Bundesliga Hoffenheim triumphiert erneut, Bayern siegt in Frankfurt

Tabellenführer 1899 Hoffenheim bleibt die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga: In Bochum drehte der Aufsteiger das Spiel innerhalb weniger Minuten. Auch der FC Bayern holte einen Rückstand auf. Der Hamburger SV setzte sich gegen den VfB Stuttgart durch.


Hamburg - Durch drei Treffer innerhalb von sieben Minuten hat 1899 Hoffenheim ihre Tabellenführung in der Bundesliga verteidigt und den 3:1 (0:1)-Sieg beim VfL Bochum sichergestellt. Dabei hatte die Mannschaft von Ralf Rangnick lange Zeit große Mühe bei den abstiegsbedrohten Bochumern.

Der FC Bayern drehte ebenfalls innerhalb weniger Minuten die Partie bei Eintracht Frankfurt und siegte 2:1 (0:0). Damit rücken die Münchner auf den vierten Platz vor. Der Hamburger SV gewann 2:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart und bleibt Dritter.

Anschluss an die Spitzengruppe hält Hertha BSC. Die Berliner setzten sich 2:0 (0:0) gegen Hannover 96 durch, das weiter gegen den Abstieg kämpft. Borussia Dortmund feierte beim 1:0 (0:0) in Köln bereits den dritten Auswärtssieg.

Dennis Grote hatte den VfL Bochum bereits nach zwei Minuten gegen Hoffenheim in Führung gebracht. Bis zur 64. Minute lagen die Gastgeber vorn, dann war 1899 nicht mehr zu stoppen. Demba Ba, Vedad Ibisevic (70.) per Foulelfmeter und Carlos Eduardo (71.) sorgen für das 3:1. Bochums Christoph Dabrowski sah in der 76. Minute die Gelb-Rote Karte. Mit einem Punkt Vorsprung auf Bayer Leverkusen, das gestern 2:0 in Bremen gewann, liegt Hoffenheim weiter auf Platz eins.

Trainer Ralf Rangnick sagte nach dem Spiel: "In den ersten 20 Minuten waren wir teilweise gar nicht auf dem Feld, aber zum Ende der ersten Halbzeit hat man schon gesehen, dass wir durchkommen, wenn wir schnell und mit wenig Kontakten nach vorne spielen. Das haben wir nach der Pause dann konsequent umgesetzt."

In Frankfurt übernahm der FC Bayern gegen die Eintracht, die auf elf verletzte Spieler verzichten mussten, von Beginn an das Kommando und ließen die Hausherren kaum zur Entfaltung kommen. Doch insbesondere Frankfurts Torhüter Oka Nikolov sorgte mit seinen Paraden gegen Schüsse von Lukas Podolski (6. Minute) und Mark van Bommel (33.) dafür, dass es zur Pause noch 0:0 stand.

Nach dem Wechsel agierte Frankfurt etwas mutiger nach vorne und wurde dafür prompt belohnt. Eine Flanke von Frankfurts Markus Steinhöfer verlängerte Bayerns Abwehrchef Martin Demichelis in der 55. Minute ins lange Eck zur Führung für die Hessen. Es war in dieser Saison bereits das zweite Eigentor des Argentiniers, der schon in der Champions League beim 1:1 gegen Olympique Lyon ins eigene Netz getroffen hatte.

Der Rückstand weckte die lethargisch aus der Kabine gekommenen Bayern auf. Nur zehn Minuten benötigten die Gäste, um durch Klose zurückzuschlagen. Der Nationalstürmer traf nach Vorarbeit von Franck Ribéry aus acht Metern. Der Franzose sorgte in der 70. Minute für die Entscheidung, als er eine Hereingabe von Klose per Direktabnahme verwandelte. "Wichtig war die Reaktion, die wir nach dem Eigentor gezeigt haben", sagte Bayerns Mittelfeldspieler Tim Borowski: "Es hat sich gezeigt, dass wir ein Team sind, das auf dem Platz Gas gibt."

Ein umstrittener Foulelfmeter sorgte für die Führung des HSV gegen Stuttgart. Nationalspieler Thomas Hitzlsperger touchierte das Knie von HSV-Kapitän David Jarolim, den Strafstoß verwandelte Piotr Trochowoski. Stuttgarts Manager Horst Heldt beschwerte sich bereits zur Halbzeitpause darüber, dass seiner Meinung nach auch ein Handspiel von Jarolim im Spiel gewesen sei.

Die Hamburger versäumten es, gegen zurückhaltende Gäste nachzulegen. Die beste Chance vereitelte VfB-Torwart Jens Lehmann, als er kurz vor der Pause mit einem glänzenden Reflex einen Schuss von Guy Demel gegen die Unterlatte lenkte, von wo der Ball wieder ins Feld zurücksprang.

Nach der Pause drängten dann die Stuttgarter: Artur Boka versuchte es mit einem Schuss (50.), HSV-Keeper Frank Rost parierte jedoch sicher. Dann traf Roberto Hilbert bei einer Volleyabnahme den Ball nicht richtig (57.), ehe Mario Gomez zweimal scheiterte (68./70.). Der Nationalstürmer fälschte dann auch noch einen Schuss von HSV-Verteidiger Joris Mathijsen unhaltbar für Lehmann zum 0:2 (74.) ab. "Das war ein bisschen glücklich", sagte HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer nach der Partie.

Kringe findet die Lücke

Marko Pantelic brachte Hertha BSC Berlin gegen Hannover 96 in Führung. Der serbische Nationalstürmer, der am Mittwoch öffentlich mehr Respekt von Trainer Lucien Favre eingefordert hatte, erzielte beim 3:0 (0:0) gegen Hannover 96 das 1:0 (62.) und schoss die nun bereits seit sechs Pflichtspielen ungeschlagenen Berliner auf Platz fünf. Andrej Woronin (84.) und Waleri Domowtschiski (90.+1) stellte den Endstand her. 96 wartet trotz einiger guter Chancen dagegen weiter auf den ersten Auswärtssieg der Saison.

In der Partie beim 1. FC Köln war Borussia Dortmund technisch und taktisch klar überlegen, allerdings gingen die Spieler mit Schwarz-Gelb viel zu fahrlässig mit ihren guten Tormöglichkeiten um. So dauerte es bis zur 65. Minute, ehe Florian Kringe nach Vorarbeit von Tinga die Lücke im Kölner Abwehrbollwerk fand und das entscheidende Tor erzielte.

all/sid/dpa

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