Fußball-Bundesliga Hannover trennt sich von Manager Schmadtke

Das musste irgendwann passieren: Hannover 96 hat sich von Manager Jörg Schmadtke getrennt - trotz dessen erfolgreicher Arbeit. Der 49-Jährige hatte sich zuvor einen monatelang schwelenden Streit mit dem Cheftrainer Mirko Slomka geleistet.

96-Manager Schmadtke: Aus bei Hannover nach fast fünf Jahren
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96-Manager Schmadtke: Aus bei Hannover nach fast fünf Jahren


Hamburg - Die Dauerquerelen bei Hannover 96 fordern ihr erstes Opfer. Der Verein trennt sich von Manager Jörg Schmadtke. Das vermelden mehrere Medien übereinstimmend. Präsident Martin Kind hatte zuvor Schmadtke noch einmal zum Gespräch gebeten. Der Manager wird ab dem kommenden Samstag freigestellt. "Es war eine sehr intensive, emotionale Zeit", sagte Schmadtke zum Abschied.

Der Trennung waren monatelange Konflikte zwischen Schmadtke und Trainer Mirko Slomka vorausgegangen, die zunehmend persönlicher Natur zu sein schienen. Beide betonten nach außen hin immer wieder, dass sie professionell zusammenarbeiten. Aber am Ende war das Zerwürfnis zwischen ihnen nicht mehr zu übersehen.

"Wir haben uns auf der Basis eines guten Gesprächs getrennt. Jörg Schmadtke hat den Wunsch der Auflösung seines Vertrags an uns herangetragen, und daraufhin haben wir uns einvernehmlich auf die Freistellung verständigt", sagte Kind. "Nun werden wir ein Profil zusammenstellen, den Markt nach einem Nachfolger sondieren und dann eine Entscheidung treffen."

Vor einem Jahr hatte der frühere Bundesliga-Torwart schon einmal um die Auflösung seines Vertrages aus privaten Gründen gebeten. Damals konnte Kind ihn zum Bleiben überreden. Nach einer mehrmonatigen Auszeit zog der Manager mit seiner Familie nach Hannover.

Diesmal blieb Schmadtke bei seiner Meinung. Er hatte sich zuvor mit der "Bild"-Zeitung überworfen, der er eine Kampagne vorwarf. Der Springer-Verlag wies den Vorwurf zurück. Kind führte vier Tage später ein Interview mit der Zeitung, in dem er sich für den Verbleib von Schmadtke und Slomka aussprach.

Der Vereinschef muss nun einen Nachfolger für Schmadtke suchen. Als mögliche Kandidaten werden Martin Bader (1. FC Nürnberg), Dietmar Beiersdorfer (St. Petersburg) oder der frühere Hoffenheimer Jan Schindelmeiser genannt. Kind möchte dabei keinen Manager aus einem Vertrag herausholen. "Rauskauf ist kein Thema", sagte er dazu.

"Wir werden bei der Suche das Profil von Jörg Schmadtke übernehmen", sagte Kind. Auch eine sofortige Nachfolgeregelung sei möglich. Namen nannte der Clubchef nicht.

Der 49-jährige ehemalige Bundesliga-Torwart Schmadtke war seit 2009 für 96 tätig. In dieser Zeit erzielte er mehrere Transfer-Coups, die für den sportlichen Erfolg von Hannover mitverantwortlich waren. So holte er die Stürmer Didier Ya Konan, Mohammed Abdelaoue und Mame Diouf in den Verein. Auch an der Verpflichtung des jungen Nationalkeepers Ron-Robert Zieler wirkte er mit.

In der Folgezeit qualifizierte sich Hannover unter Slomka und Schmadtke zweimal für die Teilnahme an der Europa League.

aha/dpa/sid



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
LesPol 17.04.2013
1. Hier geht definitiv
Zitat von sysopDPADas musste irgendwann passieren: Hannover 96 hat sich von Manager Jörg Schmadtke getrennt - trotz dessen erfolgreicher Arbeit. Der 49-Jährige hatte sich zuvor einen monatelang schwelenden Streit mit dem Cheftrainer Mirko Slomka geleistet. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-hannover-96-trennt-sich-von-manager-schmadtke-a-894904.html
der Falsche, man hätte lieber Herrn Slomka freistellen sollen! ,,Wölfe im Schafspelz erkennt man daran, dass sie ungeschoren bleiben" S. Signoret. Wie sich Schalkes Trainer in Berlin viele Feinde machte: Falsches Spiel des netten Herrn Slomka | Archiv*- Berliner Zeitung (http://www.berliner-zeitung.de/archiv/wie-sich-schalkes-trainer-in-berlin-viele-feinde-machte-falsches-spiel-des-netten-herrn-slomka,10810590,10363704.html)
Richie4454 17.04.2013
2. Tja!
Schade, dass hier trotz des Erfolges der grauen Maus Hannover, die beiden sich nicht zusammenraufen konnten. Aber wenn es zwischen Trainer und Manager nicht klappt, dann muss halt einer gehen. Hier nun Schmadtke. Bin mal gespannt, wie sich die beiden in den nächsten Wochen so äußern werden.
snailfinger 17.04.2013
3. sehr schade
der Einzige, der bei 96 Professionalität ausgestrahlt hat, geht. Verdenken kann man es ihm nicht, bei dem Hickhack und dem ständigem Störfeuer von Slomlka und Kind. So landet 96 wieder im grauen Mittelmaß oder sogar in der Abstiegszone.
optaeck 17.04.2013
4. Lothar Matthäus
---Zitat von Martin Kind--- Wir haben uns auf der Basis eines guten Gesprächs getrennt. Jörg Schmadtke hat den Wunsch der Auflösung seines Vertrags an uns herangetragen, und daraufhin haben wir uns einvernehmlich auf die Freistellung verständigt ---Zitatende--- Lothar Matthäus ist gerade ohne Job. Der würde gut zu Hannover 96 passen und könnte nach der Entlassung Slomkas (die unweigerlich kommen wird) Trainer und Manager in Personalunion werden. Hätten sie auch noch Geld gespart. Ich hab so gute Ideen...
LJA 17.04.2013
5. Na ja,
sooo toll sind die unter Schmadtke erfolgten Neuverpflichtungen ja auch nicht. Speziell die im Artikel genannten 3 Feldspieler haben im letzten halben Jahr auch nur die kleineren Bäume ausgerissen. Der relative Erfolg von 96 war nicht allein Schmadtkes Verdienst. Wenn die Mannschaft in der nächsten Saison wieder um den Abstieg mitspielt, was durchaus wahrscheinlich ist, dann wird das auch nicht allein seinem Abgang geschuldet sein.
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