Fußball-Bundesliga Zirkzee macht es wieder für die Bayern

Der FC Bayern brauchte 86 Minuten, ehe Wolfsburgs Abwehrriegel geknackt wurde - dank Joshua Zirkzee. Die Herbstmeisterschaft geht an RB Leipzig. Werder Bremen verliert erneut.
Joshua Zirkzee bejubelt seinen zweiten Bundesligatreffer innerhalb weniger Tage

Joshua Zirkzee bejubelt seinen zweiten Bundesligatreffer innerhalb weniger Tage

Foto: Philipp Guelland/EPA-EFE/REX

FC Bayern München - VfL Wolfsburg 2:0 (0:0)

Die Münchner mussten zum Hinrunden-Finale auf etliche Stammspieler verzichten, neben den Langzeitverletzten Niklas Süle, Lucas Hernández und Kingsley Coman fielen auch die angeschlagenen Leon Goretzka und Corentin Tolisso sowie der gesperrte Thiago aus. Trainer Hansi Flick musste deshalb gleich fünf Nachwuchsspieler neben Jérôme Boateng auf die Ersatzbank setzen. Der ehemalige Nationalspieler kam bereits kurz vor der Pause in die Partie, weil mit Javi Martínez der nächste Profi verletzt ausgewechselt werden musste.

Den Bayern war in der ersten Hälfte die Belastung der vielen englischen Wochen anzumerken. Das Offensivspiel kam nicht richtig in Schwung, trotz optischer Überlegenheit und zehn Torschüsse. Wolfsburg setzte auf Konter und wäre durch den neu in die Startelf gerückten Felix Klaus fast zum Führungstreffer gekommen (16. Minute).

In der zweiten Hälfte blieb es bei Bayerns Dominanz - ohne die letzte Zielstrebigkeit. In der 83. Minute wechselte Flick einen seiner Youngster ein: Joshua Zirkzee, der am vergangenen Spieltag beim Sieg in Freiburg in der Nachspielzeit für die Führung gesorgt hatte. Und der 18-Jährige war erneut zur Stelle, nach Vorarbeit von Thomas Müller traf der Stürmer zum 1:0 (86.). Wenig später erhöhte Serge Gnabry sogar auf 2:0 (89.). Damit stehen die Münchner in der Tabelle auf dem dritten Platz, weiterhin vier Punkte hinter Leipzig.

RB Leipzig - FC Augsburg 3:1 (0:1)

Leipzig geht als Herbstmeister in die Bundesliga-Rückrunde. Nach dem Heimsieg gegen Augsburg steht Rasenballsport mit 37 Punkten an der Tabellenspitze.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann brachte nach dem 3:3 in Dortmund vier neue Spieler in die Startelf, dabei setzte er mit Tyler Adams (20 Jahre), Amadou Haidara (21) und Christopher Nkunku (22) und Patrik Schick (23) auf die junge Garde in seinem Kader. Das brachte nicht den erhofften Erfolg, Augsburg ging durch Florian Niederlechner früh in Führung (8.). Leipzig spielte zwar druckvoll und kam auch zu guten Torchancen, doch diesmal fehlte die Treffsicherheit der vergangenen Wochen.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte, als Konrad Laimer am Strafraum der Augsburger einen Ballverlust von Jan Moravek erzwang und schnell mit einem Schuss in den rechten Torwinkel abschloss (68.). Die Augsburger waren in der Folge mehr mit sich und dem Schiedsrichter beschäftigt, weil sie vor Laimers Tor ein Foul gesehen haben wollten. Bei einem Leipziger Eckball stimmte die Zuteilung beim FCA nicht, Schick stand völlig frei im Fünfmeterraum und nickte zur Herbstmeisterschaft ein (80.). Den Schlusspunkt setzte Yussuf Poulsen (89.).

FC Schalke 04 - SC Freiburg 2:2 (1:0)

Die Schalker haben es im Heimspiel gegen Freiburg verpasst, die Punktverluste der Konkurrenz auszunutzen und näher an die Tabellenspitze heranzurücken. Nach dem Remis geht das Team von Trainer David Wagner auf Platz fünf in die Winterpause - punktgleich mit Borussia Dortmund.

Schalke ging im ersten Durchgang durch Suat Serdar in Führung, der deutsche Nationalspieler traf zum sechsten Mal in dieser Saison. Nach Vorarbeit von Benito Raman stand Serdar frei vor SC-Torwart Mark Flekken und spitzelte den Ball vorbei (27.).

Freiburg drehte das Spiel zunächst dank zweier Foulelfmeter. Nils Petersen verwandelte zum Ausgleich (54.), Ozan Kabak hatte zuvor Lucas Höler zu Fall gebracht. Für Petersen war es der 83. Treffer im Freiburg-Trikot, damit ist er zusammen mit Joachim Löw Rekordtorschütze des Klubs. Wenig später wurde der eingewechselte Kwon Chang-Hoon von Juan Miranda unfair gestoppt, diesmal trat Vincenzo Grifo an und verlud Schalke-Keeper Markus Schubert mit einem Lupfer in die Tormitte (67.). Doch auch bei den Schalkern war auf einen Einwechselspieler Verlass, Ahmed Kutucu traf nach einer zu kurzen Kopfballabwehr mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze (80.).

1. FC Köln - Werder Bremen 1:0 (1:0)

Vor dem Spiel hatte sich Werder-Geschäftsführer Frank Baumann erneut vor Trainer Florian Kohfeldt gestellt. "Wir haben uns in der Trainerfrage klar positioniert, und da wird sich heute auch nichts ändern", sagte Baumann beim TV-Sender Sky. Kohfeldt selbst plädierte dafür, die Partie in Köln isoliert zu betrachten. Und so traten die Bremer mit einer für sie untypischen Defensiv- und Kontertaktik an, die allerdings keine Sicherheit brachte.

In der ersten Hälfte blieb Werder gänzlich ohne Torschuss, der FC nutzte dagegen direkt die erste Großchance zur Führung. Ein langer Pass von Rafael Czichos fand Dominik Drexler, der sofort für Jhon Cordoba querlegte und der Kolumbianer schob frei stehend ein (39.). Werder wurde nach der Pause aktiver und druckvoller, für einen Treffer sollte es aber nicht mehr reichen. In der Tabelle steht Bremen auf dem Relegationsplatz und könnte am Sonntag bei einem Sieg gegen Union Berlin von Fortuna Düsseldorf überholt werden. Köln gewann unter dem neuen Trainer Markus Gisdol zum dritten Mal in Folge und steht mit nun 17 Punkten auf Platz 15.

FSV Mainz - Bayer Leverkusen 0:1 (0:0)

Leverkusen hat den Abwärtstrend mit einem späten Siegtor gestoppt. In Unterzahl - Abwehrspieler Wendell hatte in der 72. Minute Gelb-Rot gesehen - traf Lucas Alario in der dritten Minute der Nachspielzeit. Der Argentinier war ebenfalls eingewechselt worden und staubte nach Vorarbeit des zuletzt stark kritisierten Kai Havertz und Kevin Volland ab.

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