Remis zwischen dem HSV und Werder Grausam

Zweitligafußball ist nicht viel schlechter: Das Nordderby zwischen Hamburg und Bremen war schwach wie selten. Werder musste zudem auf einige Fans verzichten.
Hamburgs Aaron Hunt (l.) und Vasilije Janjicic (r.) im Duell mit Bremens Thomas Delaney

Hamburgs Aaron Hunt (l.) und Vasilije Janjicic (r.) im Duell mit Bremens Thomas Delaney

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Die Szene des Spiels: In der 52. Minute lag Hamburgs Tatsuya Ito von Krämpfen geplagt auf dem Rasen, die Muskeln des quirligen Japaners hatten schlapp gemacht. Zu viele Tempodribblings hatte sich der 20 Jahre alte Startelf-Debütant in der ersten Hälfte zugemutet. Bei seiner Auswechslung zollten ihm Mitspieler und Zuschauer Tribut. Normalerweise spielt Ito in der U23 des HSV, an diesem Abend war er der auffälligste Spieler der Partie. Das sagt einiges über das Niveau der Partie aus.

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Das Ergebnis: Der Hamburger SV und Werder Bremen trennen sich in einem trostlosen 107. Nordderby torlos. Hier geht's zum Spielbericht.

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Unentschieden im Nordderby: Nullnummer

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Die erste Hälfte: Werder war in der ersten Viertelstunde das weniger schlechte von zwei schlechten Teams, hatte durch Thomas Delaney eine gute Kopfballchance (9. Minute). Das war's. Danach fand offensiv nur noch der HSV statt: Gotuko Sakai scheiterte knapp (30.), Ex-Bremer Aaron Hunt schoss einen Ball freistehend aus elf Metern in Richtung Volkspark. Kurz gesagt: Die ersten 45 Minuten hatten wenig mit Fußball zu tun. Werders englischer Twitter-Account sah das anders.

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Die zweite Hälfte: Auch nach Wiederanpfiff nahm die Qualität der Partie nicht zu. Chancen hatte erneut überwiegend der HSV: André Hahn (56.) und Bobby Wood (60.) scheiterten jedoch an Werder-Keeper Jiri Pavlenka. Werder hatte durch Fin Bartels die Gelegenheit zum Führungstreffer (71.), diesmal parierte Hamburgs Torhüter Christian Mathenia glänzend.

Ito, der Hoffnungsschimmer: Von Trainer Markus Gisdol als Linksaußen aufgeboten, zeigte Ito eine starke Leistung. Der Japaner mit einer Körpergröße von 1,66 Metern stellte Werders Verteidigung immer wieder vor Probleme. Manchmal wirkte der U23-Spieler übermotiviert, wollte es mit zu vielen Gegenspielern gleichzeitig aufnehmen. Dennoch: Ito tut dem HSV gut, macht das Spiel flexibler - und wirkt dabei unbekümmert. In der aktuellen Situation des Klubs sicherlich kein Nachteil. Vielleicht fiel er aber nur auf, weil die Partie so schlecht war.

HSV-Profi Tatsuya Ito

HSV-Profi Tatsuya Ito

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images

Keine Fahnen, keine Stimmung: Bereits vor dem Spiel gab es Gerüchte, dass Bremer Ultras von der Hamburger Polizei an der Anreise zum Nordderby gehindert wurden. Während der Partie bestätigte Werder es dann via Twitter. Der Auswärtsblock der Werder-Fans wirkte so trostlos wie das Spiel selbst - Fahnen und Fangesänge waren nahezu nicht vorhanden. Eine offizielle Erklärung der Hamburger Polizei oder von Werder gibt es bislang noch nicht.

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Die Null steht: Zum fünften Mal in Folge hat der HSV nun schon kein Tor geschossen. Das war den Hamburger zuletzt in der Vorsaison zwischen dem dritten und sechsten Spieltag passiert. Bei Werder sieht es aber auch nicht besser aus: Nach sieben Bundesligaspielen haben die Bremer noch kein Spiel gewonnen. Das ist das Nordderby 2017.

Erkenntnis des Spiels: Das einstige Spitzenspiel unterscheidet sich vom Niveau kaum noch von einer besseren Zweitligapartie. Von der sind beide Nordklubs übrigens nicht weit entfernt. Der HSV steht auf Platz 15, Werder drei Punkte dahinter auf dem Relegationsplatz. Für beide Klubs geht es in dieser Saison (wieder einmal) um den Ligaverbleib.

Hamburger SV - Werder Bremen 0:0
Hamburger SV:
Mathenia - Diekmeier, Papadopoulos, Jung, Sakai - Ekdal (74. Walace), Janjicic - Hahn, Hunt, Ito (53. Ito) - Wood (89. Arp)
Werder Bremen: Pavlenka - Bauer, Veljkovic, Moisander - Gebre Selassie, Bargfrede (63. M. Eggestein), Garcia - Kainz (63. Junuzovic), Delaney - Belfodil, Bartels (90. Hajrovic)
Zuschauer: 55.000
Schiedsrichter: Deniz Aytekin
Gelbe Karten: Bauer, Gebre Selassie - Papadopoulos

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