Bundesliga Hoffenheim verzweifelt an Freiburg

Welch ein verrücktes Spiel in Freiburg: Zweimal geriet Hoffenheim gegen den SC in Rückstand, zweimal gelang der Ausgleich. Doch am Ende reichte es für die TSG nicht, fünf Treffer musste Torwart Tim Wiese hinnehmen. Auf seinen Trainer Markus Babbel kommen schwere Wochen zu.

DPA

Hamburg - Bittere Niederlage für die TSG Hoffenheim: Auch im dritten Saisonspiel ging die Elf von Trainer Markus Babbel als Verlierer vom Platz, gegen den SC Freiburg stand es am Ende 3:5 (1:2). Zweimal hatte Hoffenheim einen Rückstand ausgeglichen, doch es reichte nicht, um endlich aus dem Tabellenkeller herauszukommen.

Dabei hatten sich die Hoffenheimer für die Partie gegen den Tabellen-13. einiges vorgenommen. Mindestens ein Punkt sollte her, wenn nicht gar der erste Saisonsieg, hatte TSG-Mäzen Dietmar Hopp verkündet. Die vergangenen beiden Duelle mit Mönchengladbach und Aufsteiger Frankfurt hatte Hoffenheim ebenso blamabel verloren wie das Pokalspiel gegen den Berliner AK.

Entsprechend schwungvoll startete die TSG in die Begegnung. Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, da stand es bereits 1:0: Nach einem Freistoß von Sebastian Rudy traf Matthieu Delpierre aus kurzer Distanz ins Freiburger Tor. Die Freiburger zeigten sich wenig beeindruckt und verlagerten das Spiel postwendend in die Hälfte der Gäste.

Trotz des Rückstands agierte Freiburg strukturierter als die passiven Hoffenheimer, verzeichnete deutlich mehr Ballbesitz und teilte die Räume gut ein. Das zahlte sich aus: Karim Guédé nutze in der 16. Minute einen Fehler von Rudy und traf zum Ausgleich. Sein Tor offenbarte einmal mehr die schwache Defensivleistung der Hoffenheimer, die den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum brachten.

Hoffenheim kämpft bis zum Schluss

Es schien nur eine Frage der Zeit, bis Freiburg in Führung gehen würde. Gut zehn Minuten nach dem Ausgleichstreffer war es so weit: Kapitän Julian Schuster flankte aus dem rechten Halbfeld auf Max Kruse, der Hoffenheims Tim Wiese per Flugkopfball überwinden konnte (27. Minute).

Auch in der Endphase der ersten Halbzeit ließ Freiburg nicht locker. Immer wieder probierte die Elf von Trainer Christian Streich, mit Diagonalflanken vor das Hoffenheimer Tor zu kommen. Guédé hatte kurz vor dem Seitenwechsel sogar noch das 3:1 auf dem Fuß, das Wiese aber zu verhindern wusste.

Überlegen begann Freiburg auch den zweiten Durchgang. Kruse hätte seinen zweiten Treffer erzielen können, scheiterte aber ebenfalls am Hoffenheimer Keeper - und Freiburgs mangelnde Chancenverwertung rächte sich: Aus dem Nichts gelang Hoffenheim der Ausgleich. Takashi Usami hatte den Ball in den Freiburger Strafraum gebracht. Oliver Sorg war eigentlich zur Stelle, ließ aber einen Schuss des eingewechselten Boris Vukcevic zum 2:2 (57.) zu.

Die Gäste schöpften kurzzeitig Hoffnung, aber es dauerte keine Viertelstunde, bis die Freiburger sich wieder organisiert hatten. Eine Ecke verlängerte Fallou Diagné (68.) mit dem Kopf in Wieses Tor, der zuvor den Ball verpasst hatte. Doch wieder gelang Hoffenheim kurz darauf der Ausgleich: Usami traf in der 76. Minute. Es schien schon, als habe die TSG den ersehnten Punkt sicher in der Tasche - da holten die Gastgeber zum erneuten Gegenschlag aus. Erst traf Cédric Makiadi zur 4:3-Führung (83.), vier Minuten später besiegelte Sebastian Freis (87.) den Freiburger Sieg.

Der SC ist im Kalenderjahr 2012 damit zu Hause noch immer unbesiegt. Die Luft für Babbel wird hingegen langsam dünn. "Ich vertraue ihm, stehe voll hinter ihm", hatte Hopp vor der Partie über Babbel gesagt. Der Club hatte sich für die neue Saison massiv verstärkt. Eine funktionierende Mannschaft hat Babbel daraus bisher noch nicht geformt.

SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 5:3 (2:1)
0:1 Delpierre (2.)
1:1 Guédé (16.)
2:1 Kruse (27.)
2:2 Vukcevic (57.)
3:2 Diagné (68.)
3:3 Usami (76.)
4:3 Makiadi (83.)
5:3 Freis (87.)
Freiburg: Baumann - Mujdza, Ginter, Diagné, Sorg - Makiadi, Schuster - Schmid, Kruse - Jendrisek (63. Caligiuri), Guédé (83. Freis).
Hoffenheim: Wiese - Ochs, Delpierre, Compper, Johnson - Rudy (82. Vestergaard), Williams - Usami, Volland (46. Vukcevic), Firmino - Derdiyok (60. Joselu).
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 20.000
Gelbe Karten: Sorg, Schuster / Ochs, Rudy, Delpierre

psk



insgesamt 15 Beiträge
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stanislaus2 16.09.2012
1. Schiessbudenbesitzer
Wiese hat doch ein schrecklichen Fehler gemacht, als er Werder Bremen verliess. Jetzt endet er als Schiessbudenbesitzer auf einer Kirmes.
Nimbus-4 16.09.2012
2. Best Goalkeeper ever !
Zitat von sysopDPAWelch ein verrücktes Spiel in Freiburg: Zweimal geriet Hoffenheim gegen den SC in Rückstand, zweimal glich sie wieder aus. Doch am Ende reichte es für die TSG nicht, fünf Treffer musste Torwart Tim Wiese hinnehmen. Auf seinen Trainer Markus Babbel kommen schwere Wochen zu. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,856107,00.html
Hahaha, wollte Pocahontas nicht mit seinem neuen Club Champions-league spielen ? Ist mir neu, dass Zweitligisten sich dafür qualifizieren können. Wiese, Wiese jetzt bist Du nicht mehr nur äußerlich, sondern auch, qua Club, die größte Lachnummer der Liga.
Nimbus-4 16.09.2012
3. Best Goalkeeper ever !!!
Zitat von sysopDPAWelch ein verrücktes Spiel in Freiburg: Zweimal geriet Hoffenheim gegen den SC in Rückstand, zweimal glich sie wieder aus. Doch am Ende reichte es für die TSG nicht, fünf Treffer musste Torwart Tim Wiese hinnehmen. Auf seinen Trainer Markus Babbel kommen schwere Wochen zu. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,856107,00.html
Hahaha, wollte Pocahontas nicht mit seinem neuen Club Champions-league spielen ? Ist mir neu, dass Zweitligisten sich dafür qualifizieren können. Wiese, Wiese jetzt bist Du nicht mehr nur äußerlich, sondern auch, qua Club, die größte Lachnummer der Liga.
helmutderschmidt 16.09.2012
4. Koloss auf tönernen Füßen...
Koloss auf tönernen Füßen... und der Schuldige ist immer noch nicht gefunden ;-). Armer Dietmar Hopp... das tut mir ja sooo leid!!!
Bee1976 16.09.2012
5. Europa
Hm, hatte Babbel nicht irgendwas von Europa und ggf. CL gefaselt ? Ist genauso ein glanzloser Dampfplauderer wie der Fink. Was Hoppenheim angeht, der Verein hat echt keine Seele, das färbt auch auf das Team ab. Mir solls recht sein, wenn die noch ne schlechte Saison spielen, Absteig waere natuerlich perfekt. Aber das ist unwahrscheinlich, bevor das passiert macht Hopp die Schatulle auf.
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