Sieg gegen Nürnberg HSV jubelt über drei Punkte im Abstiegskampf

Der Hamburger SV atmet auf: Gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg gewann das Team von Mirko Slomka nur scheinbar souverän. Zuerst vergab der HSV etliche Chancen, dann verhinderte Torwart René Adler in letzter Sekunde den Ausgleich.

HSV-Torschütze Calhanoglu: Freude über Führungstreffer
Getty Images

HSV-Torschütze Calhanoglu: Freude über Führungstreffer


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der Hamburger SV hat im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Sieg eingefahren: Gegen den kriselnden 1. FC Nürnberg gewann das Team von Trainer Mirko Slomka 2:1 (0:0). Den späten Führungstreffer für die Gastgeber erzielte Hakan Calhanoglu (80. Minute), Maik Frantz erhöhte für Hamburg mit einem Eigentor. Für Nürnberg reichte es nur noch zum späten Anschlusstreffer durch Josip Drmic (90.+1).

Tabellen-16. gegen Tabellen-14., nur drei Zähler Unterschied: Der Sonntagnachmittag hatte mit dem Abstiegsduell einiges an Spannung zu bieten. Die Personalsituation in Hamburg hatte sich etwas beruhigt, Rafael van der Vaart kehrte nach einer fiebrigen Erkältung zurück, nur Pierre-Michel Lasogga musste noch immer pausieren. Dazu konnte sich der HSV auf die bisherige Bilanz gegen Nürnberg im heimischen Stadion berufen: Von den letzten zwölf Duellen in Hamburg gewann der "Club" nur eines, im August 2012.

Beide Mannschaften warteten seit zwei Spielen auf einen Sieg und gingen entsprechend motiviert in die Partie, es dauerte nur eine Minute, ehe Markus Feulner die erste Chance für Nürnberg vergab. Auf der Gegenseite brachte van der Vaart einen Freistoß aus den Mittelfeld gefährlich vor das Tor von Raphael Schäfer, der Keeper war aber zur Stelle. Nach einer kurzen Verschnaufpause war es erneut van der Vaart, der mit einem Freistoß für Torgefährlichkeit sorgte (10.).

Es ging munter weiter auf Seiten des HSV: Nach einer Nürnberger Ecke zog die Slomka-Elf einen schnellen Konter auf, doch Calhanoglu scheiterte aus 17 Metern erneut an Schäfer (16.). Nürnberg versuchte, mit dem hohen Tempo der Hamburger mitzugehen, Feulner erwischte aus halbrechter Position aber nur den Außenpfosten (25.). Es war der bislang 22. Aluminiumtreffer des "Clubs" in dieser Saison.

HSV verzweifelte an Keeper Schäfer

Das Glück für die Nürnberger: Auch Hamburg hatte nicht mehr Erfolg bei der Torverwertung, die Gastgeber verschenkten Chance um Chance. Der starke Nürnberger Schlussmann hatte mit etlichen starken Paraden - etwa gegen Dennis Diekmeier (32.), Calhanoglu (36.) und van der Vaart nach Freistoß (39.) - allerdings einen großen Anteil daran. Jacques Zoua traf nach einer Calhanoglu-Flanke ebenfalls nur den Pfosten (45.+1).

Zur Pause standen standen sechs Hamburger Torschüsse einem Nürnberger Versuch gegenüber, eine Zweikampfquote von 62 Prozent unterstrich den neugewonnenen Hamburger Einsatzwillen. Es mangelte allerdings auf beiden Seiten an der nötigen Präzision, vor allem Nürnberg wirkte phasenweise zu fahrig.

Ähnlich hektisch, aber kaum geordneter ging es in der zweiten Halbzeit weiter. Der HSV dominierte das Spiel in der Nürnberger Hälfte, doch es haperte am letzten Schritt. So spielte van der Vaart nach einem Pass von Heiko Westermann in der 58. Minute Schäfer aus spitzem Winkel direkt in die Arme, Calhanoglu drosch einen 30-Meter-Freistoß durch die Mauer in Richtung der linken unteren Ecke - und wieder war der Nürnberger Keeper zur Stelle.

Adler rettet Hamburger Sieg

Nürnberg war mittlerweile vor allem darum bemüht, keine weiteren Hamburger Möglichkeiten zuzulassen. Javier Pinola köpfte einen Zoua-Ball von der Torlinie gerade noch ins Aus (70.), drei Minuten später kam der an diesem Abend herausragende Schäfer mit einer Hand noch an einen Schuss von Ivo Ilicevic. Fast hätte sich die Slomka-Elf sogar noch ein Kontertor durch Hiroshi Kiyotake gefangen (78.), doch dann war es Calhanoglu (mit seinem vierten Torschuss!) mit einer Ballabnahme aus 17 Metern, der die Hamburger erlöste (80.).

Mit einem Eigentor sechs Minuten später machte Frantz scheinbar alles klar. Doch dann gelang Drmic kurz vor Abpfiff der Anschlusstreffer - und René Adler rettete seinem Team in letzter Sekunde mit einer Glanzparade noch den Sieg.

"Das war ein unglaublich tolles Spiel. Wir haben alles in die Waagschale geworfen. Dafür wurden wir am Ende belohnt, auch wenn wir es noch einmal spannend gemacht haben", sagte HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer bei Sky.

Der HSV ist damit auf den 14. Tabellenplatz vorgerückt, für Nürnberg wird es hingegen allmählich knapp: Zwei Punkte trennen das Team von Gertjan Verbeek noch vom Relegationsplatz.

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg 2:1 (0:0)
1:0 Calhanoglu (80.)
2:0 Frantz (86., Eigentor), 2:1 Drmic (90.+1)
Hamburg: Adler - Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann - Badelj, Arslan (88. Rincon) - Calhanoglu, van der Vaart (82. Tesche), Ilicevic (85. Jiracek) - Zoua
Nürnberg: Raphael Schäfer - Angha (62. Balitsch), Petrak, Pinola (81. Pekhart), Plattenhardt - Frantz - Mak (68. Campana), Feulner, Kiyotake, Hlousek - Drmic
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Zuschauer: 52.183
Gelbe Karten: - Plattenhardt (2), Petrak
Torschüsse: 26:8
Ecken: 10:5
Ballbesitz: 48:52 %

(Weitere Statistiken finden Sie in unserer Fußball-App)

psk

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.