Bundesliga HSV holt Punkt in Freiburg, spektakuläres Remis in Bochum

Zwei Unentschieden, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können: Während Hamburg beim SC Freiburg einen müden Kick hinlegte, sahen die Zuschauer in Bochum sechs Tore und eine Notbremse. Dazu verspielte Mönchengladbach eine klare Führung in nur 18 Minuten.


Hamburg - Bruno Labbadia wollte nicht jubeln. Beinahe reglos verfolgte der neue HSV-Trainer, wie ihm seine Mannschaft in Freiburg einen nahezu perfekten Liga-Einstand bereitete. Schon in der dritten Minute hatte Jonathan Pitroipa die Gäste in Führung gebracht. Vielleicht ahnte Labbadia zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es das einzige echte Hamburger Highlight dieses Sommerabends gewesen sein sollte. Da jedoch der Aufsteiger aus dem Breisgau zwar eine engagierte Leistung zeigte, aber bis auf den Ausgleichstreffer von Tommy Bechmann (65.) das Toreschießen vergaß, blieb es nach 90 Minuten beim 1:1 (0:1).

"Damit kann man nicht zufrieden sein. Nach der frühen Führung haben wir das Fußballspielen beinahe eingestellt. Wir befinden uns im Grunde erst in der fünften Woche der Vorbereitung - aber trotzdem haben wir zu wenig dagegen gehalten", sagte Labbadia nach der Partie. Auch SC-Coach Robin Dutt zeigte sich unzufrieden: "Der Ärger überwiegt schon. Wenn wir schon so überlegen sind, dann dürfen wir keine zwei Punkte liegen lassen. Die Mannschaft hat ordentlich gespielt, ich hoffe, dass wir so weiter machen können."

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Bei Temperaturen um 27 Grad und großer Schwüle legte der HSV einen guten Start hin. Als die Abwehr der Gastgeber den Ball nach der ersten Gäste-Ecke von Piotr Trochowski nicht weit genug aus der Gefahrenzone brachte, war Pitroipa zur Stelle und beförderte den Ball nach 2:03 Minuten unhaltbar für Manuel Salz ins SC-Tor.

Wenig später konnte Yacine Abdessadki mit letztem Einsatz einen weiteren Treffer von Ze Roberto (6.) verhindern. Der Ex-Münchner stand als einziger von fünf HSV-Zugängen in der Startelf von Labbadia. Im zweiten Durchgang gab dann der Tscheche David Rozehnal für den verletzten Jerome Boateng sein Erstliga-Debüt.

Nach der frühen Führung versäumten es die Hamburger jedoch, nachzusetzen und beschränkten sich stattdessen darauf, den Vorsprung zu verwalten. Den Gästen fehlten im Spiel vor allem Tempo und Kreativität, von den Spitzen Paolo Guerrero und Mladen Petric war wenig zu sehen.

Die Freiburger hielten mit großem Einsatz auch spielerisch dagegen. Der Neuling, in dessen Reihen nur fünf Akteure über Bundesliga-Erfahrung verfügen, brachte den Europacup-Teilnehmer vor allem über die rechte Seite in Bedrängnis. Dort ließ Abwehrmann Du Ri Cha seinem Gegenspieler Dennis Aogo mehrfach schlecht aussehen. Doch vor dem Gehäuse von Frank Rost fehlte dem Aufsteiger die Abgebrühtheit: So zielte Bechmann (20.) neben das Tor, ein Schuss aus 16 Metern von Abdessadki (37.) ging drüber.

Mit Beginn der zweiten 45 Minuten versuchte der SC noch einmal, das Tempo zu forcieren. In der 53. Minute reklamierte der Aufsteiger vergeblich einen Elfmeter bei Schiedsrichter Peter Sippel, nachdem Joris Mathijsen beim Kopfballduell Bechmann gerempelt hatte. Zwölf Minuten später wurde der Däne aber doch noch für seinen Einsatz belohnt, als er eine Flanke von Mohamadou Idrissou über die Linie drückte. Der Angreifer aus Kamerun hatte sich zuvor auf der Außenbahn gegen Rozehnal durchgesetzt. Als vier Minuten vor dem Ende Marcell Jansen den eingewechselten Cedrick Makiadi im Strafraum attackierte, blieb die Pfeife des Referees aus München erneut stumm.

"Wenn man gegen so eine starke Mannschaft schon mal so ein Spiel abliefert, darf man nicht zwei Punkte hergeben. Ab jetzt wird es schwieriger, weil die Mannschaften gegen uns nun konsequenter zu Werke gehen", sagte SC-Coach Dutt. Auch HSV-Torwart Rost blickte auf die kommenden Partien: "Wir haben einen Punkt. Das ist für Viele vielleicht zu wenig. Aber wir stehen noch am Anfang der Saison, wichtig ist, dass wir unsere Heimspiele gewinnen."

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Matyaz 04.08.2009
1. Was für eine gewagte Prognose!
Tolle Prognose: man nehme alle Aufsteiger sowie die 2 schlechtplatziertesten Bundeligisten der letzten Saison, die noch die Klasse halten konnten -und komplett sind die Abstiegskandidaten. Dass Nürnberg und Freiburg eingespielte und spielstarke Mannschaften sind bleibt da ebenso unberücksichtigt wie der stattliche Gladbacher Etat, der immer noch den ein oder anderen Noteinkauf zulässt, sollte es brenzlig werden. Meiner Meinung nach werden neben Mainz und Bochum eher Vereine wie Hannover,Frankfurt, Köln oder gar Berlin erhebliche Probleme mit dem Klassenerhalt haben.
frubi 04.08.2009
2.
Zitat von MatyazTolle Prognose: man nehme alle Aufsteiger sowie die 2 schlechtplatziertesten Bundeligisten der letzten Saison, die noch die Klasse halten konnten -und komplett sind die Abstiegskandidaten. Dass Nürnberg und Freiburg eingespielte und spielstarke Mannschaften sind bleibt da ebenso unberücksichtigt wie der stattliche Gladbacher Etat, der immer noch den ein oder anderen Noteinkauf zulässt, sollte es brenzlig werden. Meiner Meinung nach werden neben Mainz und Bochum eher Vereine wie Hannover,Frankfurt, Köln oder gar Berlin erhebliche Probleme mit dem Klassenerhalt haben.
Frankfurt und Hannover sind bei mir auch die ersten Kandidaten für eine Trainerentlassung. Ich hoffe zwar, dass so viele Trainer wie möglich im Amt bleiben aber man kennt ja das beliebte Trainerhopping. Skibbe und Hecking sind definitv die schwächsten Trainer. Viele schwerer ist die Frage: Wer wird der neue "Spieler der Saison"?? Wenn Carlos Eduardo seinen Nerven ein bisschen besser im Griff hat könnte er den Platz von Diego einnehmen. Özil könnte ebenfalls einschlagen. Aber ansonsten fällt mir aussser Ribery keiner mehr ein, der dieses Jahr richtig einschlagen könnte. Spannend wird der Kampf um die Plätze zur WM 2010. Für mich stehen bisher nur 5-7 Spieler fest. Der Rest kann sich noch Grundlegend ändern. Wie entwickeln sich unsere U21 Europameister? Werden Marin und Özil das neue Mittelfeld-Traumpaar?
yoshitsune 04.08.2009
3. SGE wird nicht absteigen
Ich glaube kaum, dass die Eintracht absteigen wird. Der Derby-Pokal-Erfolg wird fuer genuegend Aufwind bis zum Ende der Saison reichen. Wobei man aber ja auch aus leidvoller Erfahrung weiss, dass eine stark beginnende Eintracht meistens zum Ende der Saison zum Katastrophalen tendiert. Sagte der Eintracht-Fan. ;-)
Tail on the Donkey 04.08.2009
4.
Tja, da kann ich mir meinen Beitrag ja fast sparen: Hannover, Frankfurt und Köln sind auch bei mir ganz heiße Kandidaten auf einen Ausflug in die Zweitklassigkeit. Was Mainz angeht, nun, da scheinen Prognosen selbst von 12 Uhr bis Mittag zu weit gegriffen, zwischen gesichertem Mittelfeld und "am 11.11. bereits rechnerisch abgestiegen" erscheint alles möglich. Bochum seh ich auch stark gefährdet, Nürnberg und Freiburg haben dagegen das Potenzial, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Da die Saison ja nun unmittelbar vor der Tür steht und die wesentlichen Transferentscheidungen durch sein dürften, könnte sich das Ganze am Ende so darstellen: 1. München (akzeptabler Start, in der Rückrunde nicht zu stoppen) 2. Hamburg (es kommen leichtere Aufgaben als Düsseldorf) 3. Stuttgart (die Osteuropa-Fraktion schlägt voll ein) 4. Bremen (Wundertüte, allerdings diesmal mit direkter int. Quali) 5. Dortmund (auf dem Weg nach oben) 6. Wolfsburg (Niveau der letzten Saison kann nicht ganz gehalten werden) 7. Schalke (Altintop schießt zu viele Freistöße) 8. Leverkusen (kann ehrlich gesagt auch 2ter werden) 9. Hoffenheim (kennt die eigentlich noch jemand? Und was ist Rangnick?) 10. Nürnberg (die spielen einen tollen Kombinationsfußball) 11. Berlin (mehr ist kaum drin) 12. Gladbach (die Verstärkungen sehen auf den ersten Blick tauglich aus) 13. Freiburg (gemeinsam mit Nürnberg auf jeden Fall Buli-tauglich) 14. Frankfurt (hier wirds dagegen ganz eng) 15. Köln (Poldi wird sogar einschlagen, am Rest allerdings haperts) 16. Mainz (irgendwas von 14-18, Tendenz Abstiegskampf pur) 17. Hannover (ich hab da ne verdammt miese Saison im Urin) 18. Bochum (die Unabsteigbaren sind mal wieder dran) Irrtümer um 1-2 Positionen nicht ausgeschlossen, allerdings sei der Kreis der Titelanwärter mit den ersten 2, der int. Plätze mit einschließlich Wolfsburg + Leverkusen und der Abstiegskandidaten ab Frankfurt umrissen. Und jetz wird's Zeit, dass' endlich wieder los geht! :-)
Toradac 04.08.2009
5. In erster Linie erwarte ich...
Zitat von sysopMission Titelverteidigung in Wolfsburg, das Magath-System auf Schalke und die verstärkten Bayern: Was erwarten Sie von der neuen Bundesliga-Saison? Wer holt den Titel? Wer steigt ab? Diskutieren Sie mit.
...eine spannende Saison, auch wenn mir klar ist, daß die letzte kaum zu wiederholen sein wird. Titelfavoriten sind für mich der FC Bayern (schon fast ein Naturgesetz), der Vfl Wolfsburg (der es geschafft hat, seine Meistermannschaft zusammenzuhalten und sogar noch zu verstärken), der Hamburger SV (der m.E. gut eingekauft hat) sowie eine Überraschungsmannschaft (könnte in diesem Jahr Leverkusen oder Werder Bremen sein). Um die internationalen Startplätze kämpfen außerdem noch der VfB Stuttgart, Schalke (wenn Magath einschlägt), Hoffenheim und vielleicht auch noch Borussia Dortmund. Die "Weder-Fisch-noch-Fleisch-Franktion", bei der nach oben nichts geht und die mit dem Abstieg nicht viel zu tun haben, besteht aus Köln, Hertha, Nürnberg und Frankfurt. Außer Nürnberg (die ich für sehr spielstark halte) haben naturgemäß die Aufsteiger die größten Probleme, den Abstieg zu verhindern, bei Mainz wird es durch den gestrigen Trainerwechsel noch verschlimmert, Freiburg schätze ich etwas stärker ein, aber auch die müssen sich strecken. Auf Hannover und den Vfl Bochum kommt eine ganz schwere Saison zu, beide müssen ebenfalls bis zum Ende zittern. Am wenigsten kann ich in dieser Saison Mönchengladbach einschätzen, entweder früh im gesicherten Mittelfeld oder aber auch kämpfen bis zum Schluß um den Klassenerhalt. Lassen wir uns überraschen - Freitag geht's endlich wieder los!
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