtiges Bayern-Problem, das sich an diesem Nachmittag deutlich zeigte: Im Verhältnis zur Zahl der Großchancen treffen sie derzeit das Tor viel zu selten. Vier Tore klingt gut. Bei insgesamt 27 Torschüssen ist es dennoch sehr ausbaufähig. Gegen stärkere Gegner muss das Team zielstrebiger werden.

Hannover-Jäger: Nach dem Erfolg sind die Bayern bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Hannover herangerückt. Ohne die Serie der 96er mindern zu wollen: Wirklich wichtig war es für die Münchner, nach der Niederlage gegen Hoffenheim gegenüber der Konkurrenz aus Dortmund und Leipzig vorzulegen. Das ist dem Team gelungen.

Bayern München - 1. FSV Mainz 05 4:0 (2:0)
1:0
Müller (11.)
2:0 Robben (23.)
3:0 Lewandowski (50.)
4:0 Lewandowski (77.)
Bayern München: Neuer - Kimmich, Jérôme Boateng (62. Süle), Hummels, Rafinha - Thiago, Vidal (72. Rudy) - Robben (62. Ribéry), Thomas Müller, Coman - Lewandowski
Mainz 05:
Adler - Balogun, Bell, Diallo (76. Muto) - Donati, Frei, Serdar, Brosinski (65. Gbamin) - Öztunali, Quaison - De Blasis (46. Latza)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann
Gelbe Karten: Rafinha, Jérôme Boateng - Bell, Diallo
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)



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Seite 1
spon_2937981 16.09.2017
1. Robben und Ribery
Also, wenn die beiden sich so herzen, dann sieht das für mich so aus, als hätte sich Robben mit Ribery solidarisiert. Um dem Trainer zu zeigen, wie wichtig Ribery für die Mannschaft ist. Glaube, die Mannschaft hat sich zusammengerauft. Gegen den Trainer.
inge-p.1 16.09.2017
2. Ein schöner Sieg der Bayern
Aber, man sollte Eintagsfliegen nicht überbewerten.
Pela1961 16.09.2017
3.
Zitat von spon_2937981Also, wenn die beiden sich so herzen, dann sieht das für mich so aus, als hätte sich Robben mit Ribery solidarisiert. Um dem Trainer zu zeigen, wie wichtig Ribery für die Mannschaft ist. Glaube, die Mannschaft hat sich zusammengerauft. Gegen den Trainer.
Hat Ancelotti jemals was anderes gesagt? Er hat Ribery - von dem die meisten Foristen schon im letzten Jahr sagten, der alte Mann wäre nix mehr wert - nicht immer 90 Minuten durchspielen lassen. Und? Wo ist das Problem? Ich denke eher, Sie wollen auf jeden Fall irgendwo Probleme reininterpretieren, wo schlicht keine sind. Ist schon klar - wäre natürlich für ganz viele "Fans" sehr schön, wenn sich die Bayern intern nur noch streiten würden. Leider sah das heute überhaupt nicht danach aus. Ich habe auch den Verdacht, dass diese eine kleine Äusserung von Müller nicht halt so ernst gemeint war, wie sie rundrum aufgefasst wurde. Aber ist klar - herzen sich Rib und Rob, sind sie sich einig gegen den Trainer. Hauen sie sich Veilchen in der Kabine, sind sie sich enig gegen den Trainer und den Verein und den Rest der Welt. Ich beobachte bei den Auswechslungen von Ribery eigentlich immer mehr, wie seine Kollegen auf sein Trikotgewerfe oder sein Gemotze reagieren. Und die lachen sich immer schlapp, wenn er so ausrastet. Solche Typen gibts in jeder Firma. Und genau so schnell kommen die auch wieder runter. Man sollte nicht alles so aufbauschen.
spon_2937981 16.09.2017
4.
Zitat von Pela1961Hat Ancelotti jemals was anderes gesagt? Er hat Ribery - von dem die meisten Foristen schon im letzten Jahr sagten, der alte Mann wäre nix mehr wert - nicht immer 90 Minuten durchspielen lassen. Und? Wo ist das Problem? Ich denke eher, Sie wollen auf jeden Fall irgendwo Probleme reininterpretieren, wo schlicht keine sind. Ist schon klar - wäre natürlich für ganz viele "Fans" sehr schön, wenn sich die Bayern intern nur noch streiten würden. Leider sah das heute überhaupt nicht danach aus. Ich habe auch den Verdacht, dass diese eine kleine Äusserung von Müller nicht halt so ernst gemeint war, wie sie rundrum aufgefasst wurde. Aber ist klar - herzen sich Rib und Rob, sind sie sich einig gegen den Trainer. Hauen sie sich Veilchen in der Kabine, sind sie sich enig gegen den Trainer und den Verein und den Rest der Welt. Ich beobachte bei den Auswechslungen von Ribery eigentlich immer mehr, wie seine Kollegen auf sein Trikotgewerfe oder sein Gemotze reagieren. Und die lachen sich immer schlapp, wenn er so ausrastet. Solche Typen gibts in jeder Firma. Und genau so schnell kommen die auch wieder runter. Man sollte nicht alles so aufbauschen.
Ich äußere meine Meinung - als Bayernfan. Und die Stimmung im Team war bislang ziemlich mies, von dem, was man als Fernsehzuschauer so mitbekommt. Obwohl Ancelotti ja den Ruf hat, ein Spieler-Flüsterer zu sein. Sein Mojo hat er wohl verloren, oder es wirkt nicht in München. Und wenn nun TROTZDEM beobachtbar gute Stimmung ist - ein Wandel innerhalb kürzester Zeit - dann führe ich das eben nicht auf Maßnahmen des Trainers zurück, sondern darauf, dass sich die Mannschaft selbst zusammengerauft hat - insbesondere die langjährigen Topspieler. Kennt man doch aus jeder Firma: wenn der neue Chef doof ist, dann reißt das das ganze Team runter. Wenn es aber vorher ein gut funktionierendes Team war, dann kann es passieren, dass man sich irgendwann sagt: 'Lass den Kasper mal quatschen, wir machen das wie wir es für richtig halten.'
spon_2937981 16.09.2017
5.
Zitat von spon_2937981Also, wenn die beiden sich so herzen, dann sieht das für mich so aus, als hätte sich Robben mit Ribery solidarisiert. Um dem Trainer zu zeigen, wie wichtig Ribery für die Mannschaft ist. Glaube, die Mannschaft hat sich zusammengerauft. Gegen den Trainer.
Ich zitiere mal den kicker, heute 19:25 Uhr: 'Die Wichtigkeit eines anderen Münchner Spielers wollte Arjen Robben nach seinem Treffer zum 2:0 mit einem spontanen Jubellauf zum auf der Bank sitzenden Franck Ribery setzen, der ihm auf den letzten Metern entgegenkam, ehe sich beide Akteure umarmten. "Das war auch ein Zeichen, weil er ein sehr wichtiger Spieler ist. Mit dieser Auswechslung war viel los. Aber er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wenn wir Titel gewinnen wollen, brauchen wir einen Ribery. Es war schön, da mal kurz mit ihm zu feiern", so Robben über seine Aktion.' http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/706335/artikel_helfen-uns-jetzt-weiter_mueller-empfiehlt-pseudo-klauseln.html
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