Bundesliga Feier in München, Wolfsburg und HSV im Uefa-Cup

Abschiedstränen und Freudentänze in München: Der FC Bayern bejubelt den Meistertitel. Für Torhüter Oliver Kahn gab es zum Ende der Karriere noch einen Rekord. Bremen sicherte sich Platz zwei, der Hamburger SV und Wolfsburg spielen in der kommenden Saison international.

Hamburg - Trauriger Rekord für den 1. FC Nürnberg: Der Club steigt zum siebten Mal aus der Ersten Liga ab - so oft wie kein anderes Team zuvor. Die 0:2-Niederlage gegen den FC Schalke war vorerst das letzte Spiel der Nürnberger nach vier Jahren in der Bundesliga. Ihre fünfte Erstligasaison in Folge können dagegen die Bielefelder nach einem 2:2 in Stuttgart in Angriff nehmen.

Für den Uefa-Cup qualifizierten sich der Hamburger SV (7:0 gegen Karlsruhe) und der VfL Wolfsburg, der ein ereignisreiches Spiel in Dortmund 4:2 gewann. Werder Bremen sicherte sich mit einem 1:0-Sieg in Leverkusen die direkte Champions-League-Qualifikation. Bei den Bayern flossen trotz eines 4:1-Erfolgs gegen Berlin die Tränen.

Den Bayern gelang zum Abschluss einer erfolgreichen Saison noch einmal ein spektakulärer Sieg: Zwei Kopfbälle von Luca Toni (4., 27.) und ein Treffer aus kurzer Distanz (68.) sicherten dem Stürmer endgültig die Torjägerkanone und Oliver Kahn sowie Trainer Ottmar Hitzfeld ein tolles Abschiedsspiel. Der Torhüter beendete die Saison sogar mit einem Rekord. Mit 21 Gegentoren stellte er eine neue Bundesliga-Bestleistung auf. Franck Ribéry traf in der 32. Minute zum zwischenzeitlichen 3:0, Waleri Domowtschijski traf für Berlin (84.).

Nach dem Spiel ging es für die Bayern im Auto-Korso vom Stadion zum Münchner Marienplatz. Dort stand die obligatorische Feier auf dem Rathausbalkon und ein Empfang durch die Stadt München auf dem Programm. Anschließend findet ein internes Abendessen statt. Vor dem Anpfiff waren Kahn, Hitzfeld und Schiedsrichter Markus Merk offiziell verabschiedet worden. Kahn und Merk beenden ihre Karriere, Hitzfeld verlässt die Bayern und übernimmt nach der EM die Schweizer Nationalmannschaft. Der Coach weinte hemmungslos, als ihn Manager Uli Hoeneß umarmte und einen Blumenstrauß überreichte.

"Ottmar weiß, dass ein wahnsinnig wichtiger Lebensabschnitt als Vereinstrainer zu Ende geht. Und Oliver Kahn hört seine Karriere auf. Das ist schon ein sehr emotionaler Moment heute", sagte Hoeneß, während die Mannschaft im Hintergrund mit der Meisterschale im rot-weißen Konfetti-Regen feierte.

In Nürnberg hatte Abwehrspieler Marcelo Bordon schon früh die Schalker Führung erzielt: Der Kapitän war mit einem Kopfball in der 19. Minute erfolgreich. Von diesem Rückstand zeigten sich die Nürnberger zunächst geschockt, drängten aber anschließend auf den Ausgleich. Trotz einiger Möglichkeiten war den Gastgebern jedoch kein Treffer vergönnt. Marek Mintal und Zvejzdan Misimovic scheiterten aus der Distanz an Schalke-Keeper Manuel Neuer (35./45. Minute), Mittelfeldmann Marco Engelhardt setzte einen Volley-Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp am linken Pfosten vorbei (45.).

"Heute war es wie verhext", sagte Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen. "Wir sind eigentlich gut ins Spiel gekommen und wir hätten in Führung gehen müssen. Der Rückstand hat uns dann kalt erwischt, das war nicht einfach wegzustecken."

Das Aufbäumen der Nürnberger währte nur bis zur 61. Minute, dann schlug Bordon erneut zu und sorgte mit seinem fünften Saisontor für die Entscheidung. Wieder war der Brasilianer nach einer Standardsituation erfolgreich, diesmal drückte er den Ball aus kurzer Distanz mit dem Knie über die Linie. In der Folge verwaltete Schalke die Führung ohne Mühe. Nur einmal gab es noch Aufregung, als 04-Verteidiger Christian Pander mit einem Kopfball die Latte des eigenen Tores traf (70.). Nürnberg konnte die Partie nicht mehr drehen und steigt zum siebten Mal aus der Bundesliga ab. "Abfinden kann man sich mit dem Abstieg nicht, das Ziel war ein ganz anderes", sagte von Heesen.

Der HSV hatte gegen desolate Karlsruher keine Mühe und gewann locker 7:0. Für die Hamburger war es nach zuletzt drei Heimpleiten der erste Sieg. Dabei sorgten Rafael van der Vaart mit einem verwandelten Foulelfmeter (23.) und Stürmer Paolo Guerrero (34./43.) schon vor der Pause für die Entscheidung. Nach dem Seitenwechsel spielten die Gastgeber weiter offensiv und wurden durch Treffer von Guerrero (49.), Piotr Trochowski (57.) und Ivica Olic (77./89.) belohnt. Damit bereiteten die Hamburger ihrem scheidenden Coach Huub Stevens einen gelungenen Abschied, der Niederländer wird in der kommenden Saison in die Heimat zurückkehren und den PSV Eindhoven trainieren.

"Wir haben von Anfang an Druck ausgeübt und uns in einen Rausch gespielt", sagte Stevens, "ein großes Kompliment an die Spieler, da muss ich den Hut vor ziehen". Leider habe man in den vergangenen Spielen zu viele Punkte liegenlassen, das Saisonziel mit dem internationalen Geschäft aber voll erreicht. "Ich sage ein Dankeschön an die Mannschaft, dass sie die letzten eineinhalb Jahren so super mit mir gearbeitet hat", so der scheidende Niederländer.

Eine kuriose Anfangsphase erlebten die 75.000 Zuschauer in Dortmund - aus BVB-Sicht jedoch äußerst unglücklich. Erst flog ein Kopfball von Sascha Riether von jenseits des Strafraums ohne weitere Berührung ins Tor von Marcel Höttecke (3.). Drei Minuten später nahm ein Freistoß von Marcelinho den gleichen Weg - auch er landete nach langem Flug vorbei an Verteidigern und Stürmern im Tor der Dortmunder.

Doch der BVB kämpfte sich zurück in die Partie. Sebastian Frei schloss eine schöne Kombination zum 1:2 ab (25.) und hätte in der 41. Minute einen Foulelfmeter zum Ausgleich nutzen können - doch der Schweizer scheiterte an Landsmann Diego Benaglio im Wolfsburger Tor. Der Gast war nun wieder wach. Nach gut einer Stunde erhöhte Linksverteidiger Marcel Schäfer mit einem tollen Linksschuss zum 3:1.

Doch das abwechslungsreiche Spiel war damit nicht entschieden. In der 69. Minute war es wieder Frei, der verkürzen konnte. Kurz darauf wurde ein korrekter Treffer des Stürmers nicht gegeben, so dass Wolfsburgs Angreifer Grafite den Endstand von 4:2 besorgte.

Während die Wolfsburger mit dem Erreichen des Uefa-Cups ihren Aufwärtstrend fortsetzten, unterstrichen die Stuttgarter ein weiteres Mal ihre schwindende Form. Auch gegen Bielefeld reichte es trotz Überlegenheit nicht zum Sieg. Für die frühe Führung vor 55.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion sorgte Robert Tesche bereits nach neun Minuten, als er einen Pfostenabpraller aus kurzer Distanz verwertete.

Gomez mit 19 Saisontreffern

In der Folge hatten die Stuttgarter Probleme, sich gute Chancen heraus zu arbeiten. Erst 20 Minuten vor Schluss machte Mario Gomez mit seinem 19. Saisontreffer per Elfmeter die Partie noch einmal spannend. Dem erst 18-jährigen Manuel Fischer gelang sogar die 2:1-Führung für den VfB, die Christian Eigler im Gegenzug jedoch gleich wieder egalisierte. Die Stuttgarter können sich wenigstens über den Einzug in den UI-Cup freuen.

Bremen siegt sich auf Platz zwei

Die Partie zwischen Leverkusen und Bremen war lange arm an Höhepunkten. Erst in der zweiten Hälfte drehte Bayer ein wenig auf und setzte Werder unter Druck. Die beste Chance vergab Mittelfeldspieler Sascha Dum, der den Ball aus spitzem Winkel knapp am rechten Pfosten vorbeidrosch (56.). Kurz darauf jubelten dann die Bremer Anhänger – aber nicht wegen eines Tores, sondern weil Publikumsliebling Ivan Klasnic eingewechselt wurde. Der Stürmer wird Werder verlassen und kam so zu seinem Abschiedseinsatz.

In der Folge war mehr Tempo in der Partie, beide Teams erspielten sich Chancen. Erfolgreich waren aber nur die Gäste: Nationalspieler Torsten Frings bediente Stürmer Markus Rosenberg, der allein vor Bayer-Keeper René Adler die Nerven behielt und mit seinem 14. Saisontreffer den 1:0-Sieg perfekt machte. Durch den Erfolg sicherte sich Werder die direkte Qualifikation zur Champions League, somit wird Bremen zum fünften Mal hintereinander in der Königsklasse vertreten sein.

Frankfurt schlug Duisburg, das bereits als Absteiger feststand: Ioannis Amanatidis (13.) und Martin Fenin (15. und 38.) machten schon in den ersten 45 Minuten alles klar für die Eintracht. In der zweiten Hälfte ging es für die Duisburger nur noch darum, sich nicht mit einer peinlichen Pleite in die Zweite Liga zu verabschieden. Es gelang dem MSV: In der 59. Minute traf Claudiu Nicolescu zum 1:3. Nach dem 4:1 durch Marcel Heller kam Markus Daun noch zum 4:2.

Das Spiel Hannover 96 gegen Cottbus war ohne Bedeutung, vor etwa 46.600 Zuschauern siegte das Team von Trainer Dieter Hecking 4:0 (2:0). Die Tore erzielten Arnold Jan Bruggink mit einem Freistoß (23.), Stürmer Jiri Stajner (45.), Abwehrspieler Bergantin Vinicius (59.) und Hanno Balitsch (90.). Durch den Erfolg beendet Hannover die Saison mit 49 Punkten auf Platz acht der Tabelle, Cottbus kommt mit 36 Punkten auf Platz 14.

Hansa Rostock feierte in Bochum mit einem 2:1-Sieg einen versöhnlichen Abschied aus der Bundesliga. Der Abstieg stand schon vor diesem Spieltag fest. Die Tore für das Team von Trainer Frank Pagelsdorf erzielten Stürmer Enrico Kern (40.) und Fin Bartels (77.). Zuvor hatte Mergim Mavraj den VfL in der 36. Minute in Führung gebracht.

fpf/hut/sid/dpa

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