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07. Dezember 2008, 19:04 Uhr

Bundesliga

HSV siegt in Köln, Wolfsburg gewinnt Derby

Durch den Erfolg beim 1. FC Köln bleibt der Hamburger SV in der Spitzengruppe - auch wenn die Mannschaft einige brenzlige Szenen überstehen musste. Hannover 96 verlor das Niedersachsen-Duell beim VfL Wolfsburg, obwohl ein Feldspieler einen Elfmeter hielt.

Hamburg - Der VfL Wolfsburg besiegte Hannover 96 2:1 (1:0), der 1. FC Köln unterlag dem HSV 1:2 (0:2). Damit rücken die Hamburger auf den fünften und Wolfsburg auf den sechsten Tabellenplatz vor. Köln und Hannover rangieren kurz vor den Abstiegsrängen.

Das erste Saisontor des italienischen Neuzugangs Cristian Zaccardo (32.) brachte den VfL zunächst in Führung, ehe Jiri Stajner den Ausgleich (59.) erzielte. Allerdings sorgte ein Eigentor des Tschechen (63.) dafür, dass Hannover zum siebten Mal in dieser Saison auswärts als Verlierer vom Platz ging.

96-Torhüter Florian Fromlowitz sah in der 81. Minute wegen einer Notbremse gegen Edin Dzeko die Rote Karte, Mittelfeldspieler Jan Rosenthal musste für die Schlussphase ins Tor und hielt gleich Dzekos Elfmeter mit einer Glanzparade. "Ich habe versucht, die Mannschaft im Spiel zu halten", sagte Rosenthal, "dafür können wir uns auch nichts kaufen." Die Rote Karte will Hannover nicht auf sich sitzen lassen. Sportdirektor Christian Hochstätter kündigte einen Protest an: "Wir wollen dagegen vorgehen." 96-Trainer Dieter Hecking war überzeugt: "Das war kein Elfmeter." Sollte Fromlowitz vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gesperrt werden, müsste der dritte Keeper Morten Jensen im letzten Hinrundenspiel gegen Arminia Bielefeld ins Tor. Nationaltorwart Robert Enke ist schon längere Zeit verletzt.

Vor 27.500 Zuschauern begann Wolfsburg stark. Nach 90 Sekunden hatte Christian Gentner die erste gute Möglichkeit für den VfL, er verzog aus halbrechter Position jedoch knapp. Nur zwei Minuten später bewahrte Fromlowitz sein Team nach einem Fehler von Frank Fahrenhorst vor einem Gegentreffer durch den heranstürmenden Dzeko. Mit drückendem Offensivspiel erarbeiteten sich die Platzherren auch in der Folgezeit gute Chancen fast im Fünf-Minuten-Takt.

In der 16. Minute ging ein Schuss von Ashkan Dejagah aus 18 Metern nur knapp über das Tor. Kurz darauf rettete erneut Fromlowitz in höchster Not, als Dzeko nach Vorarbeit von Zvjezdan Misimovic am Fünfmeterraum zum Kopfball kam (23.). Besser machte es dann Zaccardo, der den Ball nach einer gelungenen Kombination über Gentner und Misimovic frei stehend aus zehn Metern einschoss.

Die beste Chance der Gäste im ersten Durchgang hatte der Ex-Wolfsburger Mike Hanke, der nach einem schnellen Konter an VfL-Torhüter Diego Benaglio scheiterte (43.). Machtlos war der Schlussmann beim Ausgleich nach der Pause. Den bis dahin besten Angriff von Hannover über Szabolcs Huszti und Konstantin Rausch schloss Stajner mit einer Direktabnahme im Strafraum ab. Doch die Freude währte nicht lang. Nur vier Minuten nach dem 1:1 lenkte Stajner einen Schuss von Misimovic mit dem Kopf noch unglücklich ab, so dass der alte Abstand wiederhergestellt war.

Petric lässt den HSV jubeln

Torgarant Mladen Petric hat den Hamburger SV mit einem Doppelpack zurück in die Spitzengruppe geführt. Der kroatische Nationalstürmer bescherte dem HSV mit den Saisontreffern sechs und sieben (15. und 31.) den Sieg in Köln. Die Mannschaft von Trainer Martin Jol hatte zuvor in vier Auswärtsspielen nur einen Punkt geholt. Kölns Torjäger Milivovje Novakovic schaffte mit seinem zehnten Tor nur den Anschlusstreffer.

Köln hatte sich vor 50.000 Zuschauern viel vorgenommen und ging rustikal zu Werke. Nicht einmal zwei Minuten waren vergangen, da musste der HSV den ersten Schock verkraften. Der zuletzt gute Neuzugang Alex Silva wurde vom Ex-Hamburger Roda Antar rüde von den Beinen geholt und musste sich mit Verdacht auf Bänderriss auswechseln lassen.

Die Gastgeber versuchten, Hamburg danach weiter unter Druck zu setzen. Mit Erfolg: In der elften Minute spielte Jérôme Boateng einen Rückpass zu Torhüter Frank Rost, der den Ball aufnahm. Schiedsrichter Manuel Gräfe entschied auf indirekten Freistoß. Aber Pierre Womes Gewaltschuss aus fünf Metern wurde von Piotr Trochowski mit der Hand zur Ecke gelenkt. Einen Elfmeter pfiff Gräfe nicht.

Vier Minuten später schlug Petric zum ersten Mal zu. Eine schöne Flanke von Nationalspieler Marcell Jansen auf den zweiten Pfosten köpfte der 27-Jährige aus drei Metern in den Winkel. Danach kontrollierten die Hanseaten das Geschehen und nutzten die nächste Situation konsequent. Eine Ecke von Trochowski verlängerte Innenverteidiger Joris Mathijsen per Kopf in den Fünfmeterraum, wo Petric das 13. Tor im 21. Pflichtspiel für Hamburg erzielte.

Zur zweiten Halbzeit reagierte Daum und brachte in Neuzugang Manasseh Ishiaku die zweite Spitze. Köln erhöhte das Tempo, die erste Chance hatte aber Hamburgs Ivica Olic. In der 55. Minute dann scheiterte Kölns Novakovic an Rost. Der HSV-Keeper war auch bei einem Schuss von Ishiaku zur Stelle. Auf der anderen Seite vergab Olic bei einem Konter frei stehend das mögliche 3:0 für den HSV. Der Anschlusstreffer für Köln durch Milivoje Novakovic (83.) kam zu spät.

all/sid

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