Bundesliga HSV unterliegt Frankfurt bei van der Vaart-Comeback

Der HSV hatte auf die Rückkehr von Rafael van der Vaart hingefiebert, am Ende gab es allerdings die dritte Niederlage im dritten Spiel. In Unterzahl verpassten die Hamburger ein Unentschieden. Frankfurt setzte dagegen seinen Traumstart fort.

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Hamburg - Zwei Wochen lang wurde nur über Rafael van der Vaart gesprochen. Der Rückkehrer wurde bereits als Messias gefeiert, trotz des desaströsen Saisonstarts war die Euphorie beim Hamburger SV groß. Doch das erste Bundesliga-Spiel des "verlorenen Sohnes" war vor allem eines: ernüchternd. Allerdings bewies das Team nach der Rote Karte gegen Petr Jiracek in der Nachspielzeit der ersten Hälfte immerhin Moral und verpasste am Ende einen Punktgewinn.

Die Gastgeber siegten 3:2 (2:1) dank Toren von Takashi Inui (13. Minute), Olivier Occean (18.) und Stefan Aigner (52.). Für Hamburg trafen Kapitän Heiko Westermann (45.) und Heung-Min Son (63.). In der Tabelle rutschte der Club auf Rang 17 ab, Frankfurt ist punktgleich mit Spitzenreiter Bayern München Zweiter.

Während der HSV mit zwei Pleiten sowie dem Aus im DFB-Pokal in die Saison gestartet war, hatte Frankfurt dank den Siegen gegen Leverkusen (2:1) und Hoffenheim (4:0) einen Traumstart hingelegt. Und die Eintracht übernahm von Beginn an die Initiative, der Aufsteiger präsentierte sich selbstbewusst und zweikampfstark.

HSV-Coach Fink wird auf die Tribüne verwiesen

Die Gäste machten es Frankfurt allerdings leicht. Beim 1:0 vertändelten Jeffrey Bruma und Son auf der rechten Seite den Ball, so dass Inui ein Solo durch die HSV-Defensive hinlegen und mit einem Schlenzer treffen konnte (13.). Auch beim zweiten Treffer sahen die Hamburger denkbar schlecht aus. Nach einer Ecke von der linken Seiten flog der Ball durch den Fünfmeterraum, kaum ein HSV-Profi reagierte, und Olivier Occean schob ein (18.). "Wenn man Angst hat, fallen die Gegentore. Die ersten 20 Minuten haben wir sehr schlecht gespielt", sagte van der Vaart, "danach hat man einen anderen HSV gesehen."

Seinerseits ging der HSV zu leichtfertig mit Großchancen um: Son (22.) und Artjoms Rudnevs (27.) vergaben jeweils freistehend gegen Kevin Trapp. Zuvor hatte der Frankfurter Keeper einen Freistoß von van der Vaart (15.) stark pariert. Gefährlicher waren trotzdem die Gastgeber. Bei fast jedem Frankfurter Angriff geriet die wacklige Hamburger Defensive in Not.

Hoffnung für die Gäste gab es in der 45. Minute. Nach einer Van-der-Vaart-Ecke köpfte Rudnevs zu Westermann, dem aus kurzer Distanz der Anschlusstreffer gelang. Doch schon in der Nachspielzeit der ersten Hälfte folgte der nächste Rückschlag. Jiracek ging mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf mit Frankfurts Anderson, traf den Brasilianer und sah dafür die Rote Karte. Vor Beginn der zweiten Halbzeit wurde zudem HSV-Coach Thorsten Fink aus dem Innenraum verwiesen. Offenbar hatte sich Fink zuvor zu heftig über Jiraceks Platzverweis beim vierten Offiziellen beschwert.

Van der Vaart bereitet Anschlusstreffer vor

Nach dem Seitenwechsel war von der Hoffnung nach dem Anschlusstor in der Schlussphase der ersten Hälfte zunächst nichts mehr übrig. Die Mannschaft hatte in Unterzahl enorme Schwierigkeiten, und Frankfurt nutzte diese konsequent aus. In der 52. Minute lupfte Stefan Aigner nach einer tollen Kombination den Ball über Adler hinweg zum 3:1 ins Tor.

Frankfurt ließ nach dem Treffer etwas lockerer, schien schon siegessicher. Hamburg konnte sich etwas befreien und profitierte von einem Ballverlust von Carlos Zambrano gegen van der Vaart. Der Niederländer spielte sofort in die Spitze zu Son, der Trapp umkurvte und den Anschlusstreffer erzielte (63.).

Danach gab es auf beiden Seiten Chancen, die größte zum Ausgleich hatte der eingewechselte Dennis Diekmeier. Doch der HSV-Verteidiger zielte frei vor Trapp genau auf den Schlussmann (73.). In der 86. Minute verhinderte Adler die Vorentscheidung mit einer starken Parade gegen Alexander Meier.

Auch nach dem Spiel gab van der Vaart die Richtung für die Hamburger vor: "Wir müssen jetzt richtig arbeiten. Zusammen schaffen wir das."

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 3:2 (2:1)
1:0 Inui (13.)
2:0 Occean (18.)
2:1 Westermann (45.)
3:1 Aigner (52.)
3:2 Son (63.)
Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Schwegler, Rode - Aigner (90. Köhler), Meier (86. Lanig), Inui (79. Celozzi) - Occean
Hamburg: Adler - Bruma, Mancienne (33. Diekmeier), Westermann, Lam (82. Ilicevic) - Badelj, Jiracek - Son, van der Vaart, Jansen - Rudnevs (66. Beister)
Schiedsrichter: Stark
Zuschauer: 50.000
Rote Karte: Jiracek (45.+2) wegen groben Foulspiels
Gelbe Karten: - / Ilicevic

insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
hattrick73 16.09.2012
1. optional
Schönes Bild ! Hoffenheim und Hamburg auf 17 und 18. Sieht aus wie gemalt. Leider sind wir erst bei Spieltag 3.
vollpfostin 16.09.2012
2. Bitte etwas genauer korrekturlesen
Der HSV war Gast und die SGE war Gastgeber ...
filou99 16.09.2012
3. Naja
Ehrlich gesagt gönne ich dem HSV diesen Start. Die lernen seit Jahren nichts aus ihren Fehlern, irgendwann geht das dann schief. Denken man ist reif für die Championsleague, aber im Vorstand schlechter besetzt sein als ein Kreisligist bringt halt Probleme.
manuelbaghorn 16.09.2012
4. Ich bin
kein Fan des HSV, aber nachdem ich mir eben nochmal die Szene angeguckt habe, muss ich sagen, dass die rote Karte eine klare Fehlentscheidung war. Jiracek trifft zuerst den Ball und erst dann den Spieler. Gelb kann man dafür evtl. noch geben aber keinesfalls rot. Dass sich Fink nach so einer Fehlentscheidung aufregt, ist nachvollziehbar...
extremchen 16.09.2012
5. Moin erstmal!
Zitat von manuelbaghornkein Fan des HSV, aber nachdem ich mir eben nochmal die Szene angeguckt habe, muss ich sagen, dass die rote Karte eine klare Fehlentscheidung war. Jiracek trifft zuerst den Ball und erst dann den Spieler. Gelb kann man dafür evtl. noch geben aber keinesfalls rot. Dass sich Fink nach so einer Fehlentscheidung aufregt, ist nachvollziehbar...
Nun ja, ich hatte das Gefühl das der Schiri eigentlich Gelb ziehen wollte. Die Rote Karte war wohl eher das Ergebnis der Meckerei von Jiracek. Aber das ist wohl nur reine Spekulation meinerseits... Nur: Gemeckert hatte er.
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