Fußball-Bundesliga Vier Tore gegen Hoffenheim – Harit und Hoppe machen Schalke froh

Tasmania Berlin bleibt Rekordhalter: 30 Spiele lang wartete der FC Schalke auf einen Sieg in der Bundesliga. Gegen Hoffenheim spielten die Königsblauen groß auf. Freiburg schießt Köln ab.
Matthew Hoppe ist der neue Schalker Hoffnungsträger

Matthew Hoppe ist der neue Schalker Hoffnungsträger

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INA FASSBENDER / AFP

Der FC Schalke hat es zum letztmöglichen Zeitpunkt geschafft, nicht mit Tasmania Berlin in Sachen Sieglosigkeit in der Fußball-Bundesliga gleichzuziehen. Gegen die TSG Hoffenheim drohte das 31. Spiel in Serie ohne Dreier, doch dann kamen Amine Harit und Matthew Hoppe und sorgten fast im Alleingang für einen Heimsieg.

In der ersten Hälfte hätte es für die Schalker allerdings auch ganz anders ausgehen können. Torwart Ralf Fährmann, vom neuen Trainer Christian Gross zur Stammkraft ernannt, parierte glänzend gegen Ishak Belfodil (23.), Andrej Kramaric (30.) und Diadie Samassekou (38.) – die TSG hätte führen müssen. Doch dann sorgten die Hoffnungsträger in der Schalker Mannschaft für den ersehnten offensiven Impuls: Zugang Sead Kolasinac, sofort zum Kapitän aufgestiegen, leitete einen Konter ein, den Harit mit einem Solo und dem perfekten Pass in die Tiefe perfekt umsetzte. Der anschließende Lupfer ins Hoffenheimer Tor von Hoppe war ebenfalls sehenswert (42.).

Im zweiten Durchgang war es erneut Harit, der eine resolute Balleroberung von Benjamin Stambouli im Mittelfeld mit einem Pass in die Tiefe vergoldete. Der Empfänger hieß wieder Hoppe, und der 19 Jahre alte Stürmer schob überlegt ein (57.). Sechs Minuten später folgte die nächste Kopie, diesmal verlor Kevin Vogt in der Vorwärtsbewegung den Ball, Harit passte, Hoppe vollstreckte (63.). Harit krönte seine starke Leistung mit dem Tor zum 4:0-Endstand (80.). Mit diesem Erfolg verlassen die Schalker sogar das Tabellenende – in Gelsenkirchen ist die Hoffnung zurück.

Lange steckten die Freiburger im Abstiegskampf fest, doch seit dem neunten Spieltag läuft es beim Team von Trainer Christian Streich. Gegen den 1. FC Köln feierte der SC den fünften Sieg in Serie – das ist Vereinsrekord in der Bundesliga. Nun stehen die Freiburger schon auf dem achten Tabellenplatz und liegen nur knapp hinter den internationalen Rängen. Ermedin Demirovic nutzte einen Fehler von Kölns Torwart Timo Horn, der nach einem Pass in die Spitze zu zögerlich aus seinem Tor eilte, zur Führung (18.). Noch schlimmer machte es Salih Özcan, der den Ball am eigenen Strafraum verlor und Nicolas Höfler den zweiten Treffer schenkte (39.).

Die Kölner verbesserten sich auch nach der Pause nicht, Nutznießer waren Roland Sallai (59.), Philipp Lienhart (69.) und Lucas Höler (79.), die das Ergebnis für Freiburg richtig deutlich gestalteten. Dem FC droht damit der Fall auf die Abstiegsränge, wenn Arminia Bielefeld am Sonntag gegen Hertha BSC gewinnen sollte.

Die Gäste aus Bremen setzten in Leverkusen auf eine kompakte Defensive, der Plan ging lange auf. In der ersten Hälfte kam Bayer nur selten zu Torchancen, nach dem Treffer des ehemaligen Leverkuseners Ömer Toprak (52.) hoffte Werder sogar auf einen Auswärtssieg. Die Gastgeber kamen durch Patrik Schick noch zum Ausgleich (73.), doch die Werkself hat auch das dritte Spiel in Folge nicht gewinnen können. Bayer bleibt auf Rang drei der Tabelle.

Nach vier Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga hätte Sheraldo Becker schon der zweiten Minute für das nächste Union-Erfolgserlebnis sorgen müssen, doch der Angreifer schoss am leeren Wolfsburger Tor vorbei. Auf der Gegenseite machte es Renato Steffen besser, der 1,70 Meter große Schweizer traf nach einem Eckball per Kopf zu Führung für Wolfsburg (10.). Becker machte seinen Fauxpas mit einem sehenswerten Treffer in den rechten Torwinkel wett (29.).

Nach der Pause erwischten die Gäste einen schlechten Start: Maximilian Arnold sah nach einer Notbremse kurz vor dem Strafraum die Rote Karte, den anschließenden Freistoß schnippelte Robert Andrich zur Führung für Union in den Winkel (52.). Berlin wusste die Überzahl nicht optimal zu nutzen, Wolfsburg glich durch einen verwandelten Handelfmeter von Wout Weghorst aus (66.).

Im ersten Spiel unter dem neuen Mainz-Trainer Bo Svensson, dem vierten in dieser Saison nach Achim Beierlorzer, Jan-Moritz Lichte und Interimscoach Jan Siewert, wollten die 05er im Abstiegskampf Aufbruchstimmung erzeugen. Das ging zunächst schief, vor allem, weil Moussa Niakhaté mit einem vermeidbarem Trikotzupfer an André Silva einen Elfmeter verursachte. Der Portugiese trat selbst an und verwandelte sicher flach im rechten Eck (24.).

Niakhaté war auch bei der Aktion zum zweiten Elfmeterpfiff des Spiels beteiligt, diesmal foulte er Martin Hinteregger. Silva traf erneut, die Eintracht steht nach diesem Sieg auf dem neunten Tabellenplatz. Für Mainz war es ein doppelt bitterer Nachmittag, nach dem Sieg der Schalker steht das Svensson-Team nun auf dem letzten Platz.

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