Bundesliga im TV Immer weniger Fans wollen "ran"

Nachdem in dieser Bundesliga-Saison weniger Fans die Stadiontore passierten als in den vergangenen Spielzeiten, klagt auch die Fußball-Sendung "ran" über Zuschauerschwund.


Immer weniger Fans haben Lust auf die samstägliche "ran"-Sendung
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Immer weniger Fans haben Lust auf die samstägliche "ran"-Sendung

Hamburg - Erstmals seit Einführung von "ran" 1992 rutschte die durchschnittliche Zuschauerzahl in der Hinrunde für die Bundesliga-Sendung am Samstag unter die Fünf-Millionen-Marke. Im Schnitt 4,74 Millionen Fußballfans haben nach Sat.1-Angaben die Zusammenfassungen der laufenden Saison verfolgt. Der TV-Sender sieht in den rückläufigen Zahlen aber kein Alarmzeichen. "Natürlich hätte ich gern mehr Zuschauer, aber einen leichten Rückgang hatten wir schon vor Saisonstart prophezeit", sagte "ran"-Redaktionsmanager Manfred Martens.


Im Schnitt 400.000 TV-Fans weniger


Er nannte zwei Gründe für das Fernbleiben von durchschnittlich fast 400.000 "ran"-Zuschauern im Vergleich zur Hinrunde 1999/2000 (5,15 Millionen): Zum einen das Negativ-Image des Fußballs unmittelbar nach dem verkorksten Auftritt der Nationalmannschaft bei der EM im vergangenen Sommer, zum anderen die Einführung des Topspiels am Samstag um 20.15 Uhr. Damit erfüllte der DFB vor allem einen Wunsch des Pay-TV-Senders Premiere World, der den größten Teil der jährlich rund 750 Millionen Mark Fernsehgelder zahlt.

Die aktuelle Diskussion um Fan-Aufstand und Zuschauerrückgang hält Martens für zum Teil künstlich herbeigeführt: "Für mich gibt es kein richtiges Desinteresse am Fußball. Wir hatten zwischen 1992 und 1996 eine Boom-Phase mit dem Gewinn der Europameisterschaft in England als Höhepunkt. In dieser Zeit hat das Fernsehen zum Bundesliga-Boom beigetragen, doch jeder Aufschwung endet auch einmal."


Kommerzielles Interesse


Eine generelle Rückkehr zu neun Samstag-Begegnungen um 15.30 Uhr wie an den letzten zwei Spieltagen jeder Saison hält der Sat.1-Mann für ausgeschlossen: "Den heiligen Fußball-Samstag wird es nicht mehr geben. Das verhindern die unterschiedlichen Interessen und der internationale Spielplan." Martens verhehlte nicht das wirtschaftliche Interesse des Privatsenders an den Sonntagspielen: "Wir dürfen in einer Stunde zwölf Minuten Werbung bringen, mit denen wir die Rechte teilweise refinanzieren können. Von daher ist es klar, dass wir für Bundesliga-Spiele am Samstag und Sonntag sind", meinte Martens.



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