Fünf Tore in neun Minuten Bayern zerlegt Wolfsburg

Torfestival in München: Robert Lewandowski entschied das Spitzenspiel gegen Wolfsburg mit fünf Treffern im Alleingang. Zur Halbzeit hatte der VfL noch geführt. Darmstadt sorgte gegen Bremen für eine Überraschung. Auch Hamburg gewann erneut.

Feiernde Bayern-Spieler: Fünf Tore von Lewandowski
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Feiernde Bayern-Spieler: Fünf Tore von Lewandowski


Der FC Bayern München hat seine Vormachtstellung im deutschen Fußball eindrucksvoll untermauert: Durch einen 5:1 (0:1)-Erfolg gegen VfL Wolfsburg sprang der Rekordmeister zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze. Mann des Abends war Robert Lewandowski, der alle fünf Bayern-Tore erzielte. Damit gelang dem Polen Historisches.

Die Anfangsviertelstunde war von gegenseitigem Respekt geprägt. Erst Thomas Müller, der zuvor von Mario Götze in Szene gesetzt wurde, kam zur ersten ernstzunehmenden Chance aus Sicht des Gastgebers. Doch der Nationalspieler setzte seinen Schuss aus 18 Metern knapp am Tor vorbei (16.).

Elf Minuten später ging der Gast aus Wolfsburg dann überraschend in Führung. Jérome Boateng unterlief ein verunglückter Klärungsversuch. Julian Draxler bediente anschließend den mitgelaufenen Daniel Caligiuri, der ins kurze Eck traf. In der Folge rannte Bayern an, und hatte durch Costa die Chance zum Ausgleich (31.). Wolfsburg beschränkte sich weitestgehend auf Konter und kam durch den starken Draxler zur nächsten Möglichkeit (33.).

Eine spektakuläre Szene ereignete sich in der 39. Spielminute: Manuel Neuers Versuch, den Ball weit außerhalb des eigenen Strafraums zu klären, ging schief. Doch Joshua Guilavoguis Schuss aus über 50 Metern landete nur am Außenpfosten.

Josep Guardiola reagierte auf den Rückstand und brachte Robert Lewandowski für Juan Bernat. Was dann geschah, geht in die Geschichtsbücher ein: Der 27-Jährige traf innerhalb von neun Minuten gleich fünfmal und sorgte mit seinen Toren für die Entscheidung. Es war der schnellste Fünferpack der Bundesliga-Historie (51., 52., 55., 57., 60.). Wolfsburg hatte den Münchnern in der Folge nichts entgegenzusetzen. Lewandowskis Treffern gingen mitunter wunderschöne Kombinationen voraus.

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Lewandowskis fünf Tore: Von der Bank in die Geschichtsbücher

Lewandowski hätte in der 69. Minute sogar noch seinen sechsten Treffer nachlegen können, scheiterte aber an Rodriguez, der auf der Linie klärte. Der Torrekord liegt damit weiterhin bei Dieter Müller, der 1977 gegen Werder Bremen sechsmal getroffen hat.

FC Ingolstadt - Hamburger SV 0:1 (0:0)

In der 16. Minute vergab Hamburgs Nicolai Müller die erste Großchance der Partie. Der 27-Jährige scheiterte freistehend an Ingolstadts Schlussmann Ramazan Özcan. Im direkten Gegenzug vergab dann Matthew Leckie aus aussichtsreicher Position. Der Australier zielte knapp am Tor von Jaroslav Drobny vorbei.

In der 75. Minute hätte Pierre-Michel Lasogga den HSV in Führung bringen müssen. Einen Abpraller setzte er aus kurzer Distanz jedoch über das Tor. Ingolstadt hatte wenige Minuten zuvor durch Stefan Lex die Chance auf den Führungstreffer.

Der Matchwinner war dann Michael Gregoritsch, der mit einem sehenswerten Freistoßtreffer den Siegtreffer erzielte (87.). Durch den erneuten Erfolg springt der HSV vorübergehend auf Platz sechs. Ingolstadt rutschte durch die späte Niederlage auf Platz acht ab.

Darmstadt - Werder Bremen 2:1 (1:1)

Werder Bremen war am sechsten Spieltag zu Gast beim SV Darmstadt. Die Gastgeber dominierten die Partie in der Anfangsphase, hatten aber nur einen Ball aufs Tor gebracht. Konstantin Rausch fand mit einem lang gezogenen Freistoß Jan Rosenthal, der knapp am Tor vorbei köpfte (11.). Die Bremer bekamen offensiv jedoch noch weniger hin - bis zur 19. Minute. Mit der ersten Chance ging Werder in Führung, nach einem Zuspiel von Theodor Gebre Selassie traf Aron Johannsson per Kopf. Nur drei Minuten später verpasste er knapp das 2:0.

Darmstadt versuchte noch, sich zu sortieren, als Felix Wiedwald im Strafraum Rosenthal zu Fall brachte. Es gab Gelb für Bremens Torwart und Elfmeter für Darmstadt. Sandro Wagner trat an und glich für die Gastgeber aus (31.). Nach einem Fast-Tor von Rosenthal in der 41. Minute, ging Darmstadt in der 83. Minute in Führung, Wagner machte sein Doppelpack. Für einen Stoß gegen Junior Diaz sah Fin Bartels die zweite Gelbe Karte, Bremen spielte die letzten Minuten in Unterzahl. Werder verlor die zweite Partie in Folge und rutscht auf Platz Zwölf der Tabelle.

Hertha BSC - 1. FC Köln 2:0 (1:0)

Hertha BSC empfing den 1. FC Köln. Und wie schon gegen Wolfsburg wurde den Berlinern ein Elfmeter verwehrt. In der 14. Minute war Salomon Kalou nach einer Grätsche von Dominique Heintz im Strafraum zu Boden gegangen, doch Schiedsrichter Florian Meyer gab den Strafstoß nicht. Die Hertha war dennoch aktiver, Köln lauerte auf Konter. In der 34. Minute hatte Kölns Leonardo Bittencourt Platz, zog aus der Mitte flach ab, doch sein Ball landete am Pfosten.

In der Folge verpasste Hertha mehrfach die Führung. Erst rettete Keeper Timo Horn gegen Vedad Ibisevic (40.), dann verpasst Niklas Stark per Kopf. In der 43. Minute war Ibisevic dann erfolgreich und machte das 1:0 für Berlin. Valentin Stocker hatte die Chance zum 2:0 auf dem Fuß, doch er zielt knapp drüber (57.) - Glück für den FC Köln.

Die Gäste verpassten bei einer Dreifach-Chance in der 64. Minute durch Marcel Risse, dann Simon Zoller und Anthony Modeste den Ausgleich. Stattdessen legte Hertha nach. Ibisevic erzielte in der Nachspielzeit seinen zweiten Treffer. Damit verliert der FC Köln zwei Tabellenplätze und ist nun Siebter, Hertha holt drei Punkte und ist vorerst Fünfter.

bam/mrr



insgesamt 78 Beiträge
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Bueckstueck 22.09.2015
1. Wer ist der erste Meister-Aspirant?
Die Bayern. Nicht Dortmund, wie Sonntagabend ein paar Pöttler vermuteten, als man gegen desolate Vizekusener gewonnen hat. Diese Meisterschaft geht nur über die Bayern. Dortmund dürfte beim Gedanken an ihr Spiel gegen die Bayern bereits der Angstschweis in der Buxe brodeln...
susa_pilar 22.09.2015
2. Thiago
höre schon wieder die ganzen Bayernbasher, die jetzt wieder weinen werden, dass der Lewandowski ja für Thiago eingewechselt worden sei, der nach seinen Foul gegen Naldo eigentlich vom Platz gehört hätte blablabla... aber mal ganz erhlich, die Jungs kriegen so viel auf die Socken, da finde ich es nur gerecht, wenn der Schiri fünfe grade sein lässt, wenn dann einer mal ordentlich zurück tritt und der Naldo ist ja nun wirklich kein Kind von Traurigkeit!
Attila2009 22.09.2015
3.
Wenn Lewa einmal Blut geleckt hat ist er nicht mehr zu stoppen. Das erinnert mich an das 4 :1 gegen Real Madrid in Dortmund als er die Königlichen fast im Alleingang abschoß. Gratulation an Lewandowsky, einen Fünfer-hattrick schafft man nicht so oft.Der ist entweder unglaublich oder überhaupt nicht zu sehen. und die Wölfe haben wohl die falsche Abgassoftware eingeschaltet oder mit Bonfim Dante sich einen Trojaner eingefangen ? Man denke an Brasilien 1 :7 , da war er auch voll dabei. Normal ist das nicht.
harryklein 22.09.2015
4. Guardiola
Irgendwie passt Lewandowski nicht in Guardiolas System.
verruca 22.09.2015
5. Unsportlich!
Grob unsportlich von Lewandowski, wie er einen hilflosen Gegner mit 5 Toren innerhalb von nicht mal 10 min. lächerlich machte. Er hätte dem Gegner Zeit geben müssen zu realisieren, dass der FCB in der Halbzeitpause de facto einen Außenverteidiger gegen einen Mittelstürmer gewechselt hat. Wie soll man das denn innerhalb von so kurzer Zeit erkennen? Costa hat ihm das dann erklärt und statt seine 6. Bude zu machen, schoss er fairerweise lieber dem auf der Torlinie rumstehenden Rodriguez ans Bein. Klasse!
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