Bundesliga Clevere Hertha lässt Gladbach auflaufen

Aufsteiger Hertha BSC hat das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach für sich entschieden. Der Aufsteiger ging in der ersten Halbzeit in Führung und verwaltete das Ergebnis gegen die immer verzweifelteren Gäste mit schlauer Defensiv-Taktik.

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Hamburg - Hertha BSC Berlin bleibt das vierte Spiel in Folge ungeschlagen: Gegen Borussia Mönchengladbach gewann der Aufsteiger zu Hause 1:0 (1:0), das Tor steuerte Stürmer Adrián Ramos (36. Minute) bei. Die Hertha ist durch den Sieg mit nun 15 Punkten vom siebten auf den vierten Tabellenplatz geklettert, die Borussia hingegen rutschte auf den sechsten Rang (13 Punkte) ab.

Das Duell der beiden Clubs war auch ein Wiedersehen einger guter Bekannter. Zum einen begegneten sich mit Herthas Ronny und Gladbachs Raffael zwei Brüder, zum anderen stand Berlins Trainer Jos Luhukay von 2007 bis 2008 in Diensten der Gladbacher - und sein Borussia-Kollege Lucien Favre war, der Zufall will es, von 2007 bis 2009 Trainer der Hertha. Ausgerechnet unter ihm gelang dem Hauptstadtclub der bislang letzte Bundesliga-Sieg gegen Gladbach: am 28. Februar 2009.

Um das zu ändern, hatte Luhukay angekündigt, mit frühem Pressing volles Risiko gegen seinen früheren Club gehen zu wollen. "Wir wollen unser eigenes Spiel durchziehen, egal wie der Gegner heißt", hatte der Niederländer versprochen - und sorgte mit der Aufstellung von Levan Kobiaschwili für die erste Überraschung. Tatsächlich begann die Hertha mutig, verteidigte hoch und schien optisch überlegen. Doch wie so oft fehlte es auch gegen die Borussia zunächst an Torgefahr.

Kruse scheitert mehrfach an Kraft

In der 13. Minute hatte Ramos die erste Chance für die Gastgeber, doch der Kolumbianer kam vor dem Tor von Marc-André ter Stegen nicht richtig hinter den Ball. Effektiver präsentierten sich Gladbach: Raffael (3.) setzte aus zehn Metern zum Schuss an, Lewan Kobiaschwili konnte gerade noch zur Ecke klären. Juan Arango (15.) stellte Keeper Thomas Kraft mit einem Fernschuss aus 30 Metern auf die Probe, auch Nationalspieler Max Kruse forderte die Hertha-Abwehr gleich mehrfach heraus (16./30.).

Und doch war es die Hertha, die durch Ramos vor der Pause in Führung ging, als er eine Freistoß-Vorlage des Norwegers Per Ciljan Skjelbred mit dem Kopf verwandelte. Die Borussia schien sich in der Halbzeitpause noch einmal wachgerüttelt zu haben und ging nach Wiederanpfiff deutlich aggressiver zu Werke, die Hertha hingegen zog sich weiter in die eigene Hälfte zurück und beschränkte sich vor allem auf Konter. Einen Kobiashwili-Steilpass in den Lauf von Sami Allagui konnte dieser im Eins-gegen-Eins mit ter Stegen nicht verwerten.

Gladbach, das sich zwar weiter mühte, aber wenige Ideen auf den Platz brachte und zu ungenau agierte, lief allmählich die Zeit davon; Hertha stellte sich bei der Verwaltung des Vorsprungs mit vielen Bällen im Mittelfeld zudem durchaus geschickt an. Raffael hätte nach langem Pass von Kruse zehn Minuten vor Schluss noch einmal eine Möglichkeit gehabt, stellte Kraft jedoch mit seinem zentralen Schuss nicht wirklich vor Probleme.

"Unsere Jungs können stolz auf ihren Sieg sein. Die taktische Disziplin war entscheidend, und wir hatten auch ein Quäntchen Glück", sagte Berlins Manager Michael Preetz nach dem Spiel beim TV-Sender Sky.

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 1:0 (1:0)
1:0 Ramos (36.)
Berlin: Kraft - Pekarik, Lustenberger, Sebastian Langkamp, van den Bergh - Hosogai, Kobiaschwilli (60. Niemeyer) - Allagui (87. Cigerci), Ben-Hatira (63. Nico Schulz) - Skjelbred, Ramos
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Wendt - Kramer (72. de Jong), Xhaka - Herrmann (68. Hrgota), Arango (72. Younes) - Raffael, Kruse
Schiedsrichter: Drees
Zuschauer: 61.539
Gelb-Rote Karte: Stranzl wegen wiederholten Foulspiels (90.+2)
Gelbe Karten: Kobiaschwilli, Ramos - Raffael

psk

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
hfftl 19.10.2013
1. .
"Doch wie so oft fehlte es auch gegen die Borussia zunächst an Torgefahr." Tja, so ist es wohl - ich sage nur: Lasogga. In 4 Spielen 4 Tore für den HSV - mal sehen, wie oft er morgen trifft. Trotzdem bislang eine gute Leistung der Hertha. In 9 Spielen schon 15 Punkte gegen den Abstieg geholt, das kann ruhig so weitergehen. Vom aktuell 4.Platz lässt sich hoffentlich niemand blenden.
kraijjj 19.10.2013
2. Von den 4ren
Zitat von hfftl"Doch wie so oft fehlte es auch gegen die Borussia zunächst an Torgefahr." Tja, so ist es wohl - ich sage nur: Lasogga. In 4 Spielen 4 Tore für den HSV - mal sehen, wie oft er morgen trifft. Trotzdem bislang eine gute Leistung der Hertha. In 9 Spielen schon 15 Punkte gegen den Abstieg geholt, das kann ruhig so weitergehen. Vom aktuell 4.Platz lässt sich hoffentlich niemand blenden.
hat er 3 gegen ein Nürnberger Team geschossen, das am auseinanderfallen war. Also bitte... lassen sie die Kirche mal im Dorf. Der Tausch Skjelbred vs Lasogga scheint sich für Hertha als Glücksfall herauszustellen. Zudem hat Berlin mit Ramos und Allagui ein "passables" Sturmduo und Lasogga wäre im Berlin nicht auf die nötige Spielzeit gekommen nach seiner Verletzung und am Ende der Saison wird neu verhandelt.. Er ist ja nur auf Leihbasis ohne Kaufoption beim HSV...
aurichter 20.10.2013
3. Lassoga zurück?
Steht zu befürchten wenn er beim HSV weiterhin gut spielt und ordentlich trifft. Er fühlt sich dort wohl, hat für ihn passende Nebenleute. Jetzt besteht Hertha auf ein zurückkommen und plötzlich passt es nicht mehr. Wenn er nun also beim HSV weiterhin eine entsprechende Leistung zeigt, dann sollte der Hr.Sportdirektor Kreuzer früh genug, imho in der Winterpause ( Transferfenster??) die Fühler ausstrecken und im Tausch mit Skjelbred einen Kauf anleiern. Mein Gedanke, denn hier ergibt sich für beide Vereine eine Win-Win Situation.
fortunakiller 20.10.2013
4.
Was die Borussia auswärts bietet erinnert an übelste Auswärtdeppen Zeiten.Ohne weitete Worte.Dann gönnt sich Dr.Drees noch seinen Auftritt mit 2 gelben Karten in 20 Sekunden gegen Stranzel.Da müsste es Spielern auch mal erlaubt sein den Schiri zusammen zu schlagen...
chillipalmer 20.10.2013
5. ...
Das war ein Sieg von Luhukay gegen Favre. Was erste HZ noch halbwegs passabel bei Gladbach wurde von Hertha in HZ 2 in jeder Minute gnadenlos verteidigt bzw abgearbeitet. Taktisch die beste Saisonleistung der Hertha.
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