Fußball-Bundesliga Hoffenheim stoppt Bayerns Siegesserie

Unter den Augen von Uli Hoeneß hat Hoffenheim die Münchner Siegesserie eindrucksvoll beendet und sich ein Unentschieden erkämpft. In Stuttgart schien dem VfB zunächst eine Überraschung zu gelingen, doch der BVB drehte die Partie spektakulär.

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Hamburg - Der FC Bayern hat nach der frühesten Meisterschaft der Bundesliga-Geschichte erstmals seit 19 Spielen wieder Punkte gelassen. Beim 3:3 (3:2) gegen die TSG Hoffenheim hat der Rekordmeister zunächst einen Rückstand gedreht und sich dann eine deutliche Führung aber noch nehmen lassen. Das alles geschah unter den Augen von Bayerns ehemaligem Präsidenten Uli Hoeneß. Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Hoeneß war erstmals seit Ende seines Gerichtsverfahrens wieder im Stadion und sah einen großen Kampf der Gäste. Für die Münchner war es der erste Punktverlust seit dem 1:1 am 5. Oktober 2013 bei Leverkusen.

Breits in den ersten Minuten schien sich eine kleine Sensation anzukündigen, denn Hoffenheim war den Bayern von Beginn an ebenbürtig und erspielte sich schon in der Anfangsphase gute Torchancen heraus. Diese blieben jedoch genauso ungenutzt wie die Versuche des Deutschen Meisters. Bis zur 23. Minute, als Bayern-Torhüter Tom Starke gegen seinen Ex-Verein das Nachsehen hatte. Einen Schuss von Anthony Modeste konnte der Manuel-Neuer-Ersatz nicht festhalten, so dass Hoffenheims Angreifer aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste.

Das ließen die Bayern aber nicht lange auf sich sitzen und kamen nach einer halben Stunde durch Claudio Pizarro zum Ausgleich. Xherdan Shaqiri brachte die Münchner kurz darauf mit seinem Tor zum 2:1 (35. Minute) in Führung, die Pizarro in der 40. Minute noch vor der Pause ausbauen konnte. Durch einen Freistoß brachte Sejad Salihovic (44.) die TSG noch einmal heran, ein Treffer mit Auswirkungen. Denn in der zweiten Halbzeit traten die Hoffenheimer mutig auf und Roberto Firmino traf nach 75 Minuten zum Ausgleich. In der Schlussphase vergab Arjen Robben frei vor Hoffenheims Schlussmann Jens Grahl, der hervorragend parierte, das mögliche Siegtor. Auf der Gegenseite scheiterte Sebastian Rudy mit einem Distanzschuss an Starke, so dass es letztendlich beim leistungsgerechten Unentschieden blieb.

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (2:1)

Die Partie zwischen dem VfB und Borussia Dortmund begann furios, bereits nach neun Minuten nutzte Christian Gentner einen Fehler der BVB-Defensive. Oliver Kirch spielte einen Fehlpass genau in die Füße des Stuttgarters, der Sokratis umkurvte und den Ball ins untere rechte Toreck schob. Martin Harnik gelang es, nach Vorarbeit von Ibrahima Traoré in der 19. Minute sogar auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer halben Stunde meldete sich die Borussia zurück: Marco Reus erzielte den Anschlusstreffer.

Nach dem Seitenwechsel wurde Dortmund immer stärker - und dafür belohnt. Zunächst hatte Robert Lewandwoski den Ausgleich in der 67. Minute auf dem Fuß, doch der Pole wurde alleine auf Sven Ullreich zulaufend von Georg Niedermeier gefoult. Der VfB-Verteidiger flog mit Rot vom Platz, den fälligen Elfmeter verwandelte Reus. In der Schlussphase avancierte der 24-Jährige zum Mann des Spiels, als er in der 83. Minute mit seinem dritten Tor den 3:2-Siegtreffer erzielte. Eine kuriose Szene ereignete sich in der 75. Minute, als Schiedsrichter Michael Weiner verletzungsbedingt durch seinen Assistenten Norbert Grudzinski ersetzt werden musste. Der Unparteiische erlitt einen Riss der Achillessehne.

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 2:1 (0:1)

In Wolfsburg traf Martin Lanig schon nach sieben Minuten für die Eintracht, wurde aber aufgrund einer Abseitsstellung zurückgepfiffen. Vier Minuten später erzielte Stefan Aigner dann die tatsächliche Führung, doch auch seinem Treffer ging eine kritische Szene voraus: Joselu eroberte den Ball im Zweikampf gegen Timm Klose mit reichlich Körpereinsatz. In der Folge bestimmte die Heimelf das Geschehen, kam aber kaum zu Tormöglichkeiten. Das wurde mit Wiederanpfiff anders und Ivica Olic nutze das Übergewicht in der 69. Minute zum Ausgleich. In einer aufregenden Schlussphase ließen die Wolfsburger nicht nach und kamen durch ein Traumtor von Naldo in der 89. Minute noch zum etwas glücklichen Heimsieg.

Mainz 05 - FC Augsburg 3:0 (2:0)

Die Gastgeber überzeugten schon in der Anfangsphase mit sehenswerten Kombinationen und gingen in der 23. Minute durch Niko Bungert in Führung. Doch auch der FC Augsburg zeigte auswärts einen starken Auftritt. Davon ließen sich die Gastgeber aber nicht beirren und erhöhten in der 38. Minute auf 2:0. Ein Schuss von Eric-Maxim Choupo-Moting lenkte Torhüter Marwin Hitz an den Pfosten, von dort prallte der Ball zurück in den Fünf-Meter-Raum, wo Matthias Ostrzolek vor dem heraneilenden Nicolai Müller seinen eigenen Schlussmann anschoss und der Ball im Tor landete. Auch in der zweiten Halbzeit war Mainz das bessere Team und hatte in der 51. Minute die Chance zur Entscheidung, doch Choupo-Moting scheiterte völlig freistehend aus acht Metern an Hitz. Stattdessen war es der überragende Johannes Geis, der in der 83. Minute mit dem Treffer zum 3:0 alles klarmachte.

Bayer Leverkusen - Eintracht Braunschweig 1:1 (0:0)

Gegen den Aufsteiger aus Braunschweig war Bayer Leverkusen über weite Strecken des Spiels dominant, hatte aber vor allem in der ersten Halbzeit kaum Ideen. Das wusste die Eintracht zu bestrafen und so traf Ken Reichel unmittelbar nach Wiederanpfiff mit seinem ersten Bundesliga-Tor überhaupt zum 1:0. Die Freude über die Führung währte jedoch nicht lange, denn in der 53. Minute verwandelte Stefan Kießling einen Handelfmeter. Leverkusen tat am Ende allerdings zu wenig für einen Sieg, Braunschweig sichert sich einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.

asi

insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
lordofaiur 29.03.2014
1. Die dritte Mannschaft
Zitat von sysopGetty ImagesUnter den Augen von Uli Hoeneß hat Hoffenheim die Münchner Siegesserie eindrucksvoll beendet und sich ein Unentschieden erkämpft. In Stuttgart schien dem VfB zunächst eine Überraschung zu gelingen, doch der BVB drehte die Partie spektakulär. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-hoffenheim-erkaempft-unentschieden-gegen-bayern-a-961478.html
Da wird Sammer zu Recht toben. Die zweite oder dritte Mannschaft kann halt der ersten nicht das Wasser reichen. immer wenn der Blinde aufläuft, gehts in die Hose.
Levator 29.03.2014
2. Das dürfte es für den VfB
gewesen sein.... Eigentlich schade. Die fußballbegeisterte Region hier, hätte einen Erstligisten verdient.
seppiverseckelt 29.03.2014
3. Danke bvb ... !
ä Gruess us Fiburg- Ihr hän fir uns d Schwoobe kurz ghalte- de Räscht im Schpiel gege d "Clubberer" ussem Frankeland mien mir nochhär schu sälber erledige! Än Ahänger vum SC-Friburg bedanggt sich bi euch !
t.schuberth 29.03.2014
4. Schiedsrichter in Leverkusen
Normalerweise meckere ich ungerne über Schiedsrichter , aber was da in Leverkusen gezeigt wurde war miserabel. Can hätte Rot wegen des Fouls an Vrancic bekommen müssen , Spahic auch wegen des Fouls an Boland und dem Mittelfinger gegen Davari . Dann sind 90% der kleineren Entscheidungen gegen Braunschweig gefallen . Lieberknecht ist auch grundlos vom Platz geflogen
senta1958 29.03.2014
5. optional
Vielleicht vorab zu SPON: Ich denke, jedem ist der Sachverhalt des Herrn Hoeness geläufig. Bayern wird das Ergebnis vermutlich relativ gleichgültig sein. Man hat nicht verloren und kann immer noch diesen Meilenstein, ohne Niederlage eine Saison zu überdauern, erreichen. Traurig ist, dass der junge Thiago schon wieder verletzt ist. Hoffentlich bleibt es bei der Diagnose, und er kann in den Endspurt noch eingreifen. Für Stuttgart gehen so langsam die Lichter aus. Nach 2:0 noch 2:3 ist eben fast schon der knockout. Vorallem die Aktion von Niedermeyer war schon recht dilettantisch.
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