Bundesliga HSV schlägt Bielefeld, BVB enttäuscht gegen Cottbus

Vorbeigezogen an den Bayern: Der Hamburger SV feierte gegen Bielefeld seinen neunten Heimsieg im zehnten Spiel - auch dank eines schwachen Elfmeters des Arminen-Torjägers. Borussia Dortmund konnte Energie Cottbus nicht bezwingen und beendete die Partie nur zu zehnt.


Hamburg - Der Hamburger SV hat Arminia Bielefeld in eigener Arena 2:0 (1:0) besiegt und liegt nun punktgleich mit Aufsteiger Hoffenheim auf Rang drei. Borussia Dortmund kam gegen die Gäste aus Cottbus nur zu einem 1:1 (1:1)-Unentschieden und verlor zudem kurz vor dem Abpfiff einen Spieler durch einen Platzverweis.

Der Hamburger SV hat die Patzer der Titelrivalen ausgenutzt und ist wieder ganz nah an die Bundesliga-Spitze herangerückt. Nach Toren von Piotr Trochowski (32.) und Paolo Guerrero (60.) liegt das Team nun nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer Hertha BSC Berlin. Es war bereits der neunte Heimsieg im zehnten Spiel für die Elf von Trainer Martin Jol, die damit über die beste Bilanz im eigenen Stadion aller Clubs verfügt. "Ich bin sehr froh, dass wir jetzt wieder oben dran sind und nicht erneut Punkte verschenkt haben", sagte Jol. Der nach seinem schwachen Debüt gegen Karlsruhe diesmal sicher agierende Innenverteidiger Michael Gravgaard offenbarte nach der Partie die Ziele des HSV: "Ja, natürlich wollen wir Meister werden, das kann ich für uns alle sagen", so der Däne.

Zu verdanken hatten die Gastgeber den Erfolg aber zu großen Teilen Torwart Frank Rost. Der Keeper parierte vor 53.292 Zuschauern in der 55. Minute einen schwach getretenen Foulelfmeter von Artur Wichniarek und klärte großartig bei einem Schuss von Jonas Kamper (25.) sowie einen Kopfball von Andre Mijatovic (37.). Auf der anderen Seite machte sein Gegenüber Dennis Eilhoff beim Hamburger Führungstor eine äußerst unglückliche Figur. Bei einem Freistoß von Trochowski aus halblinker Position schätzte der 26-Jährige den als Flanke geschlagenen Ball völlig falsch ein und ließ ihn über die Fingerspitzen hinweg ins Tor passieren.

Die Führung war zu diesem Zeitpunkt dennoch hoch verdient. Die Gäste, die ohne fünf Stammspieler antreten mussten, verlegten sich in der ersten Halbzeit fast ausschließlich auf Konterversuche und tauchten nur sehr selten in der gegnerischen Hälfte auf. Glück hatte die Arminia in der 26. Minute, als Mijatovic beinahe ein Eigentor unterlief. Trochowski scheiterte zudem zehn Minuten vor der Pause mit einer Direktabnahme, als er aus kurzer Distanz über das Tor schoss.

"Um in Hamburg punkten zu können, muss man seine Torchancen nutzen und darf nicht so viele Fehler machen", sagte Bielefelds Trainer Michael Frontzeck und fügte hinzu: Die wirklich schweren Spiele gegen die direkte Konkurrenz beginnen jetzt. Wir haben eine gute Ausgangsposition und die wollen wir nutzen."

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte war der Nationalspieler der gefährlichste HSV-Angreifer. Er scheiterte jedoch zweimal an Eilhoff, der insbesondere in der 51. Minute mit einem starkem Reflex seinen Fehler vor dem 1:0 wieder gut machte. Die Elf von Trainer Michael Frontzeck spielte in der Folge mutiger und hatte mit dem Foulelfmeter die große Chance zum Ausgleich. Der Brasilianer Alex Silva hatte im Strafraum mit einem hohen Bein den Kopf von Robert Tesche getroffen. Wichniareks Schuss war allerdings so schwach, dass Rost parieren konnte. "Den habe ich ehr schlecht geschossen. Das war eine große Möglichkeit, vielleicht wäre das Spiel dann anders gelaufen", ärgerte sich Wichniarek.

Nach dem 2:0 durch einen sehenswerten Schlenzer von Guerrero plätscherte die Partie dahin. Die Hamburger, die am Mittwoch im Uefa Cup bei NEC Nijmwegen antreten müssen (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), taten nur noch soviel wie nötig. Bielefeld war nicht mehr in der Lage, die Hausherren zu gefährden.



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