Bundesliga HSV geht mit Knäbel unter

Trainer-Effekt? Von wegen! In Leverkusen spielte der Hamburger SV gewohnt schwach und kassierte mit Peter Knäbel eine krachende Niederlage. Borussia Mönchengladbach drehte einen Rückstand und schoss bei 1899 Hoffenheim vier Tore.

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SPIEGEL ONLINE Fußball
Er ist der dritte HSV-Trainer der Saison: Peter Knäbel, eigentlich Sportdirektor, soll den Klub vor dem Abstieg retten. Sein Einstand geriet allerdings zum Debakel. 0:4 (0:2) verlor der Tabellen-16. in Leverkusen, war chancenlos. Die Tore für Bayer erzielten Gonzalo Castro (7. Minute/63.) und Stefan Kießling (43./55.).

Hamburg begann erneut mit René Adler im Tor, dazu mit Petr Jiracek statt Rafael van der Vaart im Mittelfeld. Bayer verzichtete zunächst auf Hakan Calhanoglu und Heung-Min Son, beide früher beim HSV.

Nach nicht einmal sieben Minuten ging Leverkusen in Führung - dank gütiger Mithilfe des Gegners. Hamburgs Johan Djourou misslang ein Pass auf Heiko Westermann völlig. Karim Bellarabi sprintete dazwischen, legte vor Adler quer auf Castro, und der schob mühelos ins leere Tor ein.

Leverkusen hatte die besseren Chancen, Bellarabi scheiterte an Adler (29.), Kyriakos Papadopoulos köpfte über das Tor (30.). Mit dem Pressing der Gastgeber kam der HSV nicht zurecht, hätte aber eigentlich früh in Überzahl spielen müssen. Bayers Ömer Toprak trat Hamburgs Ivo Ilicevic nach einem Zweikampf zweimal auf den Unterschenkel, eine klare Tätlichkeit. Eine Strafe gab es nicht, Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte das Foul nicht gesehen.

Stattdessen nahm das HSV-Unheil seinen Lauf. Kießlings Treffer kurz vor und kurz nach dem Seitenwechsel sowie das zweite Tor von Castro machten die 14. Saisonniederlage der Gäste perfekt. Ein Trainer-Effekt war über die gesamte Spielzeit nicht zu sehen. Und die nächsten Gegner des HSV heißen Wolfsburg, Bremen und Augsburg.

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 3:1 (1:1)

Im Duell Zweiter gegen Vorletzter hatten die Gäste zunächst die größte Chance. In der 16. Minute stand Filip Kostic völlig frei vor Diego Benaglio, der VfL-Torwart lenkte den Schuss aus rund sieben Metern aber zur Ecke. Die Stuttgarter waren zeitweise gleichwertig und brachten die Wolfsburger Defensive ein ums andere Mal in Schwierigkeiten - doch das Tor machten die Gastgeber. Nach Foul von Florian Klein an Daniel Caligiuri entschied Schiedsrichter Tobias Welz auf Elfmeter, den Ricardo Rodriguez sicher verwandelte (41.).

Die Stuttgarter bewiesen Moral und glichen nur drei Minuten nach dem Rückstand aus. Martin Harnik köpfte eine Flanke von Kostic ein. Nach dem Seitenwechsel übernahm der VfL aber mehr und mehr das Kommando, die Folge war die erneute Führung. Wieder traf Rodriguez, dessen Freistoß niemand mehr berührte und im Tor einschlug (65.). André Schürrle erzielte den Endstand für den VfL (76.), der Platz zwei festigte. Stuttgart bleibt Tabellenletzter und hat fünf Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 1:4 (1:3)

Champions League - für Borussia Mönchengladbach wird die erstmalige Teilnahme an der Königsklasse wieder ein Stück wahrscheinlicher. In Sinsheim begann der Nachmittag für die Gäste allerdings suboptimal. Nach einem Ballgewinn tief in Mönchengladbachs Hälfte bediente Roberto Firmino den mitgelaufenen Sven Schipplock: 1:0 für Hoffenheim (17.).

Aber Gladbach reagierte schnell, kam durch Max Kruse zum Ausgleich (26., Foulelfmeter). Noch vor der Pause erhöhte Patrick Herrmann nach Flanke von Oscar Wendt (31.). 1899 verlor völlig die Linie, Raffaels Treffer zum 3:1 entsprang erneut einem Konter der Gäste. Die Partie war früh entschieden. Gladbach tat etwas fürs Torverhältnis. Herrmann traf in der zweiten Hälfte zum Endstand (51.).

Werder Bremen - Mainz 05 0:0

Die Gastgeber hätten mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Europapokal machen können, schließlich wird womöglich Platz sieben zur Teilnahme an der Europa League berechtigen. Aber gegen defensiv stabile Mainzer fand Werder kein Mittel, im Gegenteil: Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit hatten die 05er, doch Yunus Malli traf nur das Außennetz (36.). Auch nach dem Seitenwechsel hatte Mainz gute Chancen, zweimal parierte Werder-Keeper Raphael Wolf (55./59.). Auf der Gegenseite vergab Levent Aycicek die beste Bremer Möglichkeit (63.). Werder (35 Punkte) bleibt nach diesem Remis Neunter, Mainz (31 Punkte) als Elfter dürfte weder mit dem Europapokal noch mit dem Abstieg etwas zu tun bekommen.

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 2:2 (1:0)

Hannover 96, im Jahr 2015 noch ohne Pflichtspiel-Sieg, begann in Frankfurt engagiert. In Führung ging trotzdem die Eintracht, Alexander Madlung war per Kopf nach einem Freistoß erfolgreich (27.). Hannover blieb in der Offensive zu harmlos und kassierte nach einem Fehler von Christian Schulz durch Stefan Aigner früh in der zweiten Hälfte das zweite Gegentor (54.). Dank der Tore von Marcelo nach einer Ecke (68.) und Didier Ya Konan (82.) schaffte Hannover immerhin noch ein Unentschieden. Damit bleibt 96 immerhin drei Punkte vor dem Relegationsrang 16.

SC Freiburg - 1. FC Köln 1:0 (1:0)

Nach der Hinrunde war Freiburg noch Tabellenletzter, doch der Sportclub scheint sich wieder einmal retten zu können. Dank des Sieges gegen Köln verbesserte sich das Team auf Platz 14 und hat mit nun 28 Punkten vier Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und drei auf den Relegationsrang. Mike Frantz traf gegen den FC per Kopf (37.) - eine nicht unverdiente Führung zur Pause. Nach dem Seitenwechsel hatten die Freiburger nur wenig Mühe, den Vorsprung zu verteidigen, zu harmlos waren die Gäste. Allein bei einem Freistoß von Marcel Risse hatte Freiburgs Torwart Roman Bürki Probleme (87.), doch die Gastgeber konnten den Ball klären.

chp/ham



insgesamt 60 Beiträge
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euroeddy 04.04.2015
1. Der HSV unter Zinnbauer...
...hätte den Klassenerhalt meiner Überzeugung nach wohl geschafft, aber dieser Trainerwechsel erscheint spätestens nach der heutigen Leistung fast suizidal.
Schlaflöwe 04.04.2015
2. Wenn der Weltkonzern
VW in Wolfsburg Ernst macht, und das scheint jetzt der Fall zu sein, dann geraten selbst die Neureichs in München mit ihrer Bayern AG ins Hintertreffen.
stern4 04.04.2015
3.
Knäbel wackelt! Übernimmt Beiersdorfer? :-):-)
grätscher 04.04.2015
4. Glückwunsch Golfsburg
Mit den dreistelligen Mio Transfers der letzten Jahre und wohlgesonnenen Schirientscheidungen muss man ja oben mitspielen... Nur interessiert sich keine Sau außerhalb der eigenen Stadtmauern für dieses VW-Spielzeug...nächstes Jahr dann gegen Audi Ingolstadt, juhei, das wird emotional
ambergris 04.04.2015
5.
Vergnüglicher Fernkampf um Platz 3. Natürlich ist ein Auswärtssieg gegen Hoffenheim stärker als ein Heimsieg gegen den HSV, aber Bayer schafft es, in Punkto Tordifferenz auszugleichen. Da wird wohl das direkte Aufeinandertreffen entscheiden. Der HSV versucht wohl herauszufinden, ob man die 27 Punkte aus dem letzen Jahr noch unterbieten kann, ohne abzusteigen. Ich würde mal zum Trainerwechsel raten.
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