

Hamburg - Balsam für die geschundenen Gladbacher Fußball-Seelen: Nach zuletzt sieben sieglosen Pflichtspielen haben die Borussen gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt 2:0 (2:0) gewonnen. Juan Arango (8. Minute) und Luuk de Jong (24.) trafen für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre. Die ließ die in zuvor sechs Partien ungeschlagenen und überlegenen Frankfurter zwar zu etlichen Möglichkeiten kommen, konnte diesmal aber einen Gegentreffer verhindern.
Drei Tage nach der 2:4 (1:2)-Pleite gegen Fenerbahçe Istanbul in der Europa League und eine Woche nach der bitteren 0:5 (0:2)-Niederlage in Dortmund war den Gladbachern der Druck des dringend benötigten Sieges anzumerken. Neun Gegentore hatten sie in den vergangenen beiden Spielen gefangen und waren entsprechend um eine kompakte Defensive bemüht. und aus der ersten Offensivaktion resultierte der Führungstreffer: Arango schaltete nach einem Fehlpass von Olivier Occéan blitzschnell um und schoss den Ball aus 25 Metern in den Winkel.
Frankfurt scheiterte immer wieder an der Gladbacher Defensive
Frankfurt versuchte, sich schnell von dem Schock zu erholen, doch die zuletzt so verunsicherte Borussia hatte durch den Treffer an Selbstvertrauen gewonnen. Auch die Eintracht zeigte weiterhin Initiative und suchte den Weg zum Gladbacher Tor, gleich zweimal hätte Occéan für die Gäste treffen können. Stattdessen nutzte der Gladbacher Zugang de Jong die Chance für sich: Der Niederländer verwandelte einen langen Ball von Havard Nordtveit (24.).
So früh war Frankfurt in dieser Saison bislang noch nicht in doppelten Rückstand geraten. Entsprechend aggressiv ging die Elf von Armin Veh zu Werke, scheiterte jedoch immer wieder an der gut sortierten Defensive der Gladbacher. Die stellten die Räume besser zu als zuletzt, gingen konsequenter in die Zweikämpfe.
Gegenentwurf zum Tempospiel der vergangenen Saison
Die stabile Abwehr war das wohl auffälligste Merkmal der Borussia in dieser Partie. Offensiv waren die Gastgeber meist harmlos, wussten ihre wenigen Möglichkeiten aber effektiv zu nutzen. Die Eintracht war über weite Strecken das bessere Team, verfügte über durchschnittlich 60 Prozent Ballbesitz, arbeite deutlich mehr Torschüsse und Ecken heraus. Zeitweise spielte Frankfurts von Bundestrainer Joachim Löw hochgelobte Offensive beinahe Powerplay, Gladbach lauerte hingegen in erster Linie auf Konter.
Doch es reichte. Trotz einer schwachen zweiten Halbzeit und einigen Wacklern von Torwart Marc-André ter Stegen rettete die Favre-Elf den 2:0-Vorsprung über die Zeit. Gladbach zeigte dabei einen Gegenentwurf zum dynamischen Konterspiel der vergangenen Saison. Dabei liegt diese statisch-defensive Ausrichtung dem Schweizer Favre nicht wirklich.
Der hatte nach den vergangenen Spielen aber krampfhaft nach einem Ansatzpunkt zur Verbesserung gesucht - und fand ihn offenbar in der Defensivarbeit. "Wir haben vergessen zu verteidigen. Einige Spieler dachten, zu verteidigen wäre keine Pflicht", hatte Favre nach dem Dortmund-Spiel gesagt. "Diese Fehler kann ich nicht akzeptieren, einige haben teilweise gespielt wie Senioren." Diese Worte haben sich seine Spieler scheinbar zu Herzen genommen.
"Es gab viel Trouble bei uns, deshalb war der Sieg sehr wichtig. Er war nicht brillant, aber effektiv. Darauf kam es diesmal an", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach der Partie. Richtig zufrieden war Favre aber nicht: "Mit neun Punkten aus sieben Spielen können wir leben. Aber wir haben alle gesehen, dass noch viel zu tun ist." Eintracht Frankfurt geht indes als Tabellenzweiter hinter Bayern München in die Länderspielpause.
Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 2:0 (2:0)
1:0 Arango (8.)
2:0 de Jong (24.)
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Rupp (90. +2), Arango - Xhaka (70. Hrgota) - de Jong (81. de Camargo).
Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Demidov, Oczipka - Rode, Schwegler (87. Hoffer) - Aigner, Meier, Inui (57. Matmour) - Occéan.
Schiedsrichter: Fritz
Zuschauer: 50.000
Gelbe Karten: Dominguez, de Jong, Marx, Rupp / -
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Da war seine Laune noch gut: Trainer Armin Veh war mit Eintracht Frankfurt bei Borussia Mönchengladbach zu Gast. Zuvor hatte der Aufsteiger fünf Spiele gewonnen und ein Remis geholt.
Und auch in Gladbach war die Eintracht von Beginn an die bessere Mannschaft. In dieser Szene setzt sich Frankfurts Bastian Oczipka gegen Lukas Rupp durch.
Doch dann schlug es neben Frankfurts Torwart Kevin Trapp ein. Juan Arango hatte in der achten Minute aus der Distanz abgezogen.
Der Torschütze ließ sich von Havard Nordtveit (l.) und Filip Daems (r.) feiern. Anschließend war wieder Frankfurt besser. Doch wieder war es die Borussia, die das Tor machte.
Nach Pass von Nordtveit behauptete sich Luuk de Jong (r.) gegen Carlos Zambrano und traf per Dropkick zum 2:0 (24. Minute).
Es war das zweite Tor des Niederländers im sechsten Bundesligaspiel für Gladbach.
In den verbleibenden 65 Minuten ging es kämpferisch zur Sache, hier fighten Takashi Inui (l.) und Gladbachs Tony Jantschke um den Ball. Die Frankfurter waren dabei die bessere Mannschaft, kamen aber kaum zu klaren Chancen.
Am Ende musste die Eintracht um Mittelfeldspieler Sebastian Rode ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. Dennoch bleibt der Aufsteiger Zweiter hinter dem FC Bayern.